Die Café-Cache-Chefs Lisa Machian und Arnaud Champetier kennen beide Seiten – die des riskanten, semilegalen Pop-ups und die des etablierten Szene-Restaurants. Beides hat seine Reize, seine Herausforderungen. Wir fragen, welche das sind.
Was ist für Gastronomen das Reizvolle an Pop-ups? Ist es die Freiheit, das Ungebundene?
Arnaud Champetier: Das auch, vor allem aber gibt es einem die Möglichkeit, sich einmal auszuprobieren, das Konzept zu testen.
Lisa Machian: Wir kamen von Paris nach Wien und mussten erst einmal schauen, ob unsere Küche hier überhaupt funktioniert, ob sie angenommen wird. Es hatte also vor allem praktische Gründe.
Wie findet man die richtige Location für ein Pop-up oder kocht man da einfach drauf los?
Machian: Wir hatten Glück, Simone Raihmann vom karmafood hatte in Kopenhagen den gleichen Kurs gemacht wie ich, ich schrieb sie an und sie gab uns die Chance, zuerst Events zu machen und dann ihr Lokal in der Ausstellungsstraße für ein Monat zu bespielen. Die Event-Phase war ein bisschen semilegal, so entstand auch der Name „Café Caché“, weil’s etwas versteckt war.
Das Pop-up-Publikum verzeiht einem mehr als das Restaurant-Publikum
Keine Rechnungen, kein Personal – sind Pop-ups eine Goldgrube?
Champetier: Es ist schwer, damit Geld zu verdienen, ohne einen finanziellen Puffer im Hintergrund geht’s eigentlich nicht. In dem Moment, wo man Geld für Ware oder die Location investieren muss, wird’s schwierig.
Würden Pop-ups ohne Social Media überhaupt funktionieren?
Machian: Würde heute überhaupt irgendwas ohne Social Media funktionieren? Instagram ist für Pop-ups wahnsinnig wichtig, um in Erinnerung zu bleiben, vor allem bei Projekten, die sich nicht in zentraler Lage befinden.
Hat sich Eure Küche, Euer Selbstverständnis geändert, seit Ihr ein „echtes“ Lokal habt?
Machian: Man kann im eigenen Lokal zweifellos „besser“ kochen, in die Tiefe gehen, die Möglichkeiten der Gerätschaft besser ausloten. Und man lernt die Lieferanten besser kennen, ist ein zuverlässigerer Partner. Das Pop-up-Publikum verzeiht einem aber natürlich mehr als das Restaurant-Publikum.
Steckbrief
Lisa Machian
Lisa Machian stammt aus Wien, studierte Publizistik, ging nach London, um dort in einer Werbeagentur zu arbeiten, und lernte dort ihren Mann Arnaud Champetier kennen. Sie gingen nach Paris, er führte ein Restaurant, sie machte Kochkurse, arbeitete in Top-Restaurants und leitete Caterings. Vor drei Jahren kamen die beiden nach Wien, machten Pop-ups, vor zwei Jahren eröffneten sie das Café Caché.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 15/2026 erschienen.







