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Digitales Arztgespräch könnte Ambulanzbesuch ersetzen

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Apotheken könnten Spitäler entlasten
©APA, GINDL, Barbara Gindl
Wer am Wochenende akute medizinische Beschwerden hat, könnte sich in Zukunft den Besuch im Spital sparen. Die Apotheken haben dazu in einem Pilotprojekt Arztgespräche über Videotelefonie getestet. Wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Begleitstudie hervorgeht, sind 96 Prozent der Versorgten mit dem Angebot zufrieden. Am häufigsten wurden kleinere Anliegen wie Ausschläge, Bindehautentzündungen, Erkältungen oder Magen-Darm-Erkrankungen behandelt.

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Aus Sicht der Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr schließt das Angebot eine medizinische Versorgungslücke: "Am Wochenende ist die ärztliche Erreichbarkeit für viele Menschen äußerst eingeschränkt. Oft bleibt ihnen nur der Gang in die teure und überfüllte Spitalsambulanz." Stattdessen sollen Patientinnen und Patienten in der Apotheke die Möglichkeit haben, sich in Randzeiten von einem online zugeschalteten Arzt beraten zu lassen. Dieser kann anschließend eine Diagnose stellen und rezeptpflichtige Medikamente verordnen. Die Beratung in der Apotheke vor Ort sorge für Erleichterung bei den Patienten und entlaste gleichzeitig die Ambulanzen, wie die teilnehmende Apothekerin Caroline Frauendorfer aus der Praxis berichtet.

Das Projekt lief von Februar bis Juni 2026 und richtete sich an Patientinnen und Patienten, bei denen die rezeptfreie Selbstmedikation nicht mehr ausgereicht hatte. Das Projekt wurde mit UNIQA Health Services und Mavie Next durchgeführt und von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) wissenschaftlich evaluiert. Laut den Ergebnissen der Studie konnten so 89 Prozent der Fälle abschließend in der Apotheke gelöst werden. Mit der Telemedizin wurde der Anteil der Patienten, die mit einem solchen Anliegen in die Spitalsambulanz gegangen wären, deutlich gesenkt.

Das Angebot ist laut Apothekerkammer zudem eine finanzielle Entlastung für das Gesundheitssystem. Der Kontakt mit einer Spitalsambulanz zählt zu den teuersten Formen der Versorgung in Österreich. In Fällen, in denen das nicht medizinisch notwendig wäre, könnte die assistierte Telemedizin in der Apotheke eine kostensparendere Alternative darstellen. Für Mursch-Edlmayr sind nun Politik und die Sozialversicherung am Zug: "Wir haben gezeigt, was möglich ist. Jetzt müssen die Verantwortlichen nur noch den Mut haben, neue Wege zu beschreiten."

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