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In einer einzigen Probe würden bis zu zwölf Schadstoffe stecken. Vier Tattoos enthielten die "Ewigkeitschemikalien" PFAS, in sechs Proben fand das Labor Chemikalien, die in der EU für Kosmetika oder Spielzeug verboten sind. In fast allen Proben wurden zudem die giftigen Schwermetalle Blei und Nickel nachgewiesen. Die nachgewiesenen Blei-Konzentrationen lagen unter den empfohlenen Richtwerten, hieß es im Bericht zum Test. Doch die Aufnahme von Blei sei über die Haut möglich und sei möglichst zu vermeiden.
Besonders schwer wiege der Fund von PFAS-Chemikalien, die sich kaum abbauen und teils Krebs erregen können. In Tattoos von Müller und Thalia steckte PTFE, also Teflon. Kritik gab es am Online-Händler Amazon für die herrschende Intransparenz: Bei allen drei Produkten fehle die verpflichtende Angabe der Inhaltsstoffe komplett. Das Labor fand zudem verbotene Weichmacher (DEHP) sowie fünf weitere verbotene Chemikalien, die möglicherweise Krebs erregen oder die Fortpflanzung gefährden können.
"Bei Produkten, die gezielt für Kinder vermarktet werden und über Stunden auf der Haut verbleiben, sollte nicht allein die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte im Vordergrund stehen", wurde die Dermatologin Alexandra Vent zitiert. "Ebenso wichtig ist die Frage, ob jede einzelne chemische Substanz tatsächlich erforderlich ist oder ob sich technisch vermeidbare Verunreinigungen weiter reduzieren lassen. Aus medizinischer Sicht sollte hier das Vorsorgeprinzip gelten."
Für Greenpeace decke der Test ein "systematisches Versagen bei der Produktsicherheit" auf. Die Umweltorganisation forderte vom zuständigen Minister Norbert Totschnig (ÖVP) ein starkes Verbot aller PFAS sowie strengere Chemikalienregeln, die "Cocktail-Effekte" bei den Grenzwerten berücksichtigen.
"Die belasteten Klebetattoos müssen sofort aus allen Regalen und Online-Shops verschwinden", forderte Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich. "Händler und Hersteller müssen jetzt Verantwortung übernehmen und die Gesundheit unserer Kinder zur obersten Priorität machen."
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Karolin Krämer/Karolin Krämer
