Der von Martin Kusej aus der Burg gefeuerte, sehr vermisste Fabian Krüger kehrt für einen Sommer heim: In Perchtoldsdorf verkörpert er Till Eulenspiegel. Rückkehr an die Burg? Hängt von Direktor Bachmann ab.
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Ab 2. Juli verkörpert Fabian Krüger auf Burg Perchtoldsdorf Charles de Costers Till Eulenspiegel.
© Jan FranklAls sich Martin Kusej im Frühsommer ’24 aus der Burgtheaterdirektion zwangsempfahl, blieb das Bedauern überschaubar. Gerade konträr gestaltete sich die Gefühlslage fünf Jahre vorher: Mit Unverständnis verabschiedete das Fachpublikum den Deutschen Fabian Krüger, den Kusej, so wie andere Ensemblegrößen, mit Amtsantritt aus dem Haus befördert hatte. Ersetzt wurde er kaum: Solch ein Komödiant, funkelnd in vielen Farben des Hintersinns, ist nicht überall verfügbar. Selbst der große Kollege Michael Heltau äußerte sich empört, als er von Krügers Abgang erfuhr.
Ich würde gerne wieder am Burgtheater spielen
Jetzt kehrt der mittlerweile 54-Jährige zumindest ins Umland zurück, und auch das nur für einen Sommer: Ab 2. Juli verkörpert Krüger auf Burg Perchtoldsdorf Charles de Costers Till Eulenspiegel. Klar, dass man da gleich fragt, ob nicht mehr zu erwarten sei. Ob denn überhaupt die Bereitschaft zur Heimkehr bestehe? „Ich würde gerne wieder am Burgtheater spielen“, antwortet er da schlicht.
Zuletzt war er am Theater Basel engagiert, auch der in der Schweiz logierenden kleinen Tochter zuliebe. Jetzt? Ist er frei und rückkehrwillig. Wobei das Vergnügen ganz gegenseitig wäre, wenn man sich nur an seinen furiosen „Revisor“ unter Alvis Hermanis erinnert.
Das Narrentum muss wichtiger für uns werden, damit nicht immer nur die Ideen der Bereicherung, des materiellen Glücks, des Erfolgs vorherrschen

Das Gespräch wendet sich dem Anlass zu, der Bühnenadaption von Charles de Costers flämischem Nationalepos. Daniel Kehlmann charakterisierte im News-Interview für seinen Roman „Tyll“ diese Figur so: „Till ist eine Symbolfigur, ohne dass man genau sagen könnte, wofür. So unabhängig ist er, so unbeugsam! Wenn er für die Kunst steht, dann jedenfalls nicht für deren pädagogische, gesellschaftstaugliche Seite, sondern für das anarchische und gefährliche Element, das sie immer auch hat.“
Erinnert uns das nicht an die aktuelle Malaise theatraler Hirnüberlast? Krüger: „Das deutsche Theater tut sich heute schwer. Es hatte immer das Bedürfnis, seine Väter zu töten. Es gibt keinen Zugang mehr zu einer Tradition, denn die, meint man, sei bieder. Dabei ist sie absolut essenziell.“
Und zum großen Ganzen: „Wir brauchen heute solche Narren wie Till. Das Narrentum muss wichtiger für uns werden, damit nicht immer nur die Ideen der Bereicherung, des materiellen Glücks, des Erfolgs vorherrschen.“
Und Narren sprechen bekanntlich immer die Wahrheit.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 26/2026 erschienen.







