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Neue Steinfest-Novelle: "Die Linkshänderinnen" und ihre Bar

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Heinrich Steinfest legt eine Novelle vor
©APA/APA/EVA MANHART/EVA MANHART
"Elsbeths Hoffnung" heißt die Bar, die Tilda, Ruth und Nora gemeinsam eröffnen. Sie steht irgendwo in der österreichischen Provinz, weit abseits des eigentlich nötigen urbanen Publikums, aber sie ist nicht irgendeine Bar. Sie ist mit ausgesuchtem Geschmack eingerichtet, bietet ungewöhnliche Cocktails auf höchstem Niveau, und in ihr wird alles mit Links erledigt. Die drei Betreiberinnen sind "Die Linkshänderinnen" - und genauso hat Heinrich Steinfest seine Novelle genannt.

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Steinfest bürgt für Qualität, und so kann man sich ihm auch bei der Lektüre dieses schmalen Buches bedenkenlos anvertrauen, ohne zu wissen, in welche Richtung diese Geschichte gehen wird. Unter den Zutaten, die er sonst verwendet und zu einem meist ebenso überraschenden wie prickelnden Leseerlebnis mixt, befindet sich meist eine gehörige Portion Fantasy, die auch ohne Alkohol vertraute Dinge in Bewegung versetzt. Doch diesmal scheint er die längste Zeit einem anderen Rezept zu vertrauen.

Die drei Frauen unterschiedlichster Herkunft und Profession, die auf einem außergewöhnlichen Flug zu Freundinnen und in der Folge auch zu Geschäftspartnerinnen werden, werden von Steinfest liebevoll und detailreich geschildert, und auch ihre Cocktailbar, deren Schank von einer jungen Architektin aus ineinander gefügten Biedermeiermöbeln gestaltet wurde, kann man sich bald so lebhaft vorstellen, dass man es bedauert, ihr nicht selbst einen Besuch abstatten und Mixgetränke wie "Prousts gewonnene Zeit" oder "Der Konsul kehrt zurück" schlürfen zu können.

Erst mit der Ankunft zweier französischer Gästegruppen in einem nahen Seminarhotel bekommt Steinfests neue Kreation allmählich jene Geschmacksrichtung, die man von ihm gewohnt ist. Eine Prise Überraschung, ein Schuss Geheimnis, und das Ganze mit viel Fantasie geschüttelt, nicht gerührt. 18 Floristinnen und Floristen und 18 Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker halten durch einen Buchungsirrtum gleichzeitig ihre Tagungen ab und müssen dafür wegen Platzmangels teilweise in die Bar ausweichen. Das führt zu schönen und unerwarteten Begegnungen und Horizonterweiterungen.

Doch eines Abends bebt die Erde, und 35 der 36 französischen Gäste sind mit einem Mal wie vom Erdboden verschluckt. Die Suchaktion ist zwar erfolgreich - aber in einem völlig unerwarteten Sinn. Der kleine österreichische Ort und seine Bar machen weltweit Schlagzeilen. Der Autor wird dann doch seinem Ruf gerecht und führt seine Geschichte über mehrere Volten zu einem glücklichen Ende. Vielleicht nicht gerade mit Links, aber jedenfalls mit leichter Hand.

(Von Wolfgang Huber-Lang/APA)

(S E R V I C E - Heinrich Steinfest: "Die Linkshänderinnen", Piper Verlag, 144 Seiten, 18,50 Euro)

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