„Houston, wir haben ein Problem“ – und genau dort beginnt Führung: Amy Edmondson über Wahrheit in Krisen, Zuversicht ohne Illusionen und Vertrauen als Grundlage guter Entscheidungen.
Wenn Sie das Kommando über ein Raumschiff hätten, das auf dem Weg zum Mars vom Kurs abkommt – was wäre Ihr erster Satz an die Crew?
Ganz einfach: „Houston, wir haben ein Problem.“ Denn gute Führung beginnt immer mit der Wahrheit. Erst wenn die Lage für alle klar ist, kann man gemeinsam erfolgreich nach Lösungen suchen. Gute Führung in Krisen heißt, Realität und Hoffnung zugleich zu vermitteln. Man sagt: Ja, das ist schwierig. Ja, das ist ernst. Aber man fügt hinzu: Ich glaube an uns. Ich sehe, was möglich ist. Das ist kein falscher Optimismus, sondern Zuversicht auf Basis von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – und in die der anderen.

Steckbrief
Amy Edmondson
Amy C. Edmondson ist Novartis Professorin für Leadership und Management an der Harvard Business School und zählt seit Jahren zu den weltweit einflussreichsten Management-Vordenkerinnen. Ihre Forschung zur psychologischen Sicherheit hat das Verständnis von moderner Teamarbeit geprägt. Zuvor leitete sie Forschungsprogramme zu Transformationsprozessen in Unternehmen und arbeitete als Chefingenieurin für Buckminster Fuller. Sie promovierte in Organisationsverhalten an der Harvard University. Edmondson lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Cambridge, Massachusetts.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 08/2026 erschienen.







