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Der Londoner Musiker Alan Parsons, geboren 1948, bekam mit 19 einen Job in den Abbey Road Studios. Er arbeitete als Assistenz-Toningenieur an den Aufnahmen der letzten beiden Beatles-Alben mit. Verantwortlich am Mischpult bei Pink-Floyd-Werken wie "The Dark Side Of The Moon" gelang ihm der Durchbruch als Toningenieur. Mit dem Musiker und Produzenten Eric Woolfson (1945-2009) fand er den perfekten kreativen Partner, mit dem er The Alan Parsons Project ins Leben rief.
Die Musik der Formation reicht von opulenten Balladen mit Piano und Orchester über Pop bis zu elektronischen Klanglandschaften. Alben wie "The Turn Of A Friendly Card" oder "Eye In The Sky" erreichten Platin- und Mehrfachplatin-Status, Instrumentalstücke wie "Sirius" wurden zu Hymnen. "Dieses Buch wirft einen überfälligen Blick auf die persönliche und kreative Dynamik zwischen Alan Parsons und Eric Woolfson, ergänzt durch die Erinnerungen ihrer engsten Freunde und musikalischen Weggefährten", heißt es im Vorwort des vom britischen Autor Joel McIver zusammengestellten Bandes, der im Grunde eine reichlich bebilderte Projekt-Biografie ist.
Die Geschichte beginnt 1976 mit dem Album "Tales Of Mystery And Imagination (Edgar Allan Poe)". Damals, so ist im Buch nachzulesen, war APP eigentlich nur "die interne Bezeichnung für die neue Zusammenarbeit von Woolfson und Parsons". Die Songs des Albums wurden ursprünglich von Woolfson und dem Gitarristen Rick Westwood als Demos aufgenommen und Parsons zur Überarbeitung vorgelegt. Der Manager des Labels, das die Platte herausbrachte, schlug dann den Projektnamen vor.
Nachdem das Debüt zum Hit wurde, griff Davis zu. Nach den unheimlichen Poe-Geschichten wandte sich das Alan Parsons Project mit "I Robot" der Science-Fiction zu. Wie bei allen Kapiteln, die den einzelnen Werken gewidmet sind, ist die Entstehung anhand zahlreicher, detailvoller Aussagen und vieler Fotos dokumentiert. Man erfährt über die Ideen und die Umsetzungen, wer auf den jeweiligen Tonträgern mitwirkte und welche Technik zum Einsatz kam.
Auch die Covergestaltung, dabei etwa die enge Zusammenarbeit mit der Grafikdesign-Architektur Hipgnosis, wird beleuchtet. Deren Gründer Storm Thorgerson fotografierte für das Cover von "Ammonia Avenue" (1984) eine Fabrik. Der damalige Vorsitzende eines Chemiekonzerns glaubte, seine Industrieanlage "könnte tatsächlich jemandem als musikalische Inspiration dienen", wird Woolfson im Band zitiert. Das Album widmete sich dann tatsächlich dem Thema Industrie und brachte den Top-Ten-Hit "Don't Answer Me" hervor.
Obwohl am Ende ein Solo-Projekt von Woolfson, wird im Buch auch "Freudiana" Platz eingeräumt, schließlich arbeitete Alan Parsons als Produzent und Tontechniker mit. "Schon während der letzten drei, vier APP-Alben war zunehmend deutlich geworden, dass sich Eric und Alan nicht mehr so gut verstanden wie zu Beginn", gibt Andrew Powell von Hipgnosis zu Protokoll. Daher war "Freudiana" das letzte gemeinsame Projekt. Das Album wurde 1990 veröffentlicht und das daraus resultierende Musical die erste große Eigenproduktion der Vereinigten Bühnen Wien.
(S E R V I C E - Joel McIver: "The Alan Parsons Project - Der offizielle Bildband", aus dem Englischen von Andreas Schiffmann, Hannibal Verlag, 240 Seiten, 56 Euro)
