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Dafür setzten sie neben ihren Hits auf eine opulente Bühnenshow mit runenverzierten Steinsäulen und -bögen, gruseligem Skelett-Speerträger, einem brutalen Aufeinandertreffen zweier Krieger, viel Feuer und eine Videowall, die auf hohe See oder zu brennenden Dörfern entführte.
Dass der Andrang zum Konzert groß sein würde, verwundert nicht. Amon Amarth entpuppen sich seit vielen Jahren als Konstante in einer der melodischeren Ecken des Death-Metal-Bereichs. Obwohl bereits in den frühen 90er-Jahren gegründet, ist ein Großteil der Bandmitglieder rund um Sänger Johan Hegg und Leadgitarrist Olavi Mikkonen nach wie vor an Bord. Und auch klanglich und thematisch sieht man nicht viel Bedarf für frischen Wind. Seit eh und je besingen sie nordische Mythologie, das Leben auf See, Abenteuer und Gemetzel in fernen Landen - was ihnen immer wieder den Ruf als Speerspitze des Viking Metals einbringt. Das lehnen die Nordmänner aber ab, ist doch nicht klar, was Viking Metal überhaupt sein soll.
Musikalisch setzen sie auf ein treibendes Schlagzeug, das sich auch in Midtempo-Gefilden wohlfühlt, gurgelndes Donnergrollen aus den Tiefen von Heggs Hals und verspielte Gitarren, die mitunter ins Melancholische abdriften. Auf den jüngeren Alben kam mitunter das Gefühl auf, dass die Metalhelden nicht mehr das schärfste Schwert schwingen und sich lieber auf dem Ruhm vergangener Tage ausruhen. Mit ihrem Anfang Oktober erschienenen 13. Streich "The Allfather Awakens" versetzten sie der langsam überhandnehmenden Einfallslosigkeit aber einen kräftigen Hieb.
So starteten sie am Dienstag mit dem neuen, kräftigen "Gjallarhorn" in ihr rund 20 Songs zählendes Set. Auch Tracks wie "Eight Legs of Thunder" und "We Rule the Waves" mit Mitgrölpart ("We are, we are Vikings. From cradle until the grave") verdeutlichten, dass in dieser Band noch die Kraft ihres namensgebenden Schicksalsbergs brodelt. Richtig aufhorchen ließ aber ausgerechnet das ruhigste Stück vom neuen Album: "Upphaf". Dafür erfolgte erstmals in der Bandgeschichte der Griff zur Akustikgitarre. Auf der Bühne macht man es sich dafür rund um eine Feuerschale gemütlich. Hegg brüllt sich dabei ausnahmsweise nicht die Seele aus dem Leib, sondern setzt auf hymnisches Summen und Grummeln.
Die Atempause währte nicht lange, galt es doch auch mächtige Brecher wie das ein Vierteljahrhundert alte "Death in Fire" oder die Überhits "Guardians of Asgaard" und "Twilight of the Thunder God" unterzubringen. Bei den Metalheads gab es da kein Halten mehr: Wall of Deaths, Circle Pits und kollektives Rudern am klebrigen Boden wechselten sich ab. Wikingertest bestanden, lobte Hegg freudestrahlend die lautstarke Menge.
(Von Lukas Wodicka/APA)
