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Schon im ersten Film aus dem Jahr 1998 stellte der Fluch die Schwestern vor eine Bewährungsprobe mit schweren Folgen. In der Fortsetzung der Romanverfilmung sind die Töchter von Sally (Bullock) nun erwachsen, und eine von ihnen ist dabei, sich zu verlieben... Obwohl Sally ihren Kindern nie von deren magischen Kräften erzählt hat - und entsprechend auch nicht von dem düsteren Schicksal - passiert bald ein Unfall. Der Versuch, dessen tödliche Konsequenzen noch abzuwenden, führt die Frauen bis nach England. Können die Owens-Schwestern den alten Fluch brechen, der einst von einer Vorfahrin über sie gebracht wurde?
Der erste Film, der im Original "Practical Magic" heißt, versprühte mit seinen Kostümen und Liedern von Stevie Nicks ("If You Ever Did Believe", "Crystal") und Faith Hill ("This Kiss") den Charme der späten 90er. Damals eroberten gleich mehrere übernatürliche Heldinnen die Popkultur. Vampirjägerin Buffy zum Beispiel oder die Hexen aus der Fernsehserie "Charmed". Es waren Geschichten, in denen es Frauen mit dem Bösen aufnahmen. In dem Jahrzehnt erschienen zum Beispiel auch die Filme "Hexen hexen", "Hocus Pocus" oder "Der Hexenclub".
Nun kommt es zu einem Wiedersehen mit den "Zauberhaften Schwestern". Die Filmbranche setzt gerne auf Fortsetzungen - zuletzt zum Beispiel mit "Der Teufel trägt Prada 2", weil sie weniger Risiko bedeuten. Die Geschichte hat schon einmal funktioniert und wer sie damals liebte, schaut sich vielleicht auch die Fortsetzung an. So zumindest das Kalkül.
In "Practical Magic 2 - Zauberhafte Schwestern" nimmt einen die Kamera mit in das hübsche Häuschen. Für eine Geburtstagsfeier werden perfekte Pies und Torten gebacken, und überhaupt wirkt in dem Haus diesmal alles so perfekt, dass es fast ein wenig zu viel ist. Inmitten der Idylle kündigt bald ein Käfer mit seinem Klappern einen Todesfall an.
Die dänische Regisseurin Susanne Bier ("The Undoing") hat schon früher mit Kidman und Bullock gearbeitet. Nun erfüllt sie so manche Erwartungen an die Wiederauflage eines Hexenfilms. Es gibt eine Katze, es platzen Glühbirnen. Der Film ist schön anzusehen, aber zuckriger und kitschiger, als man es vom ersten Teil in Erinnerung hat.
Wenn man den ersten Film damals gesehen hat, kann einen das Wiedersehen mit den bekannten Charakteren nostalgisch stimmen. Dass Kidman und Bullock nicht ansatzweise aussehen, als wären inzwischen fast drei Jahrzehnte vergangen, könnte vielleicht mit moderner Magie zu tun haben.
Man trifft in der Fortsetzung auch wieder auf die exzentrischen Tanten Franny und Jet, die noch immer toll besetzt sind mit Stockard Channing ("The West Wing") und Dianne Wiest ("Hannah und ihre Schwestern"). Eine zentrale Botschaft diesmal: "No magic is stronger than sisterhood", keine Magie sei stärker als das Band zwischen Schwestern.
Neu dabei sind die Schauspielerinnen Maisie Williams ("Game of Thrones") und Joey King ("White House Down"). Die beiden spielen die Töchter von Sally. "Sandra Bullock und Nicole Kidman sind echte Filmstars - aus einer Zeit des Kinos, die uns entschwindet", sagte Williams dem britischen "Guardian".
Auch der erste Teil von "Zauberhafte Schwestern" erfand damals nicht das Kino neu, hatte aber chaotischen Charme und etwas mehr Tiefgang, erzählte er doch zum Beispiel von häuslicher Gewalt. Die Fortsetzung ist deutlich glatter geraten, ein nostalgischer Ausflug in die Vergangenheit. Wenn man sich in der heutigen Zeit dahin zurücksehnt, warum nicht? Die Erwartungen sollten vielleicht nicht allzu groß sein. Und damit: Cheers, put the lime in the coconut.
(Von Julia Kilian/dpa)
(S E R V I C E - www.warnerbros.de/de-de/filme/practical-magic-2#info )
LOS ANGELES, CALIFORNIA - AUGUST 31: (L-R) Nicole Kidman and Sandra Bullock attend the premiere of Warner Bros. Pictures' "Practical Magic 2" at Directors Village on August 31, 2026 in Los Angeles, California. Monica Schipper/Getty Images/AFP (Photo by Monica Schipper / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)
