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Bis zum 22. Juli wird ab sofort jeden Tag zwei Mal geprobt. Rund 25 Solisten, 40 Tänzer und Statisten sowie zahlreiche Techniker und Mitarbeitende aus unterschiedlichsten Bereichen wirken an der neuen Inszenierung mit. Regisseur Damiano Michieletto verlegt die Handlung der Oper in die schillernden 1920er-Jahre als eine Zeit, in der Opulenz und Partys über innere Leere und Orientierungslosigkeit hinwegtäuschen sollten. "Die Seebühne verlangt nach einer völlig eigenen Form des Denkens und des Erzählens", sagte Michieletto beim Probenstart. Die musikalische Leitung haben Kirill Karabits und Pietro Rizzo inne.
Das Richtfest für die Kulisse von "La traviata" wurde schon Anfang April gefeiert. Zentrales Element des Bühnenbilds von Paolo Fantin ist ein 28 Meter hoher, in 86 Teile zerbrochener Spiegel mit 700 Quadratmetern Fläche, der das Innenleben der Protagonistin symbolisiert. Über die Hälfte der 86 Splitter kann bewegt werden, manche davon dienen auch als ausklappbare Spielflächen. 29 Lautsprecher wurden unsichtbar in die Wand integriert. Vor der Spiegelwand befinden sich ein Spiegelboden und ein Wasserbecken die als Hauptspielfläche fungieren. Laut Regisseur Michieletto muss auf der Seebühne "das Bühnenbild aus sich selbst heraus sprechen: Es muss nicht nur Raum sein, sondern auch Metapher und Skulptur."
Die Seebühnenproduktionen der Bregenzer Festspiele zählen zu den technisch und logistisch aufwendigsten Opernproduktionen weltweit und sind jeweils auf zwei Jahre ausgelegt. Die Investitionen in Bühnenbild und Infrastruktur für die beiden Spielzeiten von "La traviata" umfassen den gesamten Lebenszyklus der Bühne - von Aufbau, Erhalt und Betrieb bis hin zum Abbruch - und belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro.
(S E R V I C E - 80. Bregenzer Festspiele 2025, 22. Juli bis 23. August. www.bregenzerfestspiele.com)






