No-Shows kosten Restaurants Zeit, Geld und Lebensmittel. Wie sieben Spitzenrestaurants mit kurzfristigen Absagen und Nichterscheinen umgehen – und wann Gäste zahlen müssen.
Nicht in Anspruch genommene Reservierungen bedeuten für Gastronomen unbezahlte Vorleistung, verschwendete Lebensmittel und reduzierter Umsatz. Vor allem im Top-Bereich, wo Tische nicht kurzfristig besetzt werden können, ist das oft existenzbedrohend. Aber jeder geht damit anders um. Wir reihen nach Kulanz:
1. Die Weinbank
Das beste Restaurant der Steiermark liegt entlegen, eine nicht wahrgenommene Reservierung kann daher kurzfristig kaum kompensiert werden. Stornierungen bis 48 Stunden vorher sind hier gratis, bis 24 Stunden vorher werden 70 Euro abgebucht, danach 150 Euro. Reduzierungen der Personenanzahl am selben Tag werden voll verrechnet, aber mit einem Gutschein abgegolten.
Hauptstraße 44,
8461 Ehrenhausen
dieweinbank.at
2. Taubenkobel
Im Taubenkobel wird die No Show-Angelegenheit sehr kulant geregelt: Bis 24 Stunden vorher kann kostenlos storniert werden, für Nichterscheinen werden 100 Euro abgebucht. Wenn bei sehr kurzfristigen Stornierungen der Tisch weitergegeben werden kann, fallen keine Kosten an. Beim jährlichen Weihnachts-Pop-up in Wien handhaben das die Weißgerber-Eselböcks genauso.
Hauptstraße 27-33
7081 Schützen/Gebirge
www.taubenkobel.com
3. Steirereck
Das bekannteste Restaurant des Landes mit der innovativsten Küche, drei Sterne Michelin, fünf Hauben bei Gault Millau und gelistet in den Top 50 (Nr. 33), dementsprechend begehrt die Tische. Bei Stornierung innerhalb von 48 Stunden vor Reservierung wird die Warteliste durchgerufen, kann der Tisch weiterverkauft werden, fällt keine Gebühr an, wenn nicht, werden 250 Euro abgebucht.
Am Heumarkt 2A
1030 Wien
steirereck.at
4. Mraz & Sohn
Ein Sonderfall. An und für sich müssen auch hier Stornierungen 48 Stunden vor der Reservierung stattfinden, sonst werden 188,88 Euro fällig. Allerdings nur dann, wenn der Tisch nicht vergeben werden kann, was bei der legendär langen Warteliste auf einen Mraz-Platz eher unwahrscheinlich ist. Ob eine kurzfristige Stornierung und der damit entstehende Stress die Chance auf einen Tisch in Zukunft erhöht? Wohl eher nicht.
Wallensteinstraße 59
1200 Wien
mrazundsohn.at
5. Obauer
Eines der seit Jahrzehnten besten Restaurants des Landes, bekannt für seinen ganz speziellen, wunderbaren „Obauer“-Stil. Nichterscheinen oder Stornierung, die nicht mindestens 48 Stunden vor Reservierung eintreffen, kommen auf 100 Euro für Mittag- und Abendessen, 48 Euro für das beste Frühstück des Landes. Wobei: Wer einen Obauer-Tisch sausen lässt, ist selbst schuld, die Brüder gehen nach dem 26. Oktober nämlich in Pension.
Markt 46
5450 Werfen
obauer.com
6. Amador
Das Restaurant von Juan Amador ist eines der exklusivsten und teuersten in Österreich, es gibt nur Menü (395 Euro), in dem kommt aber alles vor, was gut und teuer ist. Reserviert werden kann nur mit Kreditkartennummer, bis 48 Stunden vor Reservierung kann kostenlos storniert werden, danach sind 350 Euro fällig.
Grinzinger Straße 86
1190 Wien
restaurant-amador.com
7. Doubek
Das junge, ehrgeizige, erfolgreiche (zwei Sterne Michelin, vier Hauben Gault Millau) und sehr kleine Restaurant hat nur sieben Tische und ein Menü mit 16 aufwendig produzierten Gängen. Bei Reservierung ist eine Anzahlung von 100 Euro zu leisten. Stornierungen bis 48 Stunden vorher sind möglich, rückerstattet werden dann 90 Euro (zehn Euro Bearbeitungsgebühr). Wird erst innerhalb von 24 Stunden abgesagt, kommt der Gesamtpreis von 385 Euro zur Geltung.
Kochgasse 13
1080 Wien
restaurantdoubek.at
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 41/2026 erschienen.
