Mit „Una mujer fantástica“ holte Sebastián Lelio den Oscar nach Chile, mit „Gloria“ und „The Wonder“ wurde er international bekannt. Was über seinen Tod bekannt ist und welche Filme sein Werk prägen.
Der chilenische Filmregisseur Sebastián Lelio ist tot. Er starb am Freitag, 6. November, im Alter von 52 Jahren in seinem Haus in Santiago de Chile. Seine Familie gab den Tod bekannt und teilte mit, Lelio sei „aus gesundheitlichen Gründen“ gestorben. Weitere Angaben zur Todesursache machte sie nicht. Laut Berichten aus Chile hat die Staatsanwaltschaft Erhebungen zu den genauen Umständen aufgenommen.
Lelio war der Regisseur von „Una mujer fantástica“. Das Drama wurde bei der 90. Oscar-Verleihung 2018 als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Laut dem chilenischen Kulturministerium war es der erste chilenische Spielfilm, der einen Oscar gewann.
Wofür Sebastián Lelio bekannt wurde
Geboren wurde Sebastián Lelio Watt am 8. März 1974 im argentinischen Mendoza, aufgewachsen ist er in Chile. Nach seinem Spielfilmdebüt „La Sagrada Familia“ aus dem Jahr 2005 folgten „Navidad“, das 2009 in Cannes Premiere feierte, und „El año del tigre“ aus dem Jahr 2011.
Den internationalen Durchbruch brachte „Gloria“. Der Film lief 2013 im Wettbewerb der Berlinale, Hauptdarstellerin Paulina García erhielt dafür laut Festivalarchiv der Berlinale den Silbernen Bären als beste Darstellerin, dazu kam der Preis der Ökumenischen Jury. Vier Jahre später war Lelio mit „Una mujer fantástica“ erneut im Berlinale-Wettbewerb. Er und Co-Autor Gonzalo Maza gewannen den Silbernen Bären für das beste Drehbuch, der Film erhielt außerdem den Teddy Award als bester Spielfilm, den queeren Filmpreis der Berlinale. Produziert wurde er unter anderem von den chilenischen Brüdern Juan de Dios und Pablo Larraín.
Welche Filme Lelio nach dem Oscar drehte
Nach dem Erfolg arbeitete Lelio vermehrt international und auf Englisch. 2017 entstand „Disobedience“, 2018 folgte mit „Gloria Bell“ eine englischsprachige Neufassung seines eigenen Films „Gloria“, 2022 dann das Historiendrama „The Wonder“.
Sein letzter Spielfilm „La ola“ entstand wieder in Chile. Er lief 2025 in der offiziellen Auswahl der Filmfestspiele von Cannes in der Reihe Cannes Première. Auch das Wiener Publikum kannte sein Werk: Die Viennale zeigte „La ola“ im Oktober 2025 im Urania-Kino und im Stadtkino im Künstlerhaus, zwei Jahre zuvor stand dort sein Debüt „La Sagrada Familia“ im Programm. Die Berlinale nahm „Una mujer fantástica“ heuer in ihre Jubiläumsreihe zum 40. Geburtstag des Teddy Award auf.
Wie Chile Abschied nimmt
Das chilenische Ministerium für Kultur, Kunst und Kulturerbe erklärte, Lelio habe mit Filmen wie „Gloria“ und „Una mujer fantástica“ das chilenische Kino auf internationale Bühnen gebracht und damit einen Meilenstein in der Geschichte des Filmschaffens im Land gesetzt. Seine Arbeit werde Teil des kulturellen Erbes Chiles bleiben.
Auch der frühere Präsident Gabriel Boric meldete sich zu Wort. Lelio hinterlasse „ein enormes Vermächtnis“, schrieb er, durch seine Kunst werde er weiter präsent sein. Die chilenische Filmakademie erklärte, die Erinnerung an ihn werde lebendig bleiben. Seine Produktionsfirma Fábula verabschiedete sich mit den Worten, seine Filme würden bleiben.
Quellen
Academy of Motion Picture Arts and Sciences: The 90th Academy Awards (2018)
Berlinale: Gloria, Programm 2013 (2013)
Berlinale: Una mujer fantástica, Programm 2017 (2017)
Festival de Cannes: La ola (2025)
Viennale: La ola (2025)
Weitere Quelle: BioBioChile, Muere Sebastián Lelio, director chileno ganador del Oscar por „Una mujer fantástica“ (6. November 2026)
