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Knapp zwei Wochen nach seinem 43. Geburtstag ist David Öllerer - Voodoos bürgerlicher Name - wieder da, wo alles begann. 1983 in Tulln geboren, ist er längst zu einem Stern am Himmel der österreichischen Musikszene geworden. Im Gespräch mit der APA meinte der Sänger im März, er habe seit dem frühen Song "Tulln" über seine Kindheit nie wieder ein so persönliches Stück veröffentlicht. Verheißungsvolle Worte für die Konzertgäste, die am Donau-Ufer auf ihren Wiener Strizzi warten. Dann geht die Sonne langsam unter und Voodoo Jürgens spielt auf.
"Kemmts lei eina in die Stubn" stimmt der Sänger an und eröffnet das Konzert mit offenen Armen. Die neue Platte "Gschnas" präsentieren Voodoo Jürgens und die Ansa Panier raffiniert zwischen den "Ohrwaschlkräulern" der letzten drei Alben wie "Gitti", "S'klane Glücksspiel", "3 Gschichtn ausn Cafe Fesch" oder "Twist". Es liegt vermutlich besonders an dem Arrangement der neuen "Gschnas"-Songs, dass sich ab und an eine fast romantische Atmosphäre zur gewohnten Beisl-Stimmung gesellt. Wiener Lied trifft auf Indie-Pop.
Wenn die Batterien der E-Gitarre leergehen, Voodoos Weinglas aber noch voll ist, hält die eingespielte Ansa Panier mit ein wenig "Hintergrundjazz" die Leute bei Laune. Wenn der gebürtige Niederösterreicher "de An" in die Menge ruft, dann kommt aus dem Publikum dem gleichnamigen Song getreu "de Aundan" zurück. Das bühnenreife Zugeständnis "Wir hom ka Setlist" kommt nicht besonders überraschend. Sachen, die den Charme eines Voodoo Jürgens-Konzerts ausmachen.
Voodoo Jürgens wünscht sich im Titelsong seines vierten Albums, "dass ollas a riesn Gschnas is. Und olle haun si ins Kostüm." Die Verkleidung fehlt zwar, ein inneres Gschnas ist es aber jedenfalls, den Liedern aus bereits vier produzierten Platten zu lauschen und der Performance der Musiker beizuwohnen. Ruhige, emotionale Songs wie "2l Eistee", "Federkleid" und "In deiner Nähe" werden von lustigen Tanzliedern wie "Twist" und "Taxitänzer" abgelöst. Sobald es heißt "Ansa Panier spielt's an", jubelt das Publikum. Sein wahrscheinlich größter Hit "Heite grob ma Tote aus" löst dann auch die letzten steifen Beine, denen es vor der Donaubühne jedenfalls nicht an Bewegungsfreiheit mangelt.
Die erste Zugabe brachte dann den langersehnten Heimat- und Kindheitssong "Tulln" mit sich. "Zwischen Zuckerbude und Kadaverfabrik (...) Durt hod mi mei Mutta in ana Dunnastog Nocht. Wos blitzt und dunnad hod auf de Wöd brocht." Die ersten zwei Strophen des wohl bedeutendsten Lieds an diesem Freitagabend fahren durchs Publikum. "Des mocht scho wos mit mir, dass i heit do steh", hatte der 43-Jährige im Laufe des Konzerts seine Präsenz in Tulln kommentiert. Die Passage "Jo, durt bin i her, vo durt bin i davogrennt" hallte noch länger nach und ließ an das eigene, ganz persönliche "Tulln" denken. Jene Heimat, die man verlassen hat und zu der man immer wieder zurückkehrt. Ein bittersüßer Song voller Poesie und Melancholie.
Zur Freude der Tullnerinnen und Tullner sowie aller angereisten Voodoo-Fans kehrte die fünfköpfige Band samt Sänger für eine zweite Zugabe auf die Bühne zurück. Mit einer "Gute-Nacht-Musik" wog Voodoo Jürgens sein Tulln dann endgültig in einen süßen Schlaf. Am 24. September endet die Österreich-Tour mit einem Arena Open Air in Wien. Danach ziehen Wiener Schmäh und Beisl-Charme weiter nach Deutschland.
(Von Caterina Schiliro/APA)
(S E R V I C E - https://voodoojuergens.com/ )
