Barbara Eselböck und Alain Weissgerber sorgen mit ihren „Taubenkobel“-Pop-ups immer wieder für Begeisterung.
©TaubenkobelVergänglich, kreativ, oft überraschend: Pop-up-Restaurants bringen frischen Wind in die heimische Gastro-Szene. Ob Wirtshaus-Revival, Omakase-Abend oder internationale Gastköche – zehn aktuelle Projekte zeigen, warum das Temporäre zum kulinarischen Fixpunkt geworden ist.
Sie üben einen anderen Reiz aus als Restaurants sonst. Sie sind vergänglich, ein Kurzzeitphänomen, oft an ungewöhnlichen Orten, oft ohne den üblichen steifen Rahmen. Pop-ups, Kitchen-Takeovers, Kulinarik-Events wurden zu einem kulinarisch-gesellschaftlichen Phänomen, an dem man nicht mehr vorbei kann. Hier finden sie gerade statt, beziehungsweise – auf die ist zu achten:
1. Wirtshaus zum dritten Tage
Ein Pop-up, das mit besonders viel Hingabe und Herzblut gestartet wurde: Vergangenen Juni übernahmen Johanna Maroušek, Jürgen Fetz und Yannik Steer das alte Gasthaus Falb im Grenzort Nickelsdorf mit Selbstgekochtem, Gastköchen und Kunst-Aktionen. Die Bürokratie sagte: Nein. Nach dem langen Gang durch die Institutionen nun der zweite Versuch: Von Mai bis Dezember soll das alte Wirtshaus wieder leben.
Untere Hauptstraße 13
2425 Nickelsdorf
2. Osutoria
Mitglieder der Gen X kennen Matthias Schweger als TV-Moderator, Film-. Und Musikproduzent. Er lernte aber auch das Sake-Machen und nun sogar das Kochen – bei niemand Geringerem als Juan Amador. Am 11. und 12. April präsentiert er seine austro-japanische Omakase-Küche.
Kleine Pfarrgasse 1
1020 Wien
3. Noble Savage
Auch Igor Kuznetsov hat einen starken Bezug zu Japan, lernte dort die Zubereitung von Ramen und war Mitbegründer des ersten Ramen-Lokals im Lande, Karma Ramen. Dann betrieb er das überaus individuelle Restaurant Noble Savage und seither reist er durch die Welt und veranstaltet Pop-ups. Bis 19. April mit einem südamerikanisch inspirierten Programm im Pop-up-Kiosk „Ausgabe“.
Porzellangasse 1
1090 Wien
4. Sophie7 @ Zeitgeist
Das Sophie7 im ehemaligen Sophienspital wird wohl eines der interessanteren Restaurant-Projekte dieses Jahres sein. Die geplante Eröffnung im März verzögerte sich aber, weshalb das Küchenteam ihr erstes Programm bis 15. Mai im Zeitgeist-Hotel beim Hauptbahnhof präsentiert.
Sonnwendgasse 15
1100 Wien
5 Xpedit
Eines unserer Lieblingslokale in den 2000er-Jahren, vorigen Herbst von einem jungen, sehr kreativen Team rund um Ivana Markovic und Ismael Faye übernommen. Und weil ihnen das nicht reicht, laden sie monatlich Gastköche ein, so zum Beispiel am 11. und 12. April Alex St. Luce aus der Karibik und Simon Adamcewski aus London.
Wiesingerstraße 6
1010 Wien
6. Café Caché
Ursprünglich war das Café Caché von Lisa Machian und Arnaud Champetier ja ein Pop-up-Projekt, im kikko.ba, im karma food oder in Lech am Arlberg. Vor zwei Jahren dann die „fixe“ Adresse in Wien 15, seit Mitte März gibt’s außerdem die „Sunday Series“, etwa mit Tim Wilke, ehemaliger Küchenchef des C.O.P Vienna.
Meiselstraße 2
1150 Wien
7. Mochi @ Markterei


Markterei: Kuratierte Marktstände und gastronomische Pop-ups
© Markus KorenjakDieses Wochenende hat’s Pop-up-mäßig in sich, denn im wunderbaren, kuratierten Neo-Markt „Markterei“ werden am 10. und 11. April die Leute vom Mochi aufschlagen und unterm blühenden Magnolien-Baum im Markterei-Garten neo-japanisches Fingerfood zubereiten.
Severingasse 7
1090 Wien
8. Jaimy Reisinger/Bija @ Van den Berg
Sehr interessant auch das junge Projekt der sowohl ausgezeichneten als auch prämierten Grazer Patissière Jaimy Reininger: Eine Art Dessert-Menü, das aber natürlich auch pikant-salzige Elemente enthält, immer an anderen, überraschenden Orten. Vom 22. bis 24. Mai 2026 etwa in der Grazer Gewürzhandlung Van den Berg.
Strauchergasse 8
8020 Graz
9. Ikarus
Eine ganz spezielle Form von Pop-up, denn alle internationalen Star-Köche, die hier seit 20 Jahren im Salzburger Flughafen-Gourmetrestaurant antreten, wechseln einander nach nur einem Monat ab. Aktuell: Stephan Stiller und Christiaan Stoop vom Dreisterner Taian Table in Shanghai.
Wilhelm-Spazier-Straße 7a
5020 Salzburg
10. Taubenkobel


Taubenkobel-Pop-up: Jedes Jahr zu Weihnachten – zum Beispiel in einer Remise
© APA-Images / KURIER / Franz GruberDer Taubenkobel sorgte vor zehn Jahren quasi für die Mutter aller Pop-ups: Im Monat vor Weihnachten übersiedelt das Gourmet-Restaurant an eine außergewöhnliche Wiener Location, von der Straßenbahn-Remise über den Volksgarten-Club bis zur ehemaligen Hauptpost. Und heuer? Man wird sehen …
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 15/2026 erschienen.







