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Prachtband mit Vibe zum abgerockten Lustobjekt Gitarre

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Ein optischer Leckerbissen für Gitarrenfans
©Hannibal, Eckhard Waasmann, APA
Viel sagenumwobenes und teures Holz stapelt sich in Eleanor Janes, mit dem sprechenden Titel "Kult Gitarren" ausgestatteten Prachtband für Klampfen-Aficionados. Wer von einem hardware-lastigen Punkt ausgehend durch die Rockgeschichte streifen möchte und gerne Bilder von verschieden zugerichteten Gitarren bestaunt, liegt hier absolut richtig. So bietet das Buch tatsächlich erstaunliche Einblicke in die Arbeitstiere des Rock 'n' Rolls - zum entsprechenden Preis im Großformat.

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In den vergangenen Jahrzehnten wurde die E-Gitarre und ihr akustischer Vorläufer von gut betuchten Menschen, die sich mit den Hoch-Zeiten des Rock 'n' Rolls emotional verbunden fühlen, auch zum Spekulationsobjekt erhoben. Mittlerweile sind abgerockte Klampfen oft derart preislich hochgejazzt, dass man Lebensverdienstsummen und mehr für mehr oder weniger "normale" Originale aus den 1950er- oder 1960er-Jahren berappen müsste. Weiter nach oben eskalieren Exemplare zusätzlich, wenn glaubhaft nachgewiesen werden kann, dass einer der Protagonisten der goldenen Zeiten der Rockmusik einmal Hand an den Sechssaiter gelegt hat.

Die britische Fotografin Eleanor Jane hat sich für ihre Annäherung einigen der absoluten Top-Vertretern aus letzterer Riege angenähert. Darunter findet sich etwa das wohl berühmteste Gitarren-Unikat der Welt - Brian Mays im Eigenbau hergestellte "Red Special" - oder andere sehr bekannte Exemplare, wie David Gilmours "Black Strat". Letztere ging bei der letzten Auktion um geldbörserlfeindliche 14,5 Millionen Dollar über den Ladentisch - Weltrekord für E-Gitarren.

So manches Exponat, das im Buch vorgestellt wird, hat vielleicht sogar das Zeug, noch höhere Gebote zu evozieren: Neben der "Red Special" schaffen das womöglich auch Eric Claptons Akustikgitarre, die er bei seinem höchst erfolgreichen "MTV-Unplugged"-Konzert gespielt hat, Jimi Hendrix' "Woodstock"-Arbeitsgerät oder George Harrisons "Gibson SG Standard" aus dem Jahr 1964. Abgesehen von all der Kommerzialisierung, dem Vintage-Hype und von viel Dichtung und Wahrheit stellt Jane die mehr oder weniger bekannten Objekte recht nüchtern und stilvoll in ihrer Totalität und in Details dar.

Über Jahrzehnte konnte sie Gitarren in Sammlungen oder in Proberäumen etwa für Covers von Gitarrenmagazinen fotografieren und mit ihren Besitzern sprechen. Herausgekommen ist ein unaufgeregter, fast schlichter Bildband, der darin seine Stärke hat, dass die Objekte für sich selbst sprechen. Dafür verantwortlich sind auch die in der Regel sehr spärlich gehaltenen Begleittexte, die eher als kleine anekdotische Einordnungen, denn als Abhandlungen der Geschichte der Exponate gedacht sind.

Letzteres gibt es mittlerweile etwa auf Youtube so und so zuhauf - meistens mit allerlei Trivia und mehr oder weniger authentischen Hörbeispielen garniert. Wer mehr genau davon möchte, wird in dem Druckwerk also nicht fündig. Wer über die eine oder andere Gitarre schon viel weiß, wird hier auch kaum neue Aufschlüsse finden. Wer jedoch die bei weitem nicht makellose Optik auf sich wirken lassen und sich den nicht nur musikhistorisch wertvollen Objekten auf erschwingliche Weise ein wenig annähern möchte, wird optisch und atmosphärisch durchaus reichlich bedient.

(Von Nikolaus Täuber/APA)

(S E R V I C E - Eleanor Jane: "Kult-Gitarren. Legendäre Gitarristen und ihre Instrumente", Prestel Verlag, 240 Seiten, 60,70 Euro)

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Hannibal/Eckhard Waasmann/Eckhard Waasmann

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