Zu Halloween am Samstag werden wieder unzählige Kürbisse ausgehöhlt. In Großbritannien landen laut Schätzungen Millionen davon ungegessen im Müll. Dabei ist das Fruchtfleisch eines Speisekürbisses zu schade zum Wegwerfen, während man von Zierkürbissen besser die Finger lässt.
Millionen Kürbisse werden nur geschnitzt
Halloween fällt heuer auf Samstag, den 31. Oktober, und mit dem Brauch aus dem angelsächsischen Raum hat sich auch die Kürbislaterne in Österreich etabliert. Wie viel davon im Müll landet, zeigen Zahlen aus Großbritannien: Nach Schätzungen der Umweltorganisation Hubbub werden dort jedes Jahr rund acht Millionen Kürbisse weggeworfen, das entspricht etwa 18.000 Tonnen.
Die Grafschaftsverwaltung von Worcestershire in England geht davon aus, dass nur rund 30 Prozent des Fruchtfleischs gegessen werden. Der Rest wird mit der Laterne entsorgt, oft nach wenigen Tagen, wenn der ausgehöhlte Kürbis zu faulen beginnt. Für Österreich gibt es keine vergleichbaren Zahlen zu Halloween-Kürbissen.
Rekordernte in Österreich
Dabei ist der Kürbis in Österreich ein gefragtes Gemüse. 2025 ernteten die Bauern laut Statistik Austria 25.800 Tonnen Speisekürbisse, so viele wie nie zuvor und um ein Prozent mehr als im Jahr davor. Die gesamte Gemüseernte erreichte 726.800 Tonnen.
Noch bedeutender ist der Ölkürbis, aus dem das Kürbiskernöl gepresst wird. Seine Anbaufläche wuchs 2025 um sieben Prozent, die Ernte stieg um 18 Prozent auf 26.900 Tonnen Kürbiskerne. Das war laut Statistik Austria die dritthöchste Menge der vergangenen zehn Jahre.
Was vom geschnitzten Kürbis auf den Teller kann
Wer für die Laterne einen Speisekürbis verwendet, kann das ausgehöhlte Fruchtfleisch wie jedes andere Kürbisfleisch verarbeiten, etwa zu Suppe, Curry oder Kuchen. Am besten geschieht das gleich beim Schnitzen, solange das Fleisch frisch ist. Die Kerne lassen sich waschen, trocknen und im Rohr rösten. Je mehr Fleisch man aus dem Kürbis holt, desto heller leuchtet die Laterne übrigens, weil die Wand dünner wird.
Die Verwaltung von Worcestershire rät außerdem dazu, einen Kürbis lieber zu bemalen als zu schnitzen, wenn er nur als Dekoration dient. Unversehrt hält er deutlich länger und kann nach Halloween noch gekocht werden.
Finger weg von Zierkürbissen
Nicht jeder Kürbis ist essbar. Zierkürbisse enthalten Cucurbitacine, giftige Bitterstoffe, die Magenkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen können. Bei großen Mengen drohen laut der Verbraucherzentrale Südtirol lebensgefährliche Schäden am Darm, Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet. Moderne Speisekürbisse sind so gezüchtet, dass sie kaum noch Bitterstoffe bilden, durch Trockenheit oder Kreuzung mit Zierkürbissen im Garten kann das aber wieder passieren.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb einen einfachen Test: ein kleines Stück rohes Fruchtfleisch kosten. „Wenn es bitter schmeckt, sollte man den Bissen ausspucken und das betreffende Gemüse nicht verwenden“, sagt Ernährungsexpertin Silke Raffeiner. Kochen hilft nicht, denn die Bitterstoffe sind hitzebeständig.
Wohin mit der Laterne nach Halloween
Was nicht mehr gegessen werden kann, gehört auf den Kompost oder in die Biotonne, nicht in den Restmüll. Teelichter und Kerzenreste sollten vorher entfernt werden.
Vom gut gemeinten Brauch, alte Kürbisse für Wildtiere in den Garten oder Wald zu legen, rät die britische Behörde ab. „Faulende Kürbisse können Tieren tatsächlich schaden, vor allem Igeln“, warnt die für Umwelt zuständige Ratsfrau Emma Stokes.
Quellen: Statistik Austria, Gemüseernte 2025; Statistik Austria, Feldfruchternte 2025; Worcestershire County Council; Hubbub; Verbraucherzentrale Südtirol
