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Stimmt teilweise. Wer friert, wird aber nicht automatisch krank. Denn dafür braucht es Viren. "Aber es ist schon so, dass es die Abwehrkräfte des Körpers ein Stück weit beeinträchtigt, wenn man auskühlt oder friert", sagt die Ärztin Eva Hummers. Auch die Weisheit "Mit nassen Haaren sollte man nicht in die Kälte gehen" kommt nicht von ungefähr. "Es ist schon so, dass man über den Kopf schnell viel Wärme verliert", sagt Eva Hummers. Doch auch hier gilt: ohne Viren keine Erkältung. Und: "Durch extrawarmes Anziehen kann man andersherum auch keine Erkältung verhindern."
Stimmt nicht. "Aus der Forschung wissen wir schon lange, dass Vitamin-C-Präparate Erkältungen nicht vorbeugen können", sagt die Journalistin Sonja Siegert. Wer jedoch regelmäßig Vitamin C einnehme, könne die Dauer der Erkältungsbeschwerden um etwa 10 Prozent, beispielsweise von 10 auf 9 Tage, verkürzen. "Fängt man erst zu Beginn der Erkältung an, Vitamin C zu nehmen, zeigte sich in Studien keine Wirkung", so Sonja Siegert.
Übrigens: In aller Regel gelingt es über die Ernährung leicht, die empfohlene Vitamin-C-Zufuhr zu erreichen. Gute Vitamin-C-Lieferanten sind Zitrusfrüchte, Paprika, Kohl und Kartoffeln. Laut Expertinnen und Experten gibt es keinen Anlass, routinemäßig Vitamin-C-Präparate einzunehmen.
Stimmt teilweise. Wer zu wenig schläft, wird empfindlicher und infektanfälliger. Und: "Wenn man krank ist, ist es in jedem Fall sinnvoll, auf sich zu hören und sich auszuruhen", empfiehlt Hummers. Das bedeute umgekehrt aber nicht, dass man erkältet zwingend im Bett liegen muss, wenn man sich nicht danach fühlt. Ein kurzer, entspannter Spaziergang ist erlaubt. Sportliche Anstrengungen sollten jedoch in jedem Fall vermieden werden, so die Medizinerin.
Stimmt. Die Kälte des Eises wirkt leicht schmerzlindernd und tut vielen Patienten mit Halsschmerzen gut - und auch denjenigen mit Fieber, so Eva Hummers. Gefrorenes Apfelmus oder Fruchtjoghurt können Alternativen sein. Isst man allerdings so viel Eis, dass man ins Frieren gerät, ist man übers Ziel hinausgeschossen.
Stimmt nicht. Dass warmes Bier bei einer Erkältung hilft, sei ihr nicht bekannt, sagt Eva Hummers. Alkoholische Getränke seien bei einer Erkältung eher nicht zu empfehlen. So entzieht Alkohol dem Körper Wasser und lässt uns durch die verstärkte Durchblutung der Gefäße schneller auskühlen - das ist von Nachteil. Hummers Rat: "Wer etwas Warmes trinken möchte, greift besser zu einem Tee."
Stimmt teilweise. Bei Nasensprays sollte man genau hinschauen, was genau man dort sprüht, denn die Präparate unterscheiden sich stark. "Nasensprays, die bei Erkältungen oft gut helfen, sorgen dafür, dass sich die Schleimhäute zusammenziehen, die verstopfte Nase frei wird und man wieder besser atmen kann", erklärt Eva Hummers. Dafür sorgen Wirkstoffe wie Xylometazolin und Oxymetazolin.
Über längere Zeit können diese Wirkstoffe jedoch zu einer Schädigung der Schleimhaut führen. "Sie schwillt erst recht an und man braucht das Spray die ganze Zeit. Das ist eine Art Sucht." Abschwellende Nasensprays sollten deshalb nicht länger als eine Woche angewendet werden, so steht es meist auch in den Packungsbeilagen. "Zum Abgewöhnen gibt es den Trick, immer nur abwechselnd in ein Nasenloch zu sprühen", so Hummers.
Nasensprays mit Kochsalzlösung sowie Nasenspülungen und ähnliche Produkte können in der Regel problemlos angewendet werden. Sie haben aber eine etwas andere Wirkung: Sie lösen den Schleim und befeuchten die Nasenschleimhaut, wirken aber nicht abschwellend.
Stimmt nicht. Aber: "Wenn man sowieso wegen der Erkältung fröstelt, kann eine Wolldecke dem Körper dabei helfen, die Temperatur hochzuregeln. Die erhöhte Temperatur, die dann entsteht, ist ja schon ein Abwehrmechanismus", sagt Hummers.
Eine Sauna sollte man erkältet nicht besuchen, da es zu belastend für den Körper sein kann. Wer aber gesund regelmäßig sauniere und den Körper dabei an schnelle Temperaturwechsel gewöhnt, könne insgesamt weniger krankheitsanfällig werden, so Eva Hummers.
Stimmt. Normalerweise klingen Erkältungen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Abkürzen lässt sich das nicht. "Man kann nur die Beschwerden lindern, etwa mit Schmerzmitteln oder Nasensprays", sagt Sonja Siegert.
"Der Husten einer Erkältung kann bis zu acht Wochen andauern, ohne dass es bei sonst Gesunden ein Gefährdungszeichen ist", sagt Eva Hummers. Sie empfiehlt in diesen Fällen, ausreichend zu trinken, nicht zu rauchen und für möglichst saubere Luft zu sorgen.
ARCHIV - Viel trinken und ausruhen: Normalerweise klingen Erkältungen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. (zu dpa: «Vitamin C? Warmes Bier? 8 Erkältungstipps im Check») Foto: Bernd Weißbrod/dpa - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
ILLUSTRATION - Schmerzmittel und Nasenspray lindern Symptome einer Erkältung - schneller gesund wird man dadurch aber in der Regel nicht. (zu dpa: «Vitamin C? Warmes Bier? 8 Erkältungstipps im Check») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
