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Warum Sex für die Liebe so wichtig ist

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Monika Wogrolly

©Matt Observe

Alina erklärt, seit dem zweiten Kind sei die Leidenschaft erloschen. Und jetzt? Natürlich ist es gewünscht, sich dem Familienleben zu widmen. Wenn es dann aber gar keine Paarzeiten mehr gibt, wird die Liebe unbemerkt zum Auslaufmodell.

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Von einem Auslaufmodell der Liebe sind Paare betroffen, wenn sie nach dem ersten Liebesrausch immer weniger und irgendwann nichts mehr aktiv für ihr Liebesleben tun. Hier sind die zentralen Testfragen zur Bewusstmachung, wie es um Ihr Liebesleben steht:

1. Erinnerungen an Sex

Sie liegen oft lang zurück. Das wird häufig bagatellisiert, weil ja Kinder da sind und alles so viel und so stressig ist. Sex sei dann eben einfach nicht mehr so wichtig. „Warum suchen Sie dann eine Paartherapie auf?“ „Na ja, weil wir uns irgendwie auseinandergelebt haben.“ Und weil womöglich mit dem Ende der Leidenschaft die Trennung droht.

2. Warum verzichten?

Vielen wird das erst in einer Paartherapie bewusst: Der Verzicht auf Sexualität und Erotik als natürlichem Bindungskitt der Liebe. Denn wenn man sich gegenseitig nicht einmal mehr liebevoll berührt, wird auf die körpereigene Produktion des Bindungshormons Oxytocin verzichtet. Aber warum um Himmels willen verzichten Sie? Sie machen es sich doch unnötig schwer. „Keine Ahnung“, höre ich dann oft. Danach kommen nicht selten Erklärungen, manchmal Schuldzuweisungen.

3. Wie pflegen Sie Ihr Liebesleben?

Liebespflege? Nie gehört! Entweder es läuft, sagen viele, aber von allein. Oder man müsse im schlimmsten Fall in einer Paartherapie an der Beziehung herumdoktern. „Bitte helfen Sie uns“, heißt es dann, wenn die Liebe fast verglüht ist, der Hut brennt. Ja, wie kann ich helfen, wenn nur Wäsche, Auto, Couch, Geschirr, Schuhe und Fußböden gepflegt werden, das Liebesleben brachliegt wie ein verwildertes, unbewohntes Grundstück?

4. Was sind Ihre Wünsche?

Auf diese Frage reagieren viele zunächst unangenehm berührt. Ich betone, dass man sich das am besten selbst immer wieder einmal im Lauf des Lebens fragen soll. Nennen wir es ein Kooperationsmodell der Liebe. Es umfasst alles, was man dazu beitragen kann, damit es läuft: Miteinander reden, Interesse zeigen, neugierig bleiben, sexuelle Erwartungen und Wünsche teilen.

5. Was das Vermeiden bringt

Viele reagieren mit einem hilflosen Grinsen oder Achselzucken. Der Gewinn des Verzichts: Mehr Zeit für Beruf, Sport, Freunde. Das „Keine Zeit für die Liebe“Argument ist das wirklich fieseste von allen. „Dann nehmen Sie sich bitte Zeit, sonst ist es mit der Beziehungskarriere schnell vorbei. Oder zeigen Sie beruflich auch fast keinen Einsatz?“ Doch, heißt es dann, dort habe man keine Wahl und sei entsprechend motiviert und gefordert.

6. Was wird anders, wenn Sie lieben?

Vor der „Wunderfrage“ haben viele Angst. Angst vor Nähe, Abhängigkeit, Veränderung. Was wirklich anders wird, wenn Sie Sexualität nicht als Leistungssport betrachten, sondern sich auf natürliche Weise bewahren: Sie verlassen den Funktionsmodus und beginnen sich wieder besser zu spüren.

Denn Sex ist eben mehr, als viele denken: Eine Form der Verbindung, gegenseitiger Exploration, die immer neu angeheizt werden muss. Sonst liegt irgendwann das Glück in Asche, was doch wirklich schade wäre. Daher seien Sie nicht zu träge für die Liebe. Betrachten und nutzen Sie Berührungen und Sex wieder als Möglichkeit. Spielerisch, nicht im Wettbewerb, und lieber ruhig, vertrauensvoll und stressfrei.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 36/2026 erschienen.

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