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Wut und Frust nach Jobverlust? So blicken Sie nach vorn

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Die Kündigung kann eine Chance auf persönliches Wachstum sein
Wer von seinem Arbeitgeber gekündigt wird, ist emotional zunächst oft stark beansprucht. Ob Wut, Trauer oder Selbstzweifel - die Gefühle sind belastend und können eine ganze Weile andauern. Der ein oder andere fühlt sich damit vielleicht allein, doch in Wirklichkeit geht es vielen so. So verändert sich mit einer Entlassung bei fast der Hälfte (49 Prozent) aller Beschäftigten das berufliche Sicherheitsgefühl, wie eine Umfrage des Software-Anbieters HR Works zeigt.

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Mehr als ein Drittel (35 Prozent) verliert demnach an Selbstvertrauen und ungefähr jeder Fünfte (21 Prozent) leidet mindestens ein Jahr nach der Kündigung noch immer unter den emotionalen Folgen. Doch auch die Wut der Entlassenen ist groß. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) verspürt der Umfrage zufolge Wut auf den Ex-Arbeitgeber – 49 Prozent sogar auf die direkte Führungskraft. Selbst die Kollegen sind dabei nicht sicher, denn mehr als ein Viertel (29 Prozent) der Befragten gaben an, auf ihre Arbeitskollegen wütend zu sein, so die Umfrage.

"Es ist wichtig, Gefühle der Kränkung nicht zu verdrängen, sondern es sich selbst zu erlauben, diese Gefühle wahrzunehmen und einzuordnen", erklärt Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie am Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie der Universität Leipzig. Zudem sollte die Kündigung nicht als Urteil über den eigenen Wert oder die Fähigkeiten gesehen werden, da es sich oft eher um betriebliche oder wirtschaftliche Gründe handelt. Um diese Gefühle etwas zu lindern, kann es helfen, mit einer vertrauten Person über die Entlassung zu sprechen und sich frühere Erfolge in Erinnerung zu rufen.

Auch wenn es wichtig ist, seinen Gefühlen Raum zu geben, sollten Entlassene nicht ewig an negativen Emotionen festhalten. So ist etwa Wut eine verständliche Reaktion, doch wenn sie dauerhaft anhält oder zu impulsivem Verhalten verleitet, kann sie zum Problem werden, so der Professor.

Öffentliche Vorwürfe oder emotionale Nachrichten an Vorgesetzte sorgen vielleicht erst einmal für Erleichterung, können allerdings zur Belastung für die berufliche Zukunft werden. Stattdessen sollten Gekündigte mit etwas Abstand darüber reflektieren, warum sie eigentlich Wut empfinden. Neben Konversationen mit vertrauten Personen kann es auch helfen, sich körperlich zu bewegen oder die Gedanken aufzuschreiben, empfiehlt Hannes Zacher.

Wer die unmittelbaren Emotionen nach der Entlassung überstanden hat, sollte den Blick nach und nach wieder auf die Zukunft richten. "Wer nach einer Kündigung aktiv bleibt, Routinen aufrechterhält und konkrete nächste Schritte plant, stärkt das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit", so der Professor. Auch die Energie, die Wut freisetzt, kann für die Planung und Umsetzung der Zukunft Verwendung finden.

Gleichzeitig kann eine Kündigung ein Ansporn sein, sich selbst weiterzubilden oder einen neuen Job zu finden, der besser zu einem passt. Es hilft also darüber nachzudenken, was einem beruflich wichtig ist, ob der vorherige Beruf wirklich zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten gepasst hat, und welche Stärken man in Zukunft verstärkt einsetzen möchte, so Zacher. Die Kündigung kann eine Chance auf persönliches Wachstum sein – etwa in der Form einer größeren Selbstkenntnis, Anpassungsfähigkeit oder eines gestärkten Selbstvertrauens in die Bewältigungsfähigkeit.

ILLUSTRATION - Wut, Frust, Selbstzweifel: Auch wenn es wichtig ist, seinen Gefühlen Raum zu geben, sollten Entlassene nicht ewig an negativen Emotionen festhalten. (zu dpa: «Wut und Frust nach Jobverlust? So blicken Sie nach vorn») Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

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