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"Fiston Mwanza Mujila verbindet in seinen Texten auf begeisternde Weise Leben, Träumen und Denken, die alltäglichen Abgründe und Aufschwünge des Menschen, immer eingewoben in Musik und das Flüstern, Lachen, Spotten, Jammern, Fluchen, Jauchzen, Rauschen, Kosen und Loben der menschlichen Stimme. Fiston Mwanza Mujila zu lesen oder performen zu hören, führt an die Grundfragen unserer Existenz und unseres Zusammenlebens in all unserer Gemachtheit aus Hoffnung, Traum, Liebe, Hybris, Gewalt und Geschichte", heißt es in der Begründung von Seel, die bei der Verleihung auch die Laudatio halten wird. "Wo also beginnen mit dem Lob auf Fiston Mwanza Mujilas vielzüngiges Repertoire an Gedichten, Romanen, Theatertexten, Libretti, Essays, Reden und Herausgaben? Vielleicht immer beim nächsten Atemzug, der sich noch einmal einlässt, trotz allen Entsetzens, schonungslos über die Welt und sich selbst zu lachen."
Auch Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) gratulierte per Aussendung und hob nicht nur den politischen Gehalt des gewürdigten Werkes hervor, der an Fried erinnere: "Auch darin lässt sich Mujila mit Erich Fried verbinden: Beide stehen für eine Literatur, die nationale und sprachliche Grenzen überschreitet. Aus dem Kongo stammend, in Graz lebend und sechssprachig schreibend, verkörpert Mujila eine Literatur, die kulturelle Offenheit lebt."
Schon für seinen 2016 bei Zsolnay erschienenen Debütroman "Tram 83" erhielt Fiston Mwanza Mujila, der Literaturen afrikanischer Länder an der Universität Graz unterrichtet, zahlreiche Preise. 2022 erschien sein zweiter Roman "Tanz der Teufel" und der Lyrikband "Kasala für meinen Kaku". Die Deutsche Oper Berlin hat ihn für 2026/2027 als Poet in Residence eingeladen.
Der vom Kulturministerium gestiftete und seit 1990 von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft vergebene Preis erinnert an den Dichter Erich Fried (1921-1988). Er ging in den vergangenen Jahren u.a. an Teresa Präauer, Esther Kinsky, Melinda Nadj Abonji, Urs Allemann und zuletzt an Cemile Sahin.
