Zum ersten Mal mit dem eigenen Fahrrad um den Block düsen: An diesen Augenblick der Freiheit in ihrer eigenen Kindheit werden sich viele Erwachsene noch erinnern können. Mit Kindern der aktuellen Generation verhält es sich etwas anders. Immer weniger lernen überhaupt Radfahren, und wer doch zu den Glücklichen gehört, hat oft motorische Defizite. Das bemerkte die Wiener Polizei schon vor drei Jahren im Rahmen der Radprüfungen. Dabei wäre Fahrradfahren lernen nicht nur wichtig für die körperliche Entwicklung von Kindern, sondern ist auch eine Frage der Verkehrssicherheit.
Wann sollten Kinder Radfahren lernen?
Jedes Kind ist anders, sowohl was die körperliche Entwicklung betrifft, als auch die eigene Motivation, aufs Rad zu steigen. Wichtig ist immer, ohne Zwang zu arbeiten, um dem Nachwuchs nicht von Beginn an die Freude an der Bewegung zu vermiesen. Denn Radfahren lernen kann ganz schön knifflig sein. Grundsätzlich sind Kinder ab drei Jahren aber körperlich so weit entwickelt, dass sie die Technik meistern können. Laufräder können eine sinnvolle Vorbereitung sein, um erstmal das Balance-Halten zu üben.
Ist diese Fähigkeit erst einmal gemeistert, ist der Umstieg aufs erste eigene Fahrrad oft für die Kinder nur noch ein kleiner Schritt, aber ein wichtiger. Kinder, die früh Fahrradfahren lernen, erhalten einen kleinen Boost fürs Selbstbewusstsein. Außerdem erleben sie Spaß an der Bewegung – und die ist essenziell für ein gesundes Leben – außerdem: „Das schönste ist es, unterwegs zu sein“, bestätigt Extremradler Christoph Strasser im mensch, merkur! Podcast.


Das schönste ist es, unterwegs zu sein
Radfahren als Erwachsene
Spätestens in der Volksschule gehört Verkehrs- und Mobilitätsbildung dann ohnehin zum Schulunterricht. Sicheres Zufußgehen, Busfahren und Radfahren, Risikokompetenz und Unfallprävention sind ebenso Bestandteil wie der Radfahrausweis in der 4. oder 5. Schulstufe. Wer da schon Fahrradfahren kann und die wichtigsten Verkehrsregeln kennt, ist klar im Vorteil.
Übrigens ist man nie zu spät, um Radfahren zu lernen. Es handelt sich dabei einerseits um eine gelenkschonende Art, fit zu bleiben, andererseits um eine umweltfreundliche Methode, Distanzen zu überwinden. Wer sicher am Rad ist und sogar schon den Schritt aufs Mountain- oder E-Bike gewagt hat, aber noch an seiner Technik feilen möchte, kann das zum Beispiel im Rahmen des ego4you Bike Angebots machen. Professionelle Guides zeigen Fahrtechniken für Touren durch Wald und Wiese.
Der Mythos, Kinder dürften auf Gehsteigen Fahrradfahren hält sich hartnäckig
Wo dürfen Kinder Radfahren?
Der Mythos, Kinder dürften auf Gehsteigen Fahrradfahren hält sich hartnäckig. Dabei ist das Gesetz eindeutig: Auf Gehsteigen dürfen nur sehr junge Kinder auf Spielzeugfahrrädern (max. 30 cm Felgendurchmesser) im Schritttempo unterwegs sein. Fahrradhelme sind bis zum 12. bzw. bei E-Bikes bis zum 14. Geburtstag Pflicht, allerdings in jedem Alter absolut empfohlen. In diesem Punkt sollten Erwachsene gutes Vorbild sein.
Mit echten Fahrrädern dürfen auch Kinder nur auf Radwegen, Wohnstraßen, Fahrradstraßen und auf der Fahrbahn unterwegs sein. Bis zum Alter von 12 Jahren muss sie dabei eine Aufsichtsperson begleiten, außer das Kind hat die Fahrradprüfung erfolgreich absolviert . Dann kann es auch schon ab dem 10. Geburtstag ohne Aufsicht mit dem Fahrrad fahren.
Je mehr Übung, desto besser
Eltern sollten darauf achten, dass die Fahrräder ihrer Kinder verkehrssicher sind. Sie brauchen:
zwei unabhängige Bremsen
eine Klingel
vorne weißes Licht, hinten rotes Licht
Reflektoren vorne, hinten und an den Speichen
Rückstrahler an den Pedalen
Der Sattel hat dann die richtige Höhe, wenn die Knie selbst am tiefsten Punkt beim Treten noch ganz leicht gebeugt sind. Wer es ganz genau nimmt, multipliziert die normale Schrittlänge mit 0,885. So erhält man den Abstand zwischen Mitte des Tretlagers und Oberkante des Sattels. Damit Kinder in einem geschützten Rahmen üben können, stehen in vielen Städten Radmotorikparks zur Verfügung. Oft sind sie mit kleinen Ampeln, Kreuzungen und Verkehrsschildern ausgestattet.






