ABO

Lernen als Tauschhandel? - Warum Geld für gute Noten schadet

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
1 min
Eltern sollten Kindern helfen, den Sinn hinter dem Lernen zu erkennen
Geld für eine Eins, ein Geschenk für ein gutes Zeugnis oder eine Belohnung für erledigte Hausaufgaben: Solche Anreize mögen auf den ersten Blick motivierend wirken. Langfristig können sie Kindern jedoch die Freude am Lernen nehmen. Davor warnt Bob Blume, Buchautor ("Wie kommt mein Kind gut durch die Schule?"), Bildungsinfluencer und Gymnasiallehrer in Bühl (Baden-Württemberg).

von

"Das große Problem ist, dass man aus dem Lernen einen Tauschhandel macht", sagt der Pädagoge. Bekomme ein Kind beispielsweise 20 oder 50 Euro für eine Eins, gehe es irgendwann weniger um den Lernfortschritt als um die Belohnung. Bleibe die gewünschte Note aus, sei die Enttäuschung sogar doppelt groß: über die schlechtere Leistung und über das entgangene Geld.

Aus Sicht des Pädagogen besteht zudem die Gefahr, dass Kinder Aufgaben nur noch erledigen, wenn dafür eine Gegenleistung winkt. Als Beispiel nennt er das Aufräumen des Kinderzimmers. Wer dafür regelmäßig Geld erhalte, frage sich womöglich irgendwann, warum er die Aufgabe ohne Bezahlung überhaupt übernehmen sollte.

Statt auf materielle Anreize zu setzen, sollten Eltern Kindern helfen, den Sinn hinter dem Lernen zu erkennen, rät Blume. Zwar sei dieser Weg oft anstrengender als das Versprechen einer Belohnung. Für die Entwicklung von Eigenverantwortung und einer langfristigen Lernmotivation sei er jedoch deutlich nachhaltiger.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Felix Kästle/Felix Kästle

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER