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Der Body-Mass-Index leitet sich aus dem Verhältnis von Körpergröße und Körpergewicht ab. Er unterscheidet aber nicht zwischen Muskel, Fett und Knochenmasse und gibt auch nicht an, wie die Körperfettmasse verteilt ist - mehr am Oberschenkel oder am Bauch beispielsweise. Denn gerade das Bauchfett bringt gesundheitliche Nachteile mit sich und scheint das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu fördern.
"Eine moderne und einfach zu bestimmende Alternative ist die Waist-to-Height Ratio (WHtR). Sie setzt den Taillenumfang ins Verhältnis zur Körpergröße und gibt damit einen Hinweis darauf, wie stark sich Fett im Bauchbereich konzentriert", erklärte der Grazer Internist an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Med Uni Graz, Alexander Peikert. Ziel seiner jüngsten Studie war es, zu untersuchen, wie BMI und WHtR mit dem weiteren Krankheitsverlauf und insbesondere mit herzinsuffizienzbedingten Krankenhausaufenthalten zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "European Heart Journal" veröffentlicht. Für seine Forschung wurde der Kardiologe jüngst mit dem renommierten Desmond Julian Award ausgezeichnet, einer der höchsten internationalen Auszeichnungen für kardiologische Forschungsarbeiten, wie die Med Uni am Donnerstag mitteilte.
In seiner Studie nahm Peikert die Daten der bisher größten weltweit angelegten Untersuchung zur Behandlung von Herzinsuffizienz (PARAGON-HF-Studie) unter die Lupe. Demnach waren nach dem BMI 49 Prozent der 4.796 Patienten adipös. Doch die WHtR zeigte ein ganz anderes Bild: Ganze 96 Prozent hatten eine deutliche Fettansammlung am Bauch - eine sogenannte zentrale Adipositas.
Besonders bemerkenswert laut Peikert war, dass Patientinnen und Patienten, die laut BMI nicht als adipös eingestuft galten, zu 37 Prozent deutlich ausgeprägtes Bauchfett hatten und somit ein erhöhtes Risiko für eine Herzinsuffizienz. "Die WHtR zeigte einen stärkeren Zusammenhang mit dem Risiko für Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herzschwäche als der BMI", fasste Peikert zusammen.
Außerdem habe sich bei der WHtR nicht das sogenannte Adipositas-Paradoxon, das bei der Verwendung des BMI beobachtet werden kann, gezeigt. Dieses Paradoxon kann bei der Verwendung des BMI den Eindruck erwecken, dass Übergewicht in manchen Fällen sogar einen Vorteil für die Überlebenschancen bietet.
Die Ergebnisse der Studie stellen laut Peikert die bisherige starke Fokussierung auf den BMI infrage: "Bei der Beurteilung von Adipositas und des Herz-Kreislauf-Risikos bei HFpEF-Patientinnen und -Patienten sollte demnach nicht mehr ausschließlich darauf geschaut werden, wie viel jemand wiegt, sondern auch darauf, wo sich das Fett im Körper befindet. Die WHtR könnte hierfür ein einfaches und aussagekräftigeres Maß sein", schloss Peikert.
Darüber hinaus zeigte die Analyse, dass zentrale Adipositas bei der Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion(HFpEF) flächendeckend vorkommt. Dies stelle die bisherige Annahme infrage, dass Bauchfett nur für eine bestimmte Untergruppe von Bedeutung ist. Vielmehr könnte zentrale Adipositas ein grundlegendes Merkmal dieser Form der Herzschwäche sein.
(S E R V I C E - A. Peikert, M. Vaduganathan, B. L. Vlaggett, M. Packer et al.: "Near-universal prevalence of central adiposity in heart failure with preserved ejection fraction: the PARAGON-HF trial", https://academic.oup.com/eurheartj/article/46/25/2372/7985332)
ILLUSTRATION - 15.03.2025, Bayern, Untermerzbach: Damit der Abnehmerfolg mit GLP-1-Rezeptoragonisten von Dauer ist, ist eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten wichtig. (zu dpa: «Kürzere Tage, kältere Luft: Wie der Herbst im Körper wirkt») Foto: Pia Bayer/dpa/dpa-tmn +++ dpa-Bildfunk +++
