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Ricky Martin zurück mit Europa-Tournee

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Ricky Martin freut sich auf sein Europa-Comeback
Ricky Martin ist zurück in Europa - und die Vorfreude ist dem 54-Jährigen anzumerken. "Es wird verrückt werden", schwärmt der puerto-ricanische Sänger im dpa-Interview. "Mit dieser Tour war ich bereits fast auf der ganzen Welt – in Lateinamerika, Australien, im Nahen Osten sowie in den USA und Kanada. Aber Europa darf natürlich nicht fehlen." Österreich umkreist der Sänger dabei allerdings und tritt stattdessen in den umliegenden Ländern auf.

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So ist Martin am 24. Juni in der Schweiz (Pully), am 27. Juni in Deutschland (Oberhausen), am 29. Juni in Tschechien (Prag) und am 6. Juli in Ungarn (Budapest) zu erleben. Angesichts der angespannten Weltlage sieht der Künstler seine Shows als Flucht aus dem Alltag: "Wir leben in einer Zeit voller Kriege. Aber wer möchte ständig daran denken? Bei meinen Konzerten fühlen sich die Leute wie im Urlaub."

Klar, dass sich Fans auf Hits wie "Livin' la Vida Loca", "She Bangs" oder "Maria" freuen dürfen. Dass lateinamerikanische Musik heute dank Shakira, Bad Bunny oder Karol G weltweit den Mainstream prägt, freut ihn. "Ich liebe es!" Damals habe er Latinelemente in den Mainstreampop gemischt. Heute sei alles auf Spanisch und komplett lateinamerikanisch. "Wir zeigen der Welt die Musik, die man hört, wenn man durch die Straßen Puerto Ricos geht oder in die Clubs."

Wäre es nach seiner Plattenfirma gegangen, hätte er "Maria" übrigens gar nicht veröffentlicht. "Ein Produzent sagte zu mir: "Ricky, das ist das Ende deiner Karriere."" Bis dahin war er für Herzschmerzballaden bekannt gewesen. Den Stilwechsel zum mitreißenden Tanzflächensound trauten sie ihm nicht zu. "Ich habe ihnen das Gegenteil bewiesen."

Der Sänger, der gerade an seinem ersten Album seit elf Jahren arbeitet, legt Wert darauf, sich künstlerisch keine Grenzen zu setzen. "Das Publikum muss spüren, dass man authentisch und offen ist - ohne Einschränkungen. Genau das hat die Menschen erreicht", betont er. "Ich wollte tanzen. Ich wollte nicht einfach nur als Schmusesänger am Mikrofon stehen."

Das Tanzen ist ihm nach wie vor wichtig - auf der Bühne und davor. "Es ist egal, ob du Rhythmus hast oder nicht – beweg dich einfach", sagt er lachend und deutet im Sitzen ein paar Tanzbewegungen an. "Wen interessiert schon, was andere denken? Fühl dich einfach mal für zwei Stunden frei. Darum geht es bei meinen Konzerten. Mehr brauche ich nicht."

Ricky Martin sieht blendend aus. Voll durchtrainiert, mit Buzz-Cut-Frisur und getrimmtem Vollbart wirkt er jünger als 54. "Ich bin gesund und fühle mich stark", bestätigt er. "Ich mache Dehnübungen und gehe ständig ins Fitnessstudio. Deshalb ist die Energie, die du heute auf meinen Konzerten spürst, dieselbe wie vor 10 oder 15 Jahren."

Der Start seiner Solokarriere liegt 35 Jahre zurück. Ein Star war er im lateinamerikanischen Raum schon viel früher: Als Kind spielte er in Werbespots, ab seinem zwölften Lebensjahr war er Mitglied der populären Boygroup Menudo ("Hold Me") und anschließend einer der Hauptdarsteller der mexikanischen Seifenoper "Alcanzar una Estrella II".

Die Schauspielerei hat inzwischen wieder mehr Raum in seinem Leben eingenommen. "Ich bin ein Geschichtenerzähler", erklärt er. "Wenn ich singe, erzähle ich eine Geschichte. Und auch als Schauspieler erzähle ich Geschichten. Deshalb fasziniert mich die Schauspielerei."

Zuletzt war er neben Kristen Wiig und Laura Dern in der Serie "Palm Royale" zu sehen. Darin spielt Martin einen schwulen Barkeeper namens Robert im Jahr 1969. In einer Zeit, in der Homosexualität noch ein Tabuthema war, muss Robert seine Beziehung zu einem Polizisten geheim halten.

Im echten Leben hatte Ricky Martin 2010 sein öffentliches Coming-out. "Viele Leute haben mir gesagt, es wäre das Schlimmste, was ich tun könnte", erinnert er sich. Doch das kam für den Sänger, der zu diesem Zeitpunkt bereits Zwillinge hatte, nicht infrage. "Warum sollte ich meine Gefühle verstecken?"

Die Befürchtung - auch in seinem privaten Umfeld - war, dass er Millionen weiblicher Fans verlieren könnte. Doch wie schon bei "Maria" ließ er sich nicht beirren. "Damals ging es um meine Bedürfnisse als Künstler, nun war es Zeit, sich um meine Bedürfnisse als Mann zu kümmern", sagt er. "Außerdem hatte ich Kinder. Sollte ich denen etwa beibringen zu lügen?"

Die Befürchtungen bestätigten sich nicht. Heute blickt der vierfache Vater glücklich zurück. "Ich wünschte, ich könnte mich noch einmal outen, weil es sich einfach großartig angefühlt hat. Es war wunderschön."

Mit 54 ist er als Mann und als Künstler mit sich im Reinen - meistens. "Wir Künstler sind dermaßen unsicher. Ein bisschen geht es mir noch immer so. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich erreicht habe", betont Ricky Martin. "Das Leben war bisher einfach wundervoll."

(Von Philip Dethlefs/dpa)

(S E R V I C E - https://rickymartinmusic.com/ )

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