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Schmerzen behandeln: Was Stoßwelle, Wärme und Strom wirklich können

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Physiotherapeutische Behandlung am Knie
Foto: Pixabay/MatiasMaiztegui (Symbolbild)©Pixabay/MatiasMaiztegui

Stoßwellen, Magnetfelder oder Stromimpulse sollen Schmerzen lindern und Gewebe heilen. Ein neuer Ratgeber der MedUni Wien zeigt, was solche Behandlungen leisten können, wo ihre Grenzen liegen und warum am Ende eine Sache entscheidend ist.

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Kein neues Gelenk, aber mehr Belastbarkeit

Wer mit Knie-, Rücken- oder Schulterschmerzen in eine Praxis für physikalische Medizin kommt, bekommt oft Stoßwellen, Stromimpulse, Wärme oder Magnetfeldtherapie angeboten. Doch was können diese Verfahren tatsächlich? Ein neuer Ratgeber der Medizinischen Universität Wien gibt darauf eine nüchterne Antwort, und sie beginnt mit einer Grenze.

„Ein degenerativ verändertes Gelenk wird zum Beispiel durch eine Stoßwellentherapie nicht wieder anatomisch“, sagt Richard Crevenna, Leiter der Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin der MedUni Wien und Autor des Buchs. Ein abgenütztes Gelenk wird also nicht neu, die Behandlung kann es aber funktionell stabilisieren. Das bedeutet nach Crevennas Darstellung: Das Gelenk hält mehr Belastung aus, wird beweglicher und schmerzt weniger.

Von Wärme bis Magnetfeld

Das Spektrum der regenerativen physikalischen Therapien ist breit. Der Ratgeber behandelt unter anderem Wärme und Kälte, Wasser, Licht, Sauerstoff, elektrische Impulse, Stoßwellen, Magnetfelder, Massage und Bewegung. Eingesetzt werden sie bei Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit, in der neurologischen Rehabilitation etwa nach einem Schlaganfall und bei Wundheilungsstörungen.

Oft werden mehrere Verfahren kombiniert. Welche Methode passt, muss laut MedUni Wien im Einzelfall entschieden werden. Eine Behandlung, die einer Person hilft, ist nicht automatisch die richtige für eine andere mit ähnlichen Beschwerden.

Warum Bewegung den Unterschied macht

Eine Botschaft zieht sich durch das Buch: Passive Anwendungen allein reichen selten. Besonders wichtig ist laut Crevenna kontrolliertes, bewegungsbasiertes Training. Der Grund ist biologisch. Gezielte mechanische Belastung aktiviere die Anpassung von Muskeln, Knochen und Bindegewebe, erklärt der Mediziner. Der Körper reagiert also auf Reize, die ihn fordern, und baut sich entsprechend um.

Entscheidend sei, das in der Therapie Gelernte in den Alltag mitzunehmen. Ohne diesen Transfer könne es keine dauerhafte Verbesserung geben, betont Crevenna. Wer nach einer Serie von Stoßwellen oder Stromanwendungen wieder in alte Muster zurückfällt, verschenkt also einen Teil der Wirkung.

Was Patientinnen und Patienten fragen sollten

Für Betroffene leiten sich daraus einige praktische Fragen ab: Welches Ziel soll eine Behandlung erreichen, weniger Schmerz, mehr Beweglichkeit oder bessere Belastbarkeit? Ist ein Trainingsprogramm Teil der Therapie? Und was kann man selbst zu Hause tun, damit der Effekt bleibt? Physikalische Therapien sind demnach am wirksamsten, wenn sie als Teil eines Plans eingesetzt werden und nicht als einzelne Anwendung.

Das Buch „Schmerzen behandeln. Was regenerative physikalische Therapien können und was nicht“ ist in der Reihe der MedUni Wien im Manz Verlag erschienen. Es umfasst 212 Seiten, kostet 28 Euro und ist im MedUni-Shop im AKH Wien sowie im Buchhandel erhältlich.

Physische Gesundheit

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