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Met-Opera-Lotterie: App aus Wien knackt 100.000 Downloads in zehn Tagen

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Wiener Staatsoper bei Nacht
Foto: Pixabay/Mike_68 (Symbolbild)©Pixabay/Mike_68

Die Metropolitan Opera in New York verschenkt jeden Monat 10.000 Karten an Menschen, die seit 2019 kein Ticket gekauft haben. Abgewickelt wird das über eine App aus Wien, die nach zehn Tagen mehr als 100.000 Downloads verbucht. Warum das Modell auch für österreichische Häuser interessant ist.

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10.000 Karten pro Monat für neues Publikum

Die Metropolitan Opera in New York will neues Publikum gewinnen und setzt dabei auf Technik aus Österreich. Im Rahmen der Initiative „Opera for All“ gibt die Met in der Saison 2026/27 jeden Monat 10.000 Karten an New Yorkerinnen und New Yorker ab, die seit 2019 kein Ticket für das Haus gekauft haben. Das entspricht nach Angaben des Wiener Unternehmens easy-connect rund zehn Prozent der Karten einer Saison. Vergeben werden die Plätze ausschließlich über die Met Opera App, die auf der Technologie von easy-connect basiert.

Die Nachfrage ist groß. Zehn Tage nach dem Start verzeichnete die App laut easy-connect mehr als 100.000 neue Downloads. 89 Prozent der Registrierungen stammten demnach von Personen, die bisher nicht in der Kundendatei der Met erfasst waren. Angekündigt hatten die Met und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani die Initiative am 24. September.

So funktioniert die Verlosung

Der gesamte Ablauf läuft über das Smartphone. Wer teilnehmen will, lädt in der App einen Ausweis hoch und meldet sich für die Verlosung an. Gewinnerinnen und Gewinner werden per Push-Nachricht informiert und erhalten ihr Ticket direkt aufs Handy. Für die Oper hat das einen zusätzlichen Nutzen: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer wird zu einem Kontakt, den das Haus später wieder ansprechen kann.

Genau darin sieht easy-connect den Kern des Modells. Drei von vier Erstbesucherinnen und Erstbesuchern kämen nie wieder, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Wolfgang Graf. Eine App, über die ein Haus mit neuem Publikum in Verbindung bleibt, soll das ändern.

Von der Staatsoper bis zu den Festspielen

Hinter easy-connect steht die Wiener Ticket Gretchen GmbH. Das Unternehmen entwickelt sogenannte White-Label-Apps für Kunst- und Kultureinrichtungen, die unter dem Namen des jeweiligen Hauses erscheinen und an dessen Ticketing-, Content- und Kundensysteme angebunden sind. Nach eigenen Angaben nutzen mehr als 100 Kulturinstitutionen weltweit die Technologie, darunter neben der Met auch die Wiener Staatsoper und die Salzburger Festspiele.

Ein ähnliches Modell gibt es bereits in Europa. Das Opernhaus Zürich verlost Karten ebenfalls über seine App und prüft dort digital die KulturLegi, einen Ausweis für Menschen mit geringem Einkommen. Graf ist überzeugt, dass sich der Ansatz aus New York auch auf Kulturhäuser in Städten wie Wien oder Zürich übertragen lässt.

Warum das für Kulturhäuser zählt

Gratis- oder vergünstigte Kontingente sollen Menschen ins Haus holen, die sich einen Opernabend sonst nicht leisten würden oder bisher keinen Zugang dazu gefunden haben. Die ersten Zahlen aus New York deuten darauf hin, dass ein einfacher digitaler Ablauf viele Menschen erreicht, die bisher keinen Kontakt zum Haus hatten.

Ob aus den Downloads auch ein dauerhaftes Publikum wird, muss sich erst zeigen. Für das Wiener Unternehmen ist das Projekt mit einem der bekanntesten Opernhäuser der Welt jedenfalls ein sichtbares Aushängeschild.

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