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Welternährungstag: 645 Millionen hungern, Haushalte in Österreich werfen 69 Kilo pro Kopf weg

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Frisch gebackener Laib Weißbrot
Foto: Pixabay/congerdesign (Symbolbild)©Pixabay/congerdesign

Am 16. Oktober ist Welternährungstag. Weltweit hungern 645 Millionen Menschen, so wenige wie seit Jahren nicht, doch das UN-Ziel für 2030 rückt außer Reichweite. In Österreich fallen gleichzeitig fast 1,2 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, fast die Hälfte davon wäre vermeidbar.

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Weniger Hunger, aber kein Ende in Sicht

Zum Welternährungstag am 16. Oktober fällt die Bilanz gemischt aus. Laut dem Welternährungsbericht der Vereinten Nationen, der im Juli vorgestellt wurde, hatten im Jahr 2025 rund 645 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Das entspricht 7,8 Prozent der Weltbevölkerung und ist der dritte Rückgang in Folge: gegenüber 2024 sind es knapp 14 Millionen Menschen weniger, gegenüber dem Höchststand im Jahr 2022 rund 43 Millionen.

Deutlich größer ist die Zahl jener, die sich nicht verlässlich ernähren können. Rund 2,1 Milliarden Menschen waren 2025 von mäßiger oder schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Fast ein Drittel der Weltbevölkerung kann sich laut Bericht keine gesunde Ernährung leisten.

Afrika bleibt das Zentrum der Hungerkrise

Die größten Fortschritte gab es in Südamerika und Asien, vor allem in Südasien. In Afrika sank der Anteil der Hungernden leicht von 20,3 auf 20,0 Prozent. Damit wurde der seit 2017 anhaltende Anstieg erstmals unterbrochen, dennoch sind auf dem Kontinent rund 309 Millionen Menschen unterernährt.

Das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen, den Hunger bis 2030 zu beenden, wird nach den Prognosen verfehlt. Rund 520 Millionen Menschen könnten dann noch immer hungern, wobei der Bericht Risiken wie ein starkes El-Niño-Ereignis und sinkende Entwicklungs- und Nothilfegelder nennt. FAO-Generaldirektor Qu Dongyu betonte bei der Präsentation, die Zahlen zeigten, dass Hunger nicht unvermeidlich sei, Fortschritte seien aber nicht selbstverständlich.

1,2 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in Österreich

Während weltweit Hunger herrscht, landen in Österreich große Mengen Essen im Abfall. Nach den Daten, die das Umweltbundesamt für das Landwirtschaftsministerium erhebt und an die EU meldet, fielen 2024 entlang der gesamten Lebensmittelkette 1.175.206 Tonnen Lebensmittelabfälle an. Als vermeidbar gelten davon 568.831 Tonnen, also fast die Hälfte.

Den größten Anteil haben die privaten Haushalte mit 629.353 Tonnen, davon wären 337.646 Tonnen vermeidbar. In der Verarbeitung fielen 234.863 Tonnen an, in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung 228.418 Tonnen und im Handel 71.275 Tonnen. Seit 2020 ist die Gesamtmenge um 3 Prozent gesunken. Pro Kopf lag Österreich 2023 mit 130 Kilogramm knapp über dem EU-Durchschnitt von 129 Kilogramm.

Was Haushalte wegwerfen und was das kostet

Jede Person in Österreich wirft im Haushalt pro Jahr rund 69 Kilogramm Lebensmittel weg, etwa 37 Kilogramm davon wären vermeidbar. Laut Landwirtschaftsministerium entspricht der vermeidbare Teil einem Wert von rund 400 Euro pro Person und Jahr.

Mit der Kampagne „Mach’s wie Oma: Rette Lebensmittel!“ will das Ministerium vor allem junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren erreichen. Im Mittelpunkt stehen einfache Alltagstipps, etwa wie Lebensmittel länger haltbar bleiben und wie sich Reste verwerten lassen. Die Kampagne läuft unter dem Dach der Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“, die seit 2013 besteht und rund 100 Partner entlang der Lebensmittelkette zählt.

Warum der Welternährungstag am 16. Oktober stattfindet

Der Welternährungstag erinnert an die Gründung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am 16. Oktober 1945. Er soll weltweit auf Hunger und Mangelernährung aufmerksam machen.

Hunger und Verschwendung hängen dabei enger zusammen, als es scheint. Jedes Lebensmittel, das im Müll landet, hat Ackerfläche, Wasser und Energie verbraucht. Weniger wegzuwerfen entlastet deshalb nicht nur das Haushaltsbudget, sondern auch die Ressourcen, von denen die weltweite Ernährung abhängt.

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