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Besucher können Käthe sehen und hören. Sie hat eine Kappe mit Messpunkten auf, mit deren Hilfe ihre Hirnströme gemessen werden. Zuvor wurde eine Künstliche Intelligenz mit allem Wissenswerten über Kühe im Allgemeinen und Käthe im Speziellen gefüttert. Auf diese Weise ist Käthe ansprechbar und soll auch antworten. "Sie kann etwa sagen, wann sie geboren wurde, wie viele Kälber sie schon hatte und woher sie selbst stammt", sagte Schneider.
Der Festivalchef ist überzeugt, dass einer Kuh nichts Menschliches fremd ist. "Im Grunde bedauert die Kuh den Menschen. Sie empfindet ihn als gehetztes Wesen, das immer auf die Uhr schaut und weiter muss. Von einer Kuh geht dagegen Ruhe aus." Vom Projekt "Stall-Geflüster" verspricht sich Schneider Entspannung. "Käthe nimmt Ihnen die Hast. Sie hört, wie gestresst Sie sind. Sie sinniert über Herdenbindung, Melkmaschinen und den Trost des Schmatzens."
Gleich zu Beginn kehrt das Festival wieder an seine Wurzeln zurück. Nach zweijähriger Pause kommt die Klangperformance "Landmaschinensinfonie" in die Festspielscheune wieder auf die Bühne. Schneider gab dem Drängen der Fans nach und will bei der Neuauflage den vermutlich größten "Bolero" aller Zeiten intonieren. Bei Ravels Meisterwerk soll neben der Gülle-Orgel - einem mit Gülleschläuchen angeblasenem Instrument - und einer tönenden Melkmaschine auch Gesang die Herzen erfreuen.
Das Festival genießt Kultstatus und ist überregional bekannt. Selbst Medien aus Übersee berichteten darüber. Der frühere Gewandhaus-Bratscher Henry Schneider hatte es 1993 in seinem Heimatdorf gegründet. Der Name der "Stelzenfestspiele bei Reuth" spielt auf die Festspiele in Bayreuth an. Während Stelzen in Thüringen liegt, befindet sich die zwei Kilometer entfernte Ortschaft Reuth auf sächsischem Boden. Und auch bis zur bayerischen Grenze ist es nicht weit.
(S E R V I C E - https://cms.stelzenfestspiele.de/ )






