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Toxische Beziehung: So gelingt die Trennung

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Die Aufarbeitung der Beziehung ist nach der Trennung zentral
©APA, Christin Klose, dpa-tmn
In einseitig toxischen Beziehungen ist die Sache oft klar: Der destruktive Part will sein Verhalten nicht ändern. Spätestens wenn körperliche Gewalt im Spiel ist, muss Schluss sein. In gewaltfreien toxischen Beziehungen mit Geber-Nehmer-Dynamik sei das nicht ganz so einfach, sagt die systemische Beraterin Annika Felber. "Man sollte nicht per se sagen: Ihr habt eine ungute Dynamik, ihr solltet euch trennen. Wenn beide ihre eigene Geschichte aufarbeiten, kann es klappen."

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Gibt es hier jedoch keinen echten Veränderungswillen beim anderen, wird es für die Beziehung schwierig. Viele unzufriedene Partner kommen in Felbers Beratung und wollen ganz viel an sich arbeiten. "Aber das nützt ja nichts, wenn der andere das nicht tut."

Beispiel: Man hat einen extrem eifersüchtigen Partner, der sagt: "Ich will nicht, dass du heute Abend mit der Kollegin auf die Betriebsfeier gehst." Ist das schon psychische Gewalt? "Das kommt darauf an", sagt Felber. "Die Frage ist, ob so etwas regelmäßig vorkommt und ob ein System dahintersteckt. Jemand kann ja auch einfach sehr misstrauisch sein, weil er in seiner vorherigen Beziehung betrogen wurde." Hier gibt es also eine klare Ursache. "In diesem Fall kann man sicher daran arbeiten. Wenn aber weitere Dinge dazukommen, wird es schon schwierig", findet Felber. Wer sich unsicher ist, sollte sich Rat von außen holen.

Die Folge können körperliche und psychische Erkrankungensein: innere Lähmung, Stillstand, Depression, Arbeitsunfähigkeit. "Das ist leider keine Seltenheit", sagt Felber. Irgendwann kommt es zur völligen Selbstaufgabe. "Am Ende lebt die oder der Betroffene nur noch für und in dieser Bindung. Man hat keine Arbeit mehr, keine Freude", schildert die Expertin. Die Beziehung sei an diesem Punkt mit einer Drogensucht zu vergleichen: "So, wie es irgendwann nur noch die Droge gibt, gibt es irgendwann nur noch den Partner", so Felber.

Für Außenstehende mag es unverständlich sein, warum Menschen so lange in toxischen Beziehungen bleiben. Es ist aber leicht zu erklären: "Jemand, der schwierige Bindungen in der Kindheit erlebt hat, wird maximal getriggert, wenn er gehen muss. Viele Betroffene haben eine wahnsinnige Angst davor, sich zu trennen", sagt Felber.

Deshalb brauchen diese Menschen viel Hilfe und Unterstützung, um aus der Beziehung herauszukommen. Das können gute Freundinnen, Coaches, Beratungen, Selbsthilfegruppen und Therapeutinnen sein. Psychotherapeutin Bärbel Wardetzki erzählt von einer Frau, die ihr erklärt hat: "Ich bin so froh, dass ich endlich mal einen Platz habe." Sie kam aus ungeordneten Verhältnissen und hatte Angst, wieder auf der Straße zu landen. "Diese Frau braucht also eine Wohnung und eine Arbeit, um überhaupt ein neues Leben anfangen zu können", sagt Wardetzki.

Für die Trennung selbst geben die Expertinnen folgende Tipps:

Die Aufarbeitung der Beziehung und der eigenen Bindungsmuster ist zentral. Eventuell empfiehlt sich dafür professionelle Hilfe. "Ohne eine Psychotherapie gehen leider sehr viele wieder zu ihrem toxischen Partner zurück", berichtet Felber. Oder sie suchen sich einen neuen Partner, der das gleiche Muster an den Tag legt. Allerdings braucht längst nicht jeder therapeutische Hilfe. Ganz wichtig sind gute Freundinnen und Freunde. "Ihre Rolle ist größer, als viele vielleicht meinen", sagt Felber. "Für viele Betroffene ist es ganz schwierig, über ihre Lage zu reden."

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose/Christin Klose

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