ABO

"Peter Alexander: Alles nur aus Liebe": Ein Star-Vehikel

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
"Alles nur aus Liebe" als Hommage an Peter Alexander
Wer ohne Ohrwurm aus dem Kino kommt, hat den Film verschlafen: Bei der Leinwandhommage "Peter Alexander: Alles nur aus Liebe" mischen sich 23 von ihm gesungene Songs, allesamt unvergessliche Melodien, mit berühmten Filmausschnitten aus turbulenten Verwechslungskomödien, Romanzen und Operettenverfilmungen der 50er- und 60er. Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht, dafür werden auch die Liedtexte eingeblendet. Mitklatschen mancherorts wohl unvermeidbar. Ab Dienstag im Kino.

von

Am 30. Juni jährt sich der Geburtstag des großen, nonchalanten Unterhaltungskünstlers Peter Alexander zum 100. Mal. Der Sänger und Schauspieler stillte in der Nachkriegszeit hierzulande wie kaum ein anderer die Sehnsüchte ganzer Generationen. Er versorgte sie mit Ablenkung, Charme, Witz, Fernweh und einer Leichtigkeit, die einem kurzen Heile-Welt-Versprechen gleichkam. Das Publikum erlebte einen Entertainer, der sich mit jeder Rolle aus allen noch so brenzligen Situationen mit einem Lächeln oder einem Liedchen befreite.

Diese filmische Zeitreise untermauert aber auch das riesengroße Schauspieltalent des Absolventen des Max Reinhardt Seminars, der 1926 als Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer geboren wurde und 2011 starb. Insgesamt nahm er mehr als 100 Platten auf und wirkte in 50 Filmen und 40 TV-Shows mit, viele davon stellten die Aufbruchstimmung Österreichs in die Auslage.

Zum Jubiläum erinnert der Singalong-Film "Peter Alexander: Alles nur aus Liebe" von Regisseur Manfred Hoschek nach einer Idee von Produzentin Danielle Willert an den Star. Durch den Nostalgietrip führt ein anderer Publikumsliebling: "Rosenheim Cop"-Star und Musiker Max Müller. "Ich glaube, niemand konnte das typische Lebensgefühl der 1950er- und 1960er-Jahre so leicht und selbstverständlich vermitteln wie er", streut der Schauspieler Peter Alexander Rosen.

Müller bemüht sich zwischen den Filmausschnitten reichlich um Witz, Lässigkeit und knackige Zwischenmoderationen, nicht jede Pointe oder Referenz zum nächsten Einspieler - etwa in der Badewanne - geht auf. Vor allem nicht, weil man kurz darauf in der nächsten Szene das begnadete Timing des Jahrhundertentertainers sieht. Rund um die eingängigen Schlagernummern wird deutlich, wie viel Jazz, Swing und Taktgefühl im Tänzer und Sänger Peter Alexander steckten.

Die revuehafte Dokumentation zeigt auch, wie eng Musik und Schauspiel damals verknüpft waren. Die Schlagersongs wurden in den Filmen nicht nur interpretiert, sondern inszeniert. Und mittendrin: Peter Alexander. Er singt den "Kriminaltango" im gleichnamigen Hit von 1960, lehrt dem Publikum ebendort mit "Mille Mille Baci", was man mit "tausendtausend Küsse" übersetzen könnte, ein bisschen Urlaubsitalienisch. Er begeistert, in Frauenkleidern und mit dick aufgetragener Schminke, in der Wanne trällernd mit seinem "Badewannentango" in "Das süße Leben des Grafen Bobby" aus 1962 und stolpert als spitzbübischer Oberkellner Leopold der einen oder anderen Frau im Klassiker "Im weißen Rössl" 1961 in die Arme.

Gesellschaftliche, filmhistorische oder analytische Einbettungen über die wenigen Dialoge der Frauenrollen darf man von "Alles nur aus Liebe" nicht erwarten, ebenso wenig wie neue oder überraschende Informationen über den Menschen Peter Alexander. Es ist ein Film, der durch seine berühmtesten Filme schunkelt. Die eine oder andere Anekdote über seine Managerin und Ehefrau Hilde Alexander ("Schnurrdibur") sowie Dreharbeiten mit einem richtigen Löwen wird dann doch noch platziert. Zwischen schicksalhaften Fügungen, melodramatischen Verwechslungen und dem einen oder anderen Herren in Frauenkleidung sorgen Stars wie Waltraut Haas, Gunther Philipp, Vivi Bach und Susi Nicoletti für viele schöne Wiedersehen.

(Von Julia Schafferhofer/APA)

(S E R V I C E - www.welan.co.at/peter-alexander-alles-aus-liebe/ )

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER