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Es geht los mit der bereits bekannten erdigen Bluesnummer "Rough and Twisted", gefolgt vom dynamischen, eingängigen Rocker "In The Stars", dem Zwilling zu "Angry" von "Hackney Diamonds", ebenfalls bereits ausgekoppelt. Es schleicht sich sogleich das soulige "Jealous Lover" mit Falsettgesang an. Mick Jaggers Stimme klingt über das gesamte Werk - von Andrew Watt modern, aber nie an Trends angebiedert produziert - im Gegensatz zu vielen Kollegen seines Alters kein bisschen in die Jahre gekommen. Die ersten drei Tracks verdeutlichen, in welche Richtung es auf "Foreign Tongues" geht: in Richtung typisch Stones (vor allem der Zeit ab den 70ern), aber ohne Retro-Patina.
Das stampfende, groovende "Mr. Charm" mit Blues-Touch ist ein großer Spaß und sollte wohl niemanden still sitzen lassen. Jagger läuft auch textlich einmal mehr zur Hochform auf, was ebenso für die Gitarrenarbeit von Keith Richards und Ron Wood gilt. Stevie Winwood saß an der Orgel und am elektronischen Klavier, Naärai (Jacobs) steuert gediegene Background-Vocals und Robert Smith E-Gitarre bei. Nach dem lebensbejahenden Up-Tempo-Rocker "Divine Intervention" muss auch ein Schuss Country sein: die Ballade "Ringing Hollow" mit Slide-Gitarre und Winwood am Piano zum Schwelgen.
Was darf es sonst noch sein? Groovender Bass gefällig? Dann liegt man bei "Never Wanna Lose You" genau richtig. The Cure Chef Smith bedient den Synthesizer und singt diesmal auch im Chorus mit, Windwood ist ebenso dabei, Mars darf sich mit der Kuhglocke auf einem Stones-Album verewigen und alle sind fühlbar mit viel Begeisterung dabei. Die Drums zum rotzigen "Hit Me In The Head" hat Charlie Watts vor seinem Tod eingespielt. Jagger bläst die Mundharmonika mit Verve, die Gitarren flirren.
Eine andere Seite der Stones zeigt der atmosphärische Old-School-R&B-Track "You Know I'm No Good" mit Saxofon, Trompete und Mundharmonika. Keith Richards singt "Some Of Us", eine Ballade für die blaue Stunde. Auftritt Paul McCartney am Bass bei "Covered In You" mit einem unwiderstehlichen Chorus. Ins Finale geht es mit dem Ohrwurm "Side Effects" und der obligaten Ballade "Back In Your Life" (wieder mit Winwood und Naärai). Der akustische Rockabilly-Track "Beautiful Delilah" aus der Feder von Chuck Berry (Jagger und Keith nur von Chad Smith an der Concert Bass Drum unterstützt) beendet "Foreign Tongues", eine schöne Hommage an die frühen Einflüsse der Band.
Vielleicht mag "Foreign Tongues" nach "Hackney Diamonds" keine großen Überraschungen auftischen. Aber von wegen "Rock-Opas": Hier geht eine Band mit viel Leidenschaft, Können und Vitalität zur Sache, der man das Alter nicht anmerkt. Kommerziell wird nichts ausgelassen: Das Album erscheint in mehreren Varianten (buntes Vinyl, CD mit Atmos-Mix auf Blu-Ray etc.). Es gibt auch Versionen in Kooperation mit Marvel und der Fifa. Heimische Fans und Sammler haben die Möglichkeit, bei Pre-Sale-Events in Wien (WUK) und anderen österreichischen Städten (werden noch bekanntgegeben) in der Nacht auf den 10. September ab 22 Uhr das Album - auch in exklusiver Vinyl-Ausgabe - zu erwerben.
(Von Wolfgang Hauptmann/APA)
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