Von Maria Lassnig über Hans Bischoffshausen bis hin zu Bruno Gironcoli: Eine neue Ausstellung im Künstlerhaus Wien zeigt die Vielfalt und internationale Strahlkraft der Kärntner Kunst nach 1945.
Kunst aus Kärnten ist weit mehr als der Nötscher Kreis. Von Maria Lassnig über Hans Bischoffshausen bis hin zu Peter Krawagna: Kärnten brachte im Laufe des letzten Jahrhunderts eine Vielzahl von bedeutenden und international einflussreichen Künstlerpersönlichkeiten hervor.
Um sie geht es in der neuen Ausstellung „From Carinthia“, die ab September im Künstlerhaus Wien zu sehen sein wird. In Zusammenarbeit mit dem Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK) ist eine Sammlung von den Werken bedeutender Kärntner Kunstschaffenden ab 1945 entstanden.
Kärnten als Hotspot verschiedener Kulturen
Meina Schellander, eine ausstellende Künstlerin, die mit ihren Plastiken durch ungewöhnliche Kombinationen von Aluminium, Nylon, Polyester, Acryl oder Gummi auffällt meint auf die Frage warum so viele bedeutende bildende Künstler:innen aus Kärnten stammen: „Das sind die zwei bis drei Landessprachen und die damit verbundenen verschiedenen Kulturen, die zusammenkommen. So wird Interesse evoziert und Kreativität beeinflusst. Wenn mehrere Kulturen aufeinandertreffen, besteht die Möglichkeit, dass der Mensch eine kreativere Basis bildet.“
Wenn mehrere Kulturen aufeinandertreffen, besteht die Möglichkeit, dass der Mensch eine kreativere Basis bildet.
Paris, Wien, New York
Monochrome strukturelle Reliefs à la Bischofshausen, spirituell wirkende Mosaike und Glasarbeiten von Valentin Oman oder Lassnigs berühmte Body-Awareness-Arbeiten: die zweite Nachkriegsgeneration moderner Künstler:innen aus Kärnten birgt eine Vielfalt von Ideen, Arbeitsweisen, Persönlichkeiten und Lebenswegen.
Bruno Gironcoli beispielsweise stattete 2003 mit seinen einzigartigen biomorph-technoiden Großskulpturen den Österreichischen Pavillon bei der Biennale in Venedig aus. Hans Bischoffshausen war in den 60er Jahren Teil der ZERO-Avantgarde Gruppe in Paris und das Umfeld der Galerie St. Stephan in Wien, zu dem Wolfgang Hollegha, Maria Lassnig und Kiki Kogelnik zählen wurde schon 1958 den abstrakten Expressionisten in New York vorgestellt.
Meina Schellander: Sigma
© F. NeumüllerWas können wir uns von Meina Schellanders arbeiten erwarten? „Das Objekt Sigma wird ausgestellt, die es kommt aus der Serie „Figur und Raum“. Außerdem sind grafische Arbeiten zu sehen. Die kommen aus der Serie „Zeit-Land-Anteil“. Da reagiert die innere Frequenz auf ein Foto eines Ausschnittes der Natur. Das ist eine Zeichnung auf Papier und da reagiere ich und beides wird gemeinsam nebeneinander kaschiert, meistens auf Alu, und mit Sichtkästen aus Acryl, die dazu dienen einen Raum zu imaginieren.“ Man kann also gespannt sein.
„From Carinthia“ ist von 4. bis 27. September 2026 im Künsterhaus Wien zu sehen.