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Seit mehr als 170 Jahren gibt es am Dachsteingletscher systematische Beobachtungen und Aufzeichnungen. Den Grundstein dafür legte im 19. Jahrhundert Friedrich Simony (1813 bis 1896), der als Pionier der Gletscherbeobachtung gilt. Neben Fotografien in regelmäßigen Abständen, die das Schwinden des doch nicht ewigen Eises zeigen, stützt sich die Wissenschaft heute auf Eisbohrkerne. Im Eis der inneren Antarktis kann man bis zu einer Million Jahre zurückblicken, im Inlandeis Grönlands rund 100.000 Jahre und in den Ostalpen, wo die Gletscher bis Ende des Jahrhunderts verschwunden sein werden, immerhin 6.000 Jahre.
Analysiert werden u. a. die im Eis eingeschlossenen Gasbläschen. Damit kann man etwa den CO2- und Methan-Gehalt vergangener Zeiten bestimmen. Und hier führt die Ausstellung vor Augen: Es gab zwar Zeiten, in denen die Ostalpen eisfrei waren, aber niemals im Lauf der Jahrtausende war der CO2-Gehalt höher als 300 ppm (parts per million), während er 2025 im globalen Durchschnitt bei etwa 427 ppm lag. Unter Mikroskopen kann man sich selbst als Gletscherforscher versuchen, etwa die Abdrücke von Schneeflocken betrachten oder sich die Dünnschnitte von Eisbohrkernen zeigen lassen. Eine Installation verdeutlicht, was ein Kipppunkt ist. Die Ausstellung setzt geht niederschwellig an das Thema heran und setzt kein Wissen voraus, sondern begegnet Klimawandelskepsis mit der Vermittlung von Grundwissen.
(S E R V I C E Ausstellung "Schnee von gestern. Gletscher. Klima. Forschung" von 25. September bis 7. März 2027 im Linzer Schlossmuseum, https://www.ooekultur.at/location-detail/schlossmuseum-linz)
++ ARCHIVBILD/THEMENBILD ++ ZU APA0122 VOM 11.8.2025 - Die Verbindung zwischen den beiden Gletschern im Dachsteingebiet in Oberösterreich könnte bald Geschichte sein. Der Klimawandel, wenig Schnee im Winter und hohe Temperaturen im Sommer haben dem Weg zwischen Hallstätter Gletscher und Schladminger Gletscher zwischen Hunerkogel und dem Gjaidsteinsattel arg zugesetzt. Im Bild: Blick auf die Seethalerhütte auf 2.740 Meter Seehöhe am Dachstein, aufgenommen am Freitag, 25. Jänner 2019. (ARCHIVBILD VOM 25.1.2019)
