Der Küche die Auswahl des Menüs zu überlassen, ist weltweit in der Gourmet-Szene durchaus üblicher Standard, in Österreich ist man's nicht gewohnt, fällt's den Gästen ein bisschen schwer. In diesen Restaurants in Wien und Bratislava bleibt ihnen nichts anderes übrig.
1. Shiki Omakase
1010 Wien, Krugerstraße 15
shiki-omakase.at
Vorigen November war es so weit, Joji Hattori eröffnete Wiens erstes Omakase-Restaurant im klassischen japanischen Sinn: Sushi auf höchstem Niveau, vor den Augen der maximal acht Gäste zubereitet. Shiki-Küchenchef Alois Traint hat sich während der vergangenen Jahre sehr intensiv mit japanischer Küchentechnik und -Philosophie befasst, davon kann man sich hier überzeugen.
Elf Gänge kommen auf € 298,–, in der Version „Akasaka“ mit Wagyu-Rind und Kaviar auf € 448,–.


Joji Hattori
© Anna Stöcher2. Edomae Sushi Matsuki
Bratislava, Ventúrska 18,
edomae-matsuki.sk
Von vielen wird das 2023 eröffnete Sushi-Lokal in Bratislavas Altstadt als das beste in Europa bezeichnet. Der Anspruch ist jedenfalls enorm, das Ambiente klassisch puristisch, das Personal japanisch, die Plätze heiß begehrt. Man bekommt, was Kazune Takeuchi und sein Sushi-Meister Yuya Fujita für einen auswählen.
Das achtgängige Sushi-Menü kommt auf € 160,–.
3. Doubek
1080 Wien, Kochgasse 13
restaurantdoubek.at
Auf jeden Fall asiatisch inspiriert, aber natürlich alles andere als ein Sushi-Restaurant: Im Ende 2023 vom jungen Stefan Doubek eröffneten Gourmet-Restaurant in der Josefstadt gibt es nur ein einziges Menü, das hat aber dafür 17 Gänge, die Karte listet nur die zwei wesentlichen Zutaten pro Gang auf. Fermentation spielt eine sehr große Rolle, Garung über offener Flamme ebenfalls.
Das Menü kommt auf € 345,–, bei Reservierung ist eine Anzahlung notwendig.
4. [aend]
1060 Wien, Mollardgasse 76
aend.at
Ähnlich puristisch hält es auch Fabian Günzel in seinem großartig puristisch-modernen Restaurant. Das Motto lautet „ein Menü, viele Gänge“ und „ein Gang, wenige Zutaten“, genannt werden nur die zwei wesentlichen Zutaten pro Gang.
Man hat die Wahl zwischen einem kleinen (€ 200,–) und einem großen Menü (€ 230,–).
5. Addiert
1010 Wien, Franz-Josefs-Kai 43
addiert.at
Im vor einem Jahr eröffneten Restaurant des jungen koreanischen Gastronomen-Paars Jaeho Jung und Jungyun Kim beschränkt sich die Wahlmöglichkeit aufs Datum des Besuchs:
Begonnen wird um 19 Uhr, es gibt ein zehngängiges Menü (€ 185,–) mit Weinbegleitung, acht Gäste können an der Zeremonie teilnehmen.
6. Pramerl & the Wolf
1090 Wien, Pramergasse 21
pramerlandthewolf.com
Nur ein Menü anzubieten, das sich nach dem saisonalen Angebot ausrichtet, war von Anfang an das Konzept in Wolfgang Zankls Haute Cuisine-Beisl.
Der Preis des geheimnisvollen Menüs richtet sich nach Uhrzeit und Wochentagen, um 18 Uhr kommt’s auf € 160,–, am Abend auf € 185,–.
7. Mast
1090 Wien, Porzellangasse 53
mast.wine
Das Mast ist eines der besten Wein-Bistros des Landes, Küche und Weinkarte sind erstklassig, die Atmosphäre allerdings ungezwungen und locker.
Wer besonders locker ist, nimmt das sechsgängige „Chef’s Choice“-Menü um € 89,– und wird damit seine Freude haben.
8. Ossa
1180 Wien, Bischof-Faber-Platz 8
ossarestaurant.at
Im noch recht neuen Ossa verfolgt auch Miguel Giraldo ein ähnliches Konzept wie das Pramerl & the Wolf. Was man weiß: Es gibt sechs Gänge, die saisonalen Prinzipien folgen und außerdem dem „Head-to-Toe“ Prinzip gerecht werden, das heißt, Zutaten werden vollständig verarbeitet. Der Rest bleibt Überraschung (€ 145,–).
9. Duspara
1050 Wien, Wiedner Hauptstraße 115
duspara.at
Auch Fisch und Meeresfrüchte wie beim Omakase-Menü, allerdings ohne Sushi, sondern eher französisch-wienerisch angelegt.
Danijel Duspara bietet Überraschungsmenüs für Vorsichtige, vier-, fünf- oder sechsgängig (€ 56,–/66,–/76,–), da kann man nicht viel falsch machen.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 05/2026 erschienen.







