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Grippe oder Erkältung? Symptome, Unterschiede und die Saison 2026/27

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Grippe, Erkältung, Symptome
©Elke Mayr

Die Grippesaison 2026/27 steht bevor, die Impfstoffe werden ab Mitte Oktober geliefert. Wie erkennen Sie, ob Sie eine echte Grippe oder nur eine Erkältung haben? Wie lange sind Sie ansteckend, wann sollten Sie zum Arzt und was gilt bei der Impfung? Der aktuelle Überblick.

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Grippesaison 2026/27: Das ist der aktuelle Stand

Wann die Grippewelle 2026/27 in Österreich beginnt, ist offen: Laut Gesundheitsministerium wisse man nicht genau, wann die Saison startet (news.at, 5. Oktober 2026). Die Vorsaison war früh dran: Laut AGES begann die Welle 2025/26 Anfang Dezember, der Höhepunkt lag in der ersten Jännerwoche mit einem Anteil von 47 Prozent positiver Tests bei den Sentinel-Proben. Sie dauerte 12 Wochen und damit drei Wochen kürzer als in der Saison davor. Zuerst dominierte Influenza A(H3N2), später lag A(H1N1) gleichauf, Influenza B spielte mit rund einem Prozent kaum eine Rolle.

Für die Nordhalbkugel 2026/27 hat die WHO alle drei Impfstoffkomponenten neu zusammengesetzt, da zuletzt zirkulierende Varianten vom bisherigen Impfstamm abwichen.

Wie lange dauert eine Grippewelle?

Wie lange eine Grippewelle dauert, schwankt von Saison zu Saison: In den beiden zuletzt ausgewerteten Saisonen waren es laut AGES rund 12 bis 15 Wochen. Sehr oft ist Betroffenen gar nicht klar, ob sie sich tatsächlich mit dem aktuell kursierenden Grippevirus infiziert haben oder ob ihre Symptome "nur" auf eine Erkältung, also einen grippalen Infekt, zurückzuführen sind. Die Unterschiede lassen sich oft, aber nicht immer, an den Symptomen erkennen: Rund ein Drittel der Influenza-Infektionen verläuft symptomlos, ein Drittel mild wie eine Erkältung und ein Drittel typisch (gesundheit.gv.at, RKI).

Welche Viren sind im Spiel?

Zunächst die Basics: Es gibt vier Arten von Influenza-Viren: Typ A, B, C und D. Typ D befällt bisher nur Tiere, vor allem Rinder, Typ C verursacht eher milde Infektionen. Die saisonalen Grippewellen werden von jährlich wechselnden Subtypen der Arten A und B ausgelöst. Aktuell zirkulieren A(H1N1)pdm09, A(H3N2) und B/Victoria; B/Yamagata wurde seit März 2020 weltweit nicht mehr nachgewiesen (RKI). Erkältungen, wegen der teilweise ähnlichen Symptome auch "grippaler Infekt" genannt, werden durch eine Vielzahl verschiedener, nie aber durch Influenzaviren ausgelöst. Meist handelt es sich um Rhinoviren. Die bei einer Erkältung auftretenden Symptome sind in der Regel schwächer ausgeprägt als bei einer Grippe. Und sie kommen nicht so plötzlich.

Grippaler Infekt oder Grippe?

"Fühlen Sie sich wie von einem Zug überfahren?", lautet die Frage an die Patienten. Der Test spielt auf den plötzlich einsetzenden extremen Energieverlust bei einer Grippe-Erkrankung an. Während sich ein grippaler Infekt, begleitet etwa von Husten oder Schnupfen, meist schleichend anbahnt, kommt die Grippe für gewöhnlich aus heiterem Himmel. "Morgens sitze ich noch mit der Liebsten am Frühstücktisch und zu Mittag liege ich schon mit Schüttelfrost im Bett", veranschaulicht Prof. Martin Haditsch, Facharzt für Hygiene, Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin, den Verlauf.

Morgens sitze ich noch mit der Liebsten am Frühstückstisch und zu Mittag liege ich schon mit Schüttelfrost im Bett

Martin HaditschFacharzt für Hygiene, Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin

Laut AGES beginnt die echte Grippe plötzlich mit Fieber ab 38,5 Grad (oft auch höher), Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Husten. Halsschmerzen und Schnupfen treten in der Regel erst später dazu. Der Husten ist meist trocken und schmerzend, beim grippalen Infekt eher schleimig. Bei einer Erkältung gibt es kein oder nur leichtes Fieber (gesundheit.gv.at).

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Grippe, Erkältung, Corona, RSV: Symptome im Vergleich

  • Grippe: plötzlicher Beginn, hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, meist 5 bis 7 Tage.

  • Erkältung: schleichender Beginn, Schnupfen und Halsschmerzen, kein oder leichtes Fieber, meist 7 bis 10 Tage.

  • Corona und RSV: können ähnlich verlaufen, bei RSV stehen oft Husten und Schnupfen im Vordergrund. Sicher unterscheiden lässt sich nur per Test.

Diese Einordnung ist eine Orientierung (Quelle: 20min, 11.12.2025), keine Diagnose.

Wie lange dauert eine Grippe-Erkrankung?

Die Grippe selbst dauert meist 5 bis 7 Tage, der Husten kann zwei bis drei Wochen anhalten (RKI). Der Kinderarzt DDr. Peter Voitl betont, dass weniger die Dauer problematisch sei als das stark ausgeprägte Krankheitsgefühl: "Bei der Influenza ist man wirklich erledigt. Unter Umständen braucht man nach der Erkrankung noch ein, zwei Wochen, um sich vollständig zu erholen." Zu Fiebersenkern: Die aktuelle Leitlinie zum Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen (AWMF, 2025) empfiehlt fiebersenkende Mittel nur bei Beschwerden oder Leidensdruck, nicht allein nach der Höhe des Fiebers. Mittel der Wahl sind Paracetamol oder Ibuprofen, die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht. Acetylsalicylsäure (Aspirin) sollten Kinder und Jugendliche nicht bekommen. Bei Fragen zur Dosierung helfen Ärztin, Arzt oder Apotheke.

Wie lange ist man bei Grippe ansteckend?

Die Inkubationszeit beträgt ein bis vier Tage, im Schnitt zwei (AGES). Ansteckend sind Infizierte laut AGES schon einen Tag vor den ersten Symptomen und laut RKI etwa vier bis fünf Tage nach Symptombeginn, bei Immungeschwächten länger.

Wie behandle ich die Grippe?

Die Behandlung erfolgt in erster Linie symptomatisch: Bettruhe einhalten, viel trinken, bei starken Beschwerden fiebersenkende Mittel einnehmen und auf Komplikationen achten. Gegen Influenza gibt es verschreibungspflichtige Virenhemmer wie Tamiflu (Oseltamivir). Sie sollen innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn eingenommen werden. Ihr Nutzen ist begrenzt: Laut einer Cochrane-Auswertung (2014) verkürzen sie die Symptome bei Erwachsenen um weniger als einen Tag, Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen. Die AGES nennt antivirale Mittel vor allem für schwere Verläufe mit Laborbestätigung. Antibiotika wirken nicht gegen Viren.

Wie kann ich einer Erkrankung vorbeugen? Die Grippeimpfung 2026/27

Das Mittel der Wahl zur Vorbeugung einer Grippeinfektion ist nach wie vor die Impfung. Der Impfplan Österreich 2026/27 (Version vom 17. September 2026) empfiehlt sie allen ab 6 Monaten, besonders ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken und Personal in Gesundheits- und Pflegeberufen. Die Impfung ist im öffentlichen Impfprogramm enthalten und für die Patientinnen und Patienten kostenlos. Als bester Zeitpunkt gilt laut impfen.gv.at Mitte Oktober bis November.

  • Lieferung: Rund 868.000 Dosen des Impfstoffs Influvac werden Mitte bis Ende Oktober erwartet, insgesamt sind rund 1,7 Millionen Dosen bestellt. Zuerst sind laut news.at Kinder ab 6 Monaten und Schwangere an der Reihe, ab Kalenderwoche 43/44.

  • Impfstoffe: Im Programm sind ein Nasenspray für Kinder (Fluenz), Influvac Tri für alle Altersgruppen und der adjuvantierte Impfstoff Fluad für Ältere ab 60.

  • Wien: Mobile Impfaktionen in allen 23 Bezirken von November 2026 bis Jänner 2027, ohne Anmeldung (Impfservice Wien).

  • Corona und RSV: Die Corona-Impfung ist weiter kostenfrei und besonders ab 60 und für Risikogruppen empfohlen, sie kann zeitgleich mit der Grippeimpfung erfolgen. Die RSV-Impfung wird ab 60 empfohlen, ist aber laut gesundheit.gv.at nicht Teil des Gratisprogramms.

Abgesehen davon gilt, um der Grippe ebenso wie einem grippalen Infekt vorzubeugen, die Einhaltung der Hygienemaßnahmen: regelmäßig Hände waschen sowie hygienisch niesen, schneuzen und husten.

Für wen kann die Grippe gefährlich sein?

Für Hochrisikogruppen wie Kinder, Schwangere, Menschen über 65 Jahren und Personen mit chronischen Krankheiten kann eine Influenza-Erkrankung schwere Komplikationen nach sich ziehen, etwa Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Herzmuskelentzündung. Die AGES schätzt die Zahl der Influenza-assoziierten Todesfälle in Österreich für 2025/26 auf rund 1.900 (2024/25: rund 3.570, 2023/24: rund 2.700). Das sind Modellschätzungen auf Basis der Sterblichkeit, keine gemeldeten Totenscheine. Risikopersonen sollten bei einer "echten" Grippe ärztliche Hilfe aufsuchen. Wer erkrankt ist, sollte außerdem den Kontakt zu Angehörigen der Hochrisikogruppe meiden. Auch eine simple Erkältung kann für vulnerable Personen eine gesundheitliche Herausforderung sein, das Risiko ist hier aber in der Regel weit geringer.

Wann sollte man zum Arzt?

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, die Beschwerden stark sind oder sich nach einer anfänglichen Besserung wieder verschlechtern. Bei Atemnot sollten Sie umgehend Hilfe holen. Die Gesundheitsberatung 1450 ist rund um die Uhr erreichbar. Bei Kindern nennt die AWMF-Leitlinie als Warnzeichen unter anderem Atemnot oder schnelle Atmung, Bewusstseinsveränderung, Zeichen von Flüssigkeitsmangel, Fieber über drei Tage und einen Hautausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt.

Zink kann laut gesundheit.gv.at möglicherweise eine Erkältung um etwa zwei Tage verkürzen, aber nur in sehr hoher Dosierung, und zur Vorbeugung hat es keinen belegten Effekt.

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