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Klar, dafür kann man seinen Puls am inneren Handgelenk selbst ertasten und die Schläge pro Minute zählen. Einfacher wird es mit einer Smartwatch oder einem anderen digitalen Helfer am Handgelenk oder Finger. Eine kontinuierliche Pulsmessung ist bei diesen sogenannten Wearables Standard. Ermittelt das Gerät Auffälligkeiten, spuckt es eine Warnung aus. Drei Fragen, drei Antworten.
Anders als bei der Selbstmessung mit Fingern "erfühlt" der digitale Helfer den Puls nicht. Stattdessen kommt Infrarotlicht zum Einsatz, das Smartwatch und Co. in die Haut senden und im Anschluss messen, wie viel davon zurückkommt. Entscheidend dafür ist, wie viel Blut sich in den feinen Gefäßen direkt unter der Haut befindet - eine Menge, die im Laufe eines Pulsschlags schwankt. Daraus errechnet das Gerät eine Pulswelle.
Zudem können Wearables ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen, was ebenfalls Infos über den Herzrhythmus liefert. Hierzu misst das Gerät die elektrischen Impulse eines jeden Herzschlags, erklärt die Deutsche Herzstiftung. Dafür muss man mit einem Finger einen Sensor am Gerät berühren, sodass Strom fließen kann.
Ziemlich. Beide Verfahren können Vorhofflimmern mit einer Treffsicherheit von über 90 Prozent erkennen, so die Deutsche Herzstiftung. Und sie können offenbaren, was etwa beim herkömmlichen EKG in der Arztpraxis unentdeckt bleibt. Häufig treten Rhythmusstörungen nämlich nachts, in Ruhephasen oder bei bestimmten Aktivitäten auf - also dann, wenn man nicht gerade beim Arzt sitzt, so Herzstiftungs-Experte Peter Radke.
Klar ist aber auch: Eine Herzrhythmusstörung kann nur ein Arzt oder eine Ärztin diagnostizieren. Daher sollte man bei Auffälligkeiten eine Praxis aufsuchen, um sie dort mit dem Profi zu besprechen. Er oder sie stößt in der Regel weitere Untersuchungen an - von 12-Kanal-EKG bis Langzeit-EKG über 24 Stunden.
Die Deutsche Herzstiftung stellt außerdem klar: "Bei Schmerzen im Brustraum, die auf einen Herzinfarkt hinweisen könnten, dürfen Betroffene keine Zeit mit der Smartwatch verlieren, sondern müssen nach wie vor sofort den Notarzt über die Notrufnummer 112 alarmieren."
BERLIN - DEUTSCHLAND: ++ ARCHIVBILD ++ (ARCHIVBILD VOM 9.8.2018) - FOTO: APA/APA/dpa/gms/Andrea Warnecke/Andrea Warnecke
