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Langeweile bei Kindern: Warum sie wichtig ist

In Kooperation mit MERKUR Versicherung
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"Mama, mir ist langweilig!" Ein Satz, den man immer seltener hört. Schließlich sind Smartphones, Streamingdienste und andere digitale Ablenkungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche schnell verfügbar. Langeweile kommt dadurch gar nicht erst auf. Sinnvoll für die Entwicklung ist das aber nicht. Langeweile bei Kindern und Jugendlichen ist nämlich wichtig für die Psyche.

Kindheit von heute

Kids und Teens von heute können sich kaum vorstellen, dass ihre Eltern einst neun Wochen Sommerferien komplett ohne Smartphone, mit einigen wenigen Fernsehsendern und ohne Konsolen verbrachten. Wie Studien zeigen, ist selbst der tage- oder stundenweise Verzicht auf digitale Berieselung ein Problem. Das Gefühl der Langeweile wird als sehr unangenehm empfunden, unter anderem, weil Kurzvideos das Gehirn auf schnell wechselnde Reize konditionieren.

Das wiederum belohnt Neues mit der Ausschüttung des Glückshormons Dopamin, weshalb es nach immer mehr dieser Impulse verlangt. Langeweile zuzulassen, fällt dadurch extrem schwer. Entsprechend schnell erfolgt die Zuwendung zur Ablenkung. Dazu kommt, dass die Kindheit von heute oft stark durchstrukturiert ist: Schule, Hausübung, außerschulische Aktivitäten, Förderunterricht, Sport und soziale Verpflichtungen lassen kaum Raum für Langeweile.

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Fantasie und Problemlösung

Dabei ist es gerade die Langeweile, die bei Kindern zu ungeahnten Entwicklungsschüben führt. Denn wer auf sich selbst angewiesen ist, findet schnell neue Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Mit ein bisschen Übung erlebt die Fantasie neue Höhenflüge: Da werden aus Kissen und Decken plötzlich Ritterburgen, der Spielplatz wird zum Abenteuerland und es wird zum imaginären Teekränzchen mit der Puppenschar geladen.

Kinder und Jugendliche lernen durch Langeweile aber nicht nur, ihre eigene Fantasie zu benutzen, sondern haben dadurch auch die Gelegenheit, kreativ zu werden. Buntstifte, Bastelmaterialien, Sandburgen: Etwas mit den Händen zu schaffen und zu sehen, wie man selbst etwas entstehen lassen kann, verleiht Selbstbewusstsein und ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Mir ist langweiiiiilig

Fähigkeiten für später

Eltern wollen für ihre Kinder immer nur das Beste und empfinden daher manchmal "Mir ist langweiiiiilig" als alarmierend. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ist dem Nachwuchs fad, ist das ein Zeichen dafür, dass er endlich Stress abbauen kann und das Gehirn gerade nicht mit unterschiedlichen Reizen überflutet wird. Anstatt das Smartphone zu reichen oder sich gemeinsam zu beschäftigen, dürfen Kinder das Gefühl auch mal aushalten. Stichwort: Frustrationstoleranz.

Erfahrungen wie diese sind wichtig für das spätere Leben. Erwachsene tun sich nämlich häufig ebenfalls schwer damit, das "süße Nichtstun" auszuhalten. Dauerstress kann ein Resultat daraus sein. Und wer schon als Kind gelernt hat, sich mit unangenehmen Gefühlen auseinanderzusetzen und diese selbst beeinflussen zu können, hat ebenfalls schon früh eine bedeutsame Fähigkeit erlernt.

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Gut, aber nicht immer

Wichtig ist aber, in diesem Zusammenhang zwischen situativer Langeweile und chronischer Langeweile zu unterscheiden. Erstere entsteht durch eine Situation, zum Beispiel das Warten auf den Bus oder den nicht verplanten Nachmittag. Zweitere ist ein im Charakter verankertes Persönlichkeitsmerkmal, das aktuellen japanischen Forschungen zufolge teilweise angeboren sein kann. Im Erwachsenenalter steht es mit Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen in Zusammenhang.

Kinder, die eine Veranlagung zu Langeweile haben, können von Nichtstun besonders überfordert sein. Sie brechen Tätigkeiten schnell ab, sobald der Reiz des Neuen verflogen ist, beschreiben sich als "innerlich leer", sind impulsiv und verhalten sich risikoaffin. Haben Eltern den Verdacht, dass der Nachwuchs Langeweile als besonders stark negativ empfindet, sind Anleitung, Vorschläge zur Beschäftigung und gemeinsame Gestaltung von Freizeit sinnvoll. Wer dabei Unterstützung braucht, kann im Rahmen des ego4you Programms der Merkur Versicherung beispielsweise Sport, Spiel und Spaß hautnah erleben: An bestimmten Terminen können Kids und Teens von 6 bis 14 Jahren an coolen Gesundheits- und Lifestyle-Workshops in lässigen Locations in ganz Österreich teilnehmen.

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