ABO

Milo Rau, der ewige Provokateur

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
24 min
Artikelbild
©Matt Observe

Die Wiener Festwochen begehen den Fünfundsiebziger. Was 1951 als zukunftweisendes Hochkulturfestival gegründet wurde, wäre zuletzt beinahe zur Tourneestation für abgestorbene Avantgarde von gestern degeneriert. Milo Rau hält mit radikalen Methoden dagegen: Der politische Tumult, zuletzt um eine Palästina-Resolution, ist Gestaltungsprinzip.

Als der Schweizer Milo Rau im Frühjahr 2024 die Wiener Festwochen übernahm, waren sie schon fast tot: 1951 als Hochkulturfestival mit Zukunftsblick gegründet, waren sie 2017 ohne Not zur publikumsvertreibenden Tourneestation abgespielter Avantgarde umgewidmet worden.

Dabei hatten die Festwochen zuvor endlos geblüht: 2000 stellte Christoph Schlingensief der schwarz-blauen Regierung mit Skandalfolge einen Container vor die Oper, aus dem nach „Big Brother“-Verfahren Flüchtlinge außer Landes gewählt wurden. Aber gleichzeitig inszenierte Intendant Luc Bondy Tschechows „Möwe“ auf die Höhe der Schauspielkunst. Beide Produktionen werden heuer im Jubiläumsprogramm „Das beste Stück aller Zeiten“ gewürdigt.

Rau feiert damit den Fünfundsiebziger des Festivals, das er 2024 radikal aus der Antriebslosigkeit befreit hat: Gleich regierte politischer Tumult. Auf Verlangen einer ukrainischen Dirigentin wurde der bedeutendere Kollege Teodor Currentzis wegen Putin-Nähe aus dem Programm geworfen. Dafür durften sich propalästinensische Aktivisten produzieren. Und als Rau im vergangenen Oktober die Elite deutschsprachiger Kultur brieflich zum Auftreten gegen die israelische Regierung aufforderte, antworteten ihm Größen wie Elfriede Jelinek in großer Schärfe.

Blurred image background

Milo Rau im Interview mit News-Redakteur Heinz Sichrovsky

 © Matt Observe

Herr Rau, können Sie mir das Alleinstellungsmerkmal der Festwochen beschreiben?

Sicher. 1951 war die Nazi-Zeit vorbei, aber die Nazis sind noch überall herumgekrochen. Da hat man versucht, sich der Welt zu öffnen, indem man an das angeknüpft hat, was im Faschismus zerstört wurde: Wien als Welthauptstadt der Moderne, als globaler Hotspot der Musik und des Theaters. Das war der zweite große Moment einer Festivalgründung in Österreich: Salzburg nach dem Ersten und Wien nach dem Zweiten Weltkrieg.

Aber wo bleibt heute die Mischung aus Avantgarde und klassischer Hochqualität? Inflationieren Sie nicht die Provokation? Warum holen Sie nicht eine gefeierte Operninszenierung von Andrea Breth aus Aix oder München?

Wir haben auf der klassisch-experimentellen Seite zum Beispiel Bob Wilson, Romeo Castellucci und vor allem den „Parsifal“ von Susanne Kennedy. Der „Möwe“ von Bondy huldigen wir im „Besten Stück aller Zeiten“, wie auch dem Container von Schlingensief. Wir bei den Festwochen stehen ja auf den Schultern von Riesinnen und Riesen. Und zudem: Ich bin nun mal Traditionalist und selbst Regisseur, weshalb mir das Theater existenziell alles bedeutet. Wir haben aktuell die höchste Zahl an Uraufführungen und Koproduktionen in der Geschichte der Festwochen. Wir wollen nicht Abspielort, sondern Ort der Schöpfung sein. Wie es sich für das größte Experimental-Festival der Welt gehört.

Nun sind Sie jemand, der unablässig gegen das Elend der Welt anspielt …

… und ihre Schönheit aufruft!

Freilich. Aber haben Sie eine derart bedrohliche Zeit wie die heutige für möglich gehalten?

Nein. Ich komme aus der Generation, die dahingehend erzogen wurde, dass die Geschichte vorbei ist, die Autokratie verloren hat und wir jetzt Business und Kulturaustausch machen und an unserer Rhetorik feilen. Dann hat sich herausgestellt, dass die Autokraten keineswegs tot sind, dass die Demokratie im Schwinden begriffen ist und wir, die Nachwende-Generation, die nie Faschismus oder Krieg erlebt hat, plötzlich das Grundgesetz gegen extrem rechte Parteien verteidigen müssen. Ich wurde zur Dekonstruktion erzogen: Kapitalismus, Kanon, parlamentarische Demokratie – das alles sollte kritisiert werden. Heute sage ich: Stopp, ich finde die liberale Demokratie, das Grundgesetz und die Tradition ziemlich geil.

Als ich nach Wien kam, dachte ich mir: Was wäre, wenn man dieses wunderbare, aber uneingelöste moderne Versprechen einer Demokratie der Künste nochmals zurückbringt?

Milo Rau
Bild
 © Matt Observe

Und wie reagieren Sie konkret?

Indem ich in die Institutionen reingehe, erst am Genter Theater und seit drei Jahren in Wien. Indem ich, simpel gesagt, angefangen habe, in künstlerischen Leitungen zu arbeiten, mich in den Maschinenraum der Kulturpolitik zu begeben.

Um was zu erreichen?

Erstens, dass diese Institutionen weiter existieren. Denn seit über zehn Jahren wird ja überall gekürzt, die öffentliche geförderte Kultur wird grundsätzlich infrage gestellt, von linker wie von rechter Seite. Ich versuche, durch Schönheit und Skandal die Mitte zu verteidigen, an diesem geografischen Ort, der um 1900 plötzlich die Metropole der Moderne von Freud bis Schönberg wurde. Aber vergessen wir nicht: Auch der Faschismus wurde in Wien maßgeblich erfunden. Dann kamen zwei Weltkriege, dann die große Emanzipation und schließlich, in meiner Jugend, die postmoderne Dekonstruktion. Als ich nach Wien kam, dachte ich mir: Was wäre, wenn man dieses wunderbare, aber uneingelöste moderne Versprechen einer Demokratie der Künste nochmals zurückbringt? Deshalb die Freie Republik Wien. Ich glaube, jetzt ist der Moment, wo wir unsere künstlerischen und politischen Institutionen von innen her demokratisieren müssen – sonst gehen sie unter. In meinem ersten Jahr hatten wir Aufregung und Chaos, jetzt ist es ruhig und anstrengend, wir haben Arbeitsgruppen und arbeiten rund um die Uhr am Festival der Zukunft. Welche Strukturen, welche Quoten, welchen Code of Conduct wollen wir haben? Wenn nicht alle Institutionen – jedenfalls die großen, auch die Salzburger Festspiele oder der ORF – ganz grundsätzlich wiedergeboren werden, werden sie verschwinden. Ich kann nicht einfach unter allem wegtauchen, sonst geht es uns wie in Russland: Da ist die Kunstfreiheit langsam abgebaut worden. Und heute leben meine Freunde Marina Davydova und Kirill Serebrennikov im Exil.

Bei uns erreicht die FPÖ Rekordwerte. Steuern wir auch der Relativierung des demokratischen Grundkonsenses entgegen? Und was tun?

Ich habe da zwei Erfahrungen gemacht. Die eine ist der Minimaldissens unter den Gutmeinenden: Oft sind uns kleine Meinungsverschiedenheiten wichtiger als die großen, entscheidenden Fragen. Die zweite Erfahrung ist, dass sich die Menschen in ihre Bubbles zurückziehen und nicht mehr bereit sind, zu kämpfen. Wenn ein Rechter zur Tür reinkommt, dann ducken sich die Liberalen weg und hoffen, es gibt keinen Streit. Aber wir können nicht in unseren Safe Spaces überwintern, bis draußen der Faschismus gewonnen hat.

In Wien wird die Kultur schwer gekürzt, aber die Festwochen verlieren nichts. Ist das gerecht?

Das Wiener Kulturleben ist ein Organismus. Da jetzt zum Beispiel das Theater an der Wien Geld verliert, müssen wir als Festwochen einspringen. Wir bespielen das Haus nach mehreren Jahren wieder konsequent im Frühjahr. Das gilt auch für andere Partner wie das Bitef-Festival in Serbien, das komplett implodiert ist – und von dem wir eine Produktion übernehmen.

Und die Kürzungen insgesamt?

Dass gekürzt werden muss, ist ja nicht die Entscheidung derer, die diese Kürzungen umsetzen müssen. Es geht gewissermaßen darum, von mehreren schlechten Entscheidungen die beste zu wählen. Man beschneidet die großen Institutionen ein bisschen, aber zerstört sie nicht. Dann gibt es härtere Entscheidungen: Also Initiativen, die man besser ganz schließt, als sie langsam zu Tode zu sparen. Grundsätzlich halte ich es allerdings für falsch, in Wien die Kultur überhaupt zu kürzen. Was außer Theater, Musik und Kunst hat Wien denn zu bieten? Große Textilfabriken? Eine boomende IT-Branche? Einen überragenden Fußballclub? Wir haben nur die Kultur. Und daran hängt der Tourismus, Hunderttausende Jobs, der Name Wiens insgesamt. Du schneidest direkt in das Wesen und in die Seele Wiens, wenn du in die Kultur hineinschneidest.

Elfriede Jelinek kann 500 Briefe gegen mich unterschreiben, ich werde sie und ihr Werk immer lieben. Aber meinen Gaza-Brief hat sie wohl nur kursorisch gelesen, wie die anderen

Milo Rau

Lassen Sie uns zu einer Ihrer zentralen Krisenmaterien kommen, dem Komplex Israel-Palästina. Es fordern gerade 1.000 Künstler, Israel vom Song Contest auszuschließen, während weitere 1.000 gegen diese Forderung unterschreiben. Wo stehen Sie da?

Der Song Contest ist ein nationales, vielleicht sogar nationalistisches Event: Hier lassen sich Nationen durch Sängerinnen und Sänger repräsentieren, die Nationen geben Stimmen ab. Das ist ein Fakt, da muss man über den Ausschluss eines Landes diskutieren dürfen. Russland wurde ja ausgeschlossen nach dem Angriff auf die Ukraine. Im Fall Israels wurde das im letzten Herbst diskutiert, die Entscheidung war: Israel bleibt dabei. Es ist ein Teil unserer Demokratie, dass wir diese Debatten führen. Allerdings bin ich prinzipiell dagegen, Künstler für ihre Regierungen zu bestrafen. Weshalb wir ja einen dissidenten israelischen „Richard III.“ letztes Jahr bei uns hatten und dieses Jahr eine Diskussionsveranstaltung zu genau dieser Frage: Was bringt Kulturboykott? Was verhindert er? Ich persönlich denke, man muss zwischen Menschen und Regierungen unterscheiden. Das gilt auch für Russland. Kürzlich habe ich eine öffentliche Diskussion im ukrainischen Nationaltheater geführt. Man hat mir vorgeworfen, Whitewashing Russlands zu betreiben, weil ich ein Freund der Dissidenten Pussy Riot und Marina Davydova bin.

Das ist doch pervers.

Nein, so ist das im Krieg. Und ich versuche immer zu vermitteln, weil es immer zwei Seiten gibt. Auf beiden Seiten gibt es gute, demokratische Strömungen, in jeder Diktatur gibt es Dissidenten, die man unterstützen muss. Nichts anderes habe ich auch in meinem berühmten Gaza-Brief geschrieben, den leider niemand richtig gelesen hat.

Der wurde schon gelesen. Die Elite der Kunst hat sich daraufhin gegen Sie erklärt, weil Sie ihr vorgeworfen haben, nicht gegen sogenannte Kriegsverbrechen der israelischen Regierung zu protestieren. Auch Elfriede Jelinek hat unterschrieben.

Ja, und sie kann 500 Briefe gegen mich unterschreiben, ich werde sie und ihr Werk immer lieben. Aber ich vermute: Sie hat meinen Gaza-Brief, der auf dem Höhepunkt des Krieges in 14 Ländern erschienen ist, tatsächlich nur kursorisch gelesen, wie die anderen Unterzeichner leider auch. Denn ich sage darin eine Sache sehr klar: Es findet ein schreckliches Massaker statt, und ich stehe an der Seite der israelischen und der palästinensischen Zivilgesellschaft. Menschlichkeit hat keine Seite – also lasst uns diesen Krieg im Namen der Menschlichkeit beenden! Aber ich hatte das Lagerdenken unterschätzt: Mir wurde vorgeworfen, dass ich sowohl die Hamas wie Netanjahu kritisiert und mich nicht entschieden habe. Aber wie soll man sich denn entscheiden, wenn auf allen Seiten Gräuel stattfinden? Soll ich aufhören, Verbrechen zu benennen? Mir wird ja auch in Russland vorgeworfen, ich sei Russland-Hasser, ich habe dort sogar Einreiseverbot. Jetzt mal ehrlich: Hasse ich die Russen, wenn ich Putin kritisiere? Hasse ich den Iran, wenn ich die Mullahs anklage?

Künstler bestimmter Länder müssen also gegen die Regierung auftreten, um von Ihnen akzeptiert zu werden? Ist das nicht viel verlangt von Menschen, die daheim Familie haben, die sie damit in Gefahr bringen? Kann man nicht einfach ein großartiges Konzert mit Werken von Mozart oder Chopin spielen?

Wenn man jemanden einlädt, der von Russland unterstützt wird und nichts Eindeutiges zu den Kriegsverbrechen in der Ukraine sagt, dann ist das Resultat Whitewashing Putins. Nehmen Sie einen klassischen Fall: Leni Riefenstahl. Sie war auch immer nur Künstlerin, verliebt in die Schönheit. Oder Gründgens, der „Mephisto“ bei Klaus Mann – auch er war nur Opportunist, wollte inszenieren. Aber ganz egal, ob ein Künstler das will oder nicht: Er wird zum Vertreter seines Regimes, wenn er sich von ihm aushalten lässt. Stellen wir uns zum Spaß mal vor, Deutschland marschiert in der Schweiz ein und bringt 100.000 Leute um. Und dann singt ein Deutscher ein wunderschönes Lied über den Frieden, die Alpen und den Bodensee. Da würde man doch erwarten, dass diese Person etwas dazu sagt, was gerade in der Wirklichkeit geschieht. Umgekehrt gedacht: Den Druck, den bekannte, einflussreiche Künstler auf ein Regime ausüben können, ist gewaltig. Man muss nicht Thomas Mann oder Bertolt Brecht sein, die Hitler offen kritisiert haben. Man muss nicht so mutig sein wie Pussy Riot oder Femen. Aber ganz zu schweigen?

Wir lenken gerade von Israel ab. Ist es nicht so, dass Österreich und Deutschland jedes Recht verwirkt haben, sich in dieser Frage zu exponieren?

Na ja, ich glaube, dass in keinem anderen Land mehr darüber gesprochen wird, was und wie man Israel und seine Politik zu beurteilen habe, als in Deutschland oder Österreich. Das habe ich ja selbst zu spüren bekommen. Ich bin Schweizer, und wie mir meine zahlreichen israelischen Freunde immer wieder erzählen: Netanjahu braucht den Krieg, um an der Macht zu bleiben, und damit zerstört er sein eigenes Land. Der Holocaust ist das größte Verbrechen aller Zeiten, das Existenzrecht Israels ist unhinterfragbar. Und gerade deshalb braucht die israelische Zivilgesellschaft unsere Unterstützung in ihrem Wunsch nach Frieden. Wie auch die Bevölkerungen des Iran, Palästinas und so weiter.

Dann kommen wir zu den Salzburger Festspielen. Markus Hinterhäuser, der Ihre Freundin Marina Davydova als Schauspielchefin in Salzburg entlassen hat, wurde jetzt wegen mangelnden Wohlverhaltens hinausgeworfen. Wo stehen Sie da?

Ich sage das jetzt ganz allgemein, ohne Hinterhäuser je begegnet zu sein: Wenn sich ein bestimmter Umgang mit Menschen über Jahre fortsetzt, wird er irgendwann problematisch. Aber: Eine Intendanz bedeutet auch unglaublich viel Nervkram, da flippt man manchmal aus, das verstehe ich natürlich auch. Nur ist es nicht tolerierbar und es wird auch heute ganz anders auf solches Verhalten reagiert.

Flippen Sie selbst denn nie aus?

Nur noch selten. Aber bei meiner ersten Intendanz in Gent schon, weil ich ja in Deutschland künstlerisch erzogen worden bin. Da hieß es immer: Wer nicht schreit, hat keine Vision! Es zählt nur die Kunst! Das war die Zeit Schlingensiefs, Castorfs, Zadeks. Dann kam ich nach Gent, da sprachen alle ganz leise. Meine Produktionsleiterin sagte mir: Milo, wenn du tobst, wirkst du einfach nur unsicher und kindisch. So bin ich entspannter, großzügiger geworden. Wenn man sich darauf nicht verständigen kann, fragt sich natürlich der Verwaltungsrat, ob eine Künstlernatur für dieses Maß an Bürokratie geeignet ist, die eine Intendanz mit sich bringt. Viele Entscheidungen sind Kompromisse, finanziell oder politisch. Das gilt auch fürs Programm: Ich zeige Sachen, die objektiv super sind, die aber künstlerisch nicht unbedingt meinen privaten Geschmack treffen. Das ist als Künstler nicht immer leicht zu akzeptieren. Auf der anderen Seite entsteht immer, wenn Politik in die Kultur eindringt, wie in Salzburg, ein riesiger Scherbenhaufen. Wie man Hinterhäuser hinausgeworfen hat, war absolut nicht okay. Und dass Karin Bergmann, die er geholt hat, woraus man ihm dann den Strick gedreht hat, jetzt seine Nachfolgerin wird – das ist natürlich völlig absurd.

Hätten Sie an Bergmanns Stelle das Angebot angenommen?

Es gab schon viele Situationen in meinem Leben, in denen Loyalitäten gegeneinanderstanden. Ich habe die betreffenden Personen dann angerufen und gefragt, ob sie ein Problem mit dieser oder jener Entscheidung haben. Wenn das so war, habe ich mich zurückgezogen – ist ja klar.

Jetzt von neutralem zu neutralem Land gefragt: Wie stehen Sie denn zu unserer massiven Aufrüstung, zu Tendenzen, sich der NATO anzunähern?

Ich bin gegen Krieg und für Neutralität. Wenn Länder wie die Schweiz und Österreich in Europa zu einem Disneyland werden, in dem Kultur und Tourismus gepflegt werden, bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Ich bin immer noch für das „Ende der Geschichte“, auch wenn es nicht geklappt hat. Dass wir jetzt irgendwie zu einem großen Machtblock werden müssen, mit NATO, Atomwaffen und allem, da will ich schlichtweg nicht dabei sein. Ich bin bereit zu Widerstand, ist ja klar – deshalb all die Einreisesperren, Skandale, Auseinandersetzungen. Ich will aber auch in keinem neuen Imperium leben.

Das Programm

Steckbrief

Milo Rau

Geboren am 25. Jänner 1977 in Bern, studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik, war Reisejournalist und begann 2002 mit Theatertexten und Aktionen, die mehrfach auch zu den Festwochen gelangten. Intensive Regie- und Lehrtätigkeit. 2018 bis 2024 Intendant in Gent, seit 2024 der Wiener Festwochen. Wohnt mit Lebenspartnerin und zwei Töchtern in Wien und Köln.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 18/2026 erschienen.

Über die Autoren

Logo
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER