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Italien will Pilger mit mehr Wanderwegen anziehen

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Pilger können in Italien an vielen Klöstern und Kirchen vorbeikommen
©APA/APA/dpa/gms/Detlev Niebuhr/Detlev Niebuhr
Zwischen mittelalterlichen Klöstern, dichten Wäldern und sanften Hügellandschaften will Italien ein neues Kapitel des Pilgertourismus aufschlagen. Mit einem landesweiten Netz spiritueller Wanderwege setzt die Regierung auf den Trend zum entschleunigten Reisen - und fordert zugleich den berühmten spanischen Jakobsweg heraus. Der italienische Tourismusminister Gianmarco Mazzi kündigte bei einer Fragestunde im Parlament den Ausbau mehrerer Pilgerrouten an.

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Herzstück des Projekts ist der "Cammino di Francesco - il Cammino del Sole", der am 30. Juli in Assisi offiziell vorgestellt werden soll. Die Präsentation ist Teil der Vorbereitungen auf den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi, der am 4. Oktober begangen wird.

Der neue Franziskusweg folgt den wichtigsten Stationen im Leben des Ordensgründers. Sein Kernstück verläuft zwischen Assisi und den Wäldern sowie Heiligtümern in der Provinz Rieti nördlich von Rom. Von dort führt die Route nach Norden über Gubbio bis zum Franziskusheiligtum La Verna in der Toskana. In südlicher Richtung verläuft sie durch die Valle Santa bis nach Rom zum Petersdom.

Nach Angaben des Ministers soll der Weg Teil eines landesweiten Netzes von rund 30.000 Kilometern spiritueller Wanderwege werden. Ziel sei es, Pilger und Wanderer nicht nur zu den bekannten religiösen Stätten zu führen, sondern auch in Dörfer, ländliche Regionen und weniger besuchte Landesteile. Ein weiteres internationales Projekt folgt bereits im Herbst: Am 16. Oktober will das Tourismusministerium gemeinsam mit Polen den Johannes-Paul-II.-Weg vorstellen. Die Route soll Orte in Italien und Polen verbinden, die eng mit dem Leben von Papst Johannes Paul II. verknüpft sind.

Mit den neuen Pilgerwegen verfolgt Italien mehrere Ziele zugleich. Sie sollen den sogenannten langsamen Tourismus fördern, regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und das kulturelle wie spirituelle Erbe des Landes stärker in den Mittelpunkt rücken. Zugleich versteht die Regierung das Vorhaben als italienische Antwort auf den seit Jahren boomenden Jakobsweg nach Santiago de Compostela, der jährlich Hunderttausende Menschen aus aller Welt anzieht.

BOLOGNA - ITALIEN: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Detlev Niebuhr/Detlev Niebuhr

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