Park City, 19. Oktober 2026: US-Präsident Donald Trump ruft bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Heartland Credit Union Arena in Park City im US-Bundesstaat Kansas, einem Vorort von Wichita.
©APA-Images, AFP, KENT NISHIMURAAm 3. November entscheiden die Midterms über die Mehrheit im Kongress und damit über die zweite Hälfte von Donald Trumps Amtszeit. Der Weg des Immobilienunternehmers und Reality-Stars zum 45. und 47. Präsidenten der USA.
Am Dienstag, dem 3. November 2026, entscheiden die Wählerinnen und Wähler in den USA, mit welchem Kongress Donald Trump die zweite Hälfte seiner Amtszeit regiert. Die Zwischenwahlen, im Englischen Midterms genannt, sind laut der US-Bundeswahlbehörde FEC der nächste reguläre Termin für Bundeswahlen und die erste landesweite Abstimmung seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus.
Trump hat den Wahlkampf zur Chefsache gemacht. Im Oktober trat er bei Kundgebungen in Ohio, Texas und Kansas auf, um republikanische Kandidatinnen und Kandidaten zu unterstützen. Für den 80-Jährigen, der schon einmal 45. Präsident war, geht es um die Frage, ob er seine Politik von Zöllen bis Steuersenkungen mit einem republikanischen Kongress fortsetzen kann oder ab Jänner 2027 mit einer Mehrheit der Demokraten in mindestens einer Kammer verhandeln muss.
Was bei den Midterms auf dem Spiel steht
Gewählt werden laut dem offiziellen Regierungsportal USA.gov alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel des Senats. Nach der Mitgliederliste des US-Senats enden die Mandate der 33 Senatorinnen und Senatoren der sogenannten Klasse II mit dem Ende des 119. Kongresses am 3. Jänner 2027.
Im Repräsentantenhaus sind die Verhältnisse besonders knapp. Laut der Pressestelle des Repräsentantenhauses stellen die Republikaner 218 Abgeordnete, die Demokraten 214, dazu kommen ein Unabhängiger und zwei unbesetzte Sitze. Schon wenige verlorene Wahlkreise könnten den Demokraten die Mehrheit in jener Kammer bringen, die über Budget, Gesetze und Untersuchungsausschüsse mitentscheidet.
Besonders genau wird das Rennen in Texas beobachtet, wo der Republikaner Ken Paxton und der Demokrat James Talarico um einen Sitz im US-Senat kämpfen. Trump warb am 7. Oktober bei einer Kundgebung im Freeman Coliseum in San Antonio persönlich für Paxton. Am 19. Oktober sprach er in Park City im Bundesstaat Kansas vor Anhängerinnen und Anhängern.
Donald Trump trifft am 7. Oktober 2026 zu einer Wahlkampfveranstaltung für den republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton im Freeman Coliseum in San Antonio, Texas, ein.
© APA-Images, AFP, MANDEL NGANHerkunft: Sohn eines New Yorker Immobilienentwicklers
Donald John Trump wurde am 14. Juni 1946 in Queens, New York, geboren, als viertes von fünf Kindern von Fred und Mary Trump. Sein Vater war bereits ein erfolgreicher Immobilienentwickler in New York City. Nach dem Abschluss an der Wharton School der University of Pennsylvania im Jahr 1968 trat Trump, so seine offizielle Biografie des Weißen Hauses, in die Fußstapfen seines Vaters und stieg in das Immobiliengeschäft ein.
Donald Trump mit seinen Eltern Mary und Fred Trump.
© ZUMA PressImmobilienmogul, Bestsellerautor und Reality-Star
In den folgenden Jahrzehnten baute Trump ein Imperium aus Luxusimmobilien, Hotels und Casinos in New York und Atlantic City auf. Sein Name wurde zur Marke, der Trump Tower an der Fifth Avenue zu ihrem Wahrzeichen. Laut Weißem Haus hat er mehr als 14 Bestseller geschrieben, den Anfang machte "The Art of the Deal".
Landesweit berühmt machte ihn ab 2004 die Reality-Show "The Apprentice", in der sein Satz "You're fired!" ("Sie sind gefeuert!") zum geflügelten Wort wurde. Dazu kamen Gastauftritte in Film und Fernsehen, etwa in "Kevin allein in New York" und in der Serie "Die Nanny". In der Zeichentrickserie "Die Simpsons" tauchte er bereits im Jahr 2000 als früherer Präsident auf, lange bevor er tatsächlich kandidierte.
Werbung für die TV-Show "The Apprentice" am Trump Tower in New York.
© Levine-RobertsErste Amtszeit als 45. Präsident
Nach einem kurzen Anlauf 1999 kündigte Trump 2015 seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner an. Mit dem Slogan "Make America Great Again", einer harten Einwanderungspolitik und dem Versprechen, Handelsabkommen neu zu verhandeln, gewann er im November 2016 gegen die Demokratin Hillary Clinton. Es war, wie das Weiße Haus hervorhebt, seine erste Kandidatur für ein politisches Amt überhaupt.
In seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 erhöhte Trump Zölle gegenüber China und der Europäischen Union, setzte eine große Steuerreform mit niedrigeren Unternehmenssteuern durch und zog die USA aus dem Pariser Klimaabkommen und dem Atomabkommen mit dem Iran zurück. Seine Nutzung sozialer Medien, um Botschaften zu verbreiten und politische Gegner anzugreifen, sorgte weltweit für Aufsehen.
Die Wahl 2020 verlor er gegen den Demokraten Joe Biden. Seine Weigerung, das Ergebnis anzuerkennen, mündete am 6. Jänner 2021 in den Sturm seiner Anhängerinnen und Anhänger auf das Kapitol in Washington. Am 20. Jänner 2021 übergab Trump das Amt an Biden.
Donald Trump am Tag seiner Vereidigung als 45. Präsident der Vereinigten Staaten im Jänner 2017.
© USA TODAY NetworkIn seiner ersten Amtszeit empfing Donald Trump den damaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz im Weißen Haus.
© ZUMA PressProzesse und Vorwürfe
Zwischen seinen Amtszeiten sah sich Trump mehreren Straf- und Zivilverfahren gegenüber. Am 30. Mai 2024 sprach ihn eine Geschworenenjury in New York in 34 Anklagepunkten der Fälschung von Geschäftsunterlagen im Zusammenhang mit einer Schweigegeldzahlung schuldig. Er war damit der erste ehemalige US-Präsident, der wegen einer Straftat verurteilt wurde. Am 10. Jänner 2025, zehn Tage vor seiner zweiten Amtseinführung, verhängte das Gericht eine Strafe ohne Auflagen.
Seit Jahrzehnten begleiten Trump zudem Vorwürfe mehrerer Frauen wegen sexueller Übergriffe. Trump hat diese Vorwürfe ebenso wie die Strafverfahren stets zurückgewiesen und als politisch motiviert bezeichnet.
Comeback 2024 und zweite Amtszeit
2024 gelang Trump ein Comeback, das in der US-Geschichte selten ist. Bei der Präsidentschaftswahl im November setzte er sich gegen Vizepräsidentin Kamala Harris durch, laut dem Nationalarchiv der USA mit 312 zu 226 Stimmen im Wahlleutegremium. Sein Vizepräsident ist JD Vance. Am 20. Jänner 2025 wurde Trump, wie der Kongressausschuss für die Amtseinführung festhält, im Kapitol als 47. Präsident vereidigt.
Das wichtigste Instrument seiner zweiten Amtszeit sind Zölle. Noch Ende Oktober 2026 unterzeichnete Trump weitere Anordnungen, etwa zur Einfuhr von Robotik und Industriemaschinen, wie die Übersicht der Präsidialerlasse zeigt. Innenpolitisch brachte er mit dem republikanisch geführten Kongress den One Big Beautiful Bill Act durch, ein umfangreiches Steuer- und Ausgabengesetz, das das Weiße Haus als Steuerentlastung für arbeitende Familien bewirbt.
Außenpolitisch nimmt die Regierung für sich in Anspruch, mit einer Doktrin des "Friedens durch Stärke" acht Kriege beendet zu haben. Diese Bilanz ist politisch umstritten. Ende September 2026 empfing Trump Chinas Präsidenten Xi Jinping zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Washington, mit Gesprächen im Oval Office und einem Staatsbankett im Weißen Haus. Für die Midterms ist entscheidend, ob die Wählerinnen und Wähler diese Politik bestätigen oder ihm im Kongress ein Gegengewicht setzen.
Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping bei einem bilateralen Gespräch im Oval Office des Weißen Hauses am 24. September 2026.
© AFP, APA, BRENDAN SMIALOWSKIDonald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Vandalia im Bundesstaat Ohio am 3. Oktober 2026.
© AFP, APA, BRENDAN SMIALOWSKIFamilie und Bezug zu Europa
Trump war dreimal verheiratet: mit Ivana Trump, die 2022 starb, mit Marla Maples und seit 2005 mit Melania Trump. Die First Lady wurde laut Weißem Haus am 26. April 1970 in Slowenien geboren und ist erst die zweite First Lady, die außerhalb der USA zur Welt kam. Über sie hat Trump eine familiäre Verbindung in die unmittelbare Nachbarschaft Österreichs.
Aus den drei Ehen stammen fünf Kinder: Donald Jr., Ivanka und Eric aus der Ehe mit Ivana, Tiffany aus der Ehe mit Marla Maples und Barron aus der Ehe mit Melania. Laut Weißem Haus hat Trump elf Enkelkinder. Seine Söhne Donald Jr. und Eric leiten seit seinem ersten Amtsantritt das Familienunternehmen Trump Organization.
Donald Trump mit seiner ersten Ehefrau Ivana, die 2022 starb.
© MediaPunchDonald Trump mit seiner Ehefrau Melania und dem gemeinsamen Sohn Barron.
© Newscom WorldSteckbrief
Name
Donald John Trump
Geboren
14. Juni 1946 in Queens, New York
Ausbildung
Wharton School der University of Pennsylvania, Abschluss 1968
Beruf
Unternehmer, Fernsehmoderator, Politiker (Republikaner)
Ämter
45. Präsident der USA 2017 bis 2021; 47. Präsident der USA seit 20. Jänner 2025
Wahlen
Präsidentschaftswahlen 2016 und 2024 gewonnen (2024: 312 zu 226 Wahlleute), 2020 verloren
Familie
seit 2005 verheiratet mit Melania Trump, fünf Kinder, elf Enkelkinder
Quellen
Weißes Haus: Donald J. Trump, 45th & 47th President of the United States (2026)
National Archives: 2024 Electoral College Results (2025)
Federal Election Commission: Election results and voting information (2026)
House Press Gallery: Party Breakdown, 119th Congress (2026)
US-Senat: Class II Senators (2026)
Quelle: APA
