Vor 30 Jahren war der Slogan eine Vision, heute ist er noch immer Auftrag. Frauenministerin Eva Holzleitner über das Erbe von Helga Konrad, die unvollendete Aufteilung der Karenz und warum echte Gleichstellung in Österreich weiter auf sich warten lässt.
von
Ganze Männer machen halbe-halbe – was denken Sie bei diesem Satz?
Das war eine Gleichstellungskampagne vor 30 Jahren. Die damalige Frauenministerin Helga Konrad war eine großartige Pionierin, die ich glücklicherweise kennenlernen durfte. Sie hinterlässt große Fußstapfen. Alles, was sie getan hat, ist für mich täglich Inspiration.
Das Ziel dieser Kampagne haben wir leider definitiv noch nicht erreicht. Die Vision der gesetzlichen Aufteilung der Karenzzeiten zwischen beiden Elternteilen steht zwar nicht im Regierungsprogramm, aber über kurz oder lang müssen wir das schaffen. Jene Länder, in denen bezahlte und unbezahlte Arbeit besser aufgeteilt sind, haben diesen Schritt längst gesetzt.

Steckbrief
Eva-Maria Holzleitner
Die Oberösterreicherin hat Sozialwissenschaft an der Johannes Kepler Universität in Linz studiert. Ihre politische Karriere begann sie in der Jungen Generation der SPÖ, deren Landesvorsitzende in Oberösterreich sie von 2016 bis 2021 war. 2017 wurde sie erstmals in den Nationalrat gewählt, 2021 ist sie Vorsitzende der SPÖ Frauen. Seit 3. März ist Holzleitner Ministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 1+2/2026 erschienen.







