ABO

Test: Internetanbieter in Österreich

In Kooperation mit der ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien
Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
6 min
Artikelbild

Ein Preisvergleich kann über zwei Jahre eine deutliche Ersparnis bringen.

©iStock

Wer sparen will, vergleicht die Preise. Insbesondere bei hohen Bandbreiten lohnt sich das durchaus, wie eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Verbraucherstudien (ÖGVS) ergab.

Der Datenhunger der Österreicherinnen und Österreicher wird immer größer. Das belegen die Zahlen der RTR, der Rundfunk und Telekom Regulierungsgesellschaft. Vor allem Streaming in hoher Qualität, die Nutzung Sozialer Medien und Gaming fressen große Datenmengen. Um diese und andere Services zu nutzen, muss die Datenverbindung schon einiges können.

Welches Preis-Leistungs-Verhältnis man sich von den österreichischen Internetanbietern erwarten kann und wie klar Konditionen und Tarifmodelle ausgeschildert sind, hat sich die Gesellschaft für Verbraucherstudien (ÖGVS) bei neun Anbieter genau angeschaut: A1, Bob, Drei, HoT (Hofer Telekom), Lidl Connect, Magenta, MTEL, spusu und Yesss!.

Vier Testkategorien

Im Test wurden Kriterien in insgesamt vier Testkategorien geprüft, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtwertung eingeflossen sind – allerdings mit einer Einschränkung. „In der Gesamtwertung und in der Hauptkategorie Tarife haben wir nur die fünf Anbieter berücksichtigt, die ein umfassendes Angebot an Tarifen präsentierten“, sagt Studienleiterin Anja Haverkamp und meint damit ein Sortiment aus maximalen Bandbreiten von 30 bis 500 MBit/s. Die übrigen vier Anbieter holten aber durchaus Punkte in den anderen Kategorien, bei den Tarifen „boten sie meist sehr preisgünstige Alternativen an“, jedoch keine breite Auswahl.

  1. Tarife: Wie hoch sind die einmaligen und monatlichen Kosten der untersuchten Tarife? Wie sehen Tarifleistungen und Vertragsbedingungen aus? (60 % des Gesamtwertes)

  2. Telefon-Kundendienst: Wurden die Testkundinnen und -kunden freundlich behandelt und kompetent beraten? (20 % des Gesamtwertes)

  3. Angebotsbreite: Wie groß ist die Auswahl an Internettarifen und Zusatzpaketen? (10 % des Gesamtwertes)

  4. Transparenz & Komfort: Sind die wichtigsten Kosten und Bedingungen klar ersichtlich? Wie komfortabel ist die Website gestaltet? (10 % des Gesamtwertes)

Blurred image background

Quelle: ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien GmbH

 © ÖGVS

Preisvergleich lohnt sich

Wie viel man fürs Internet zahlt, ist für die meisten die wohl interessanteste Frage. Und hier zeigte sich im Test, dass sich ein Tarifvergleich lohnt. „Bereits bei den Tarifen der niedrigsten Bandbreite macht die Differenz zwischen der günstigsten und der teuersten Option im Zeitraum von zwei Jahren 243,10 Euro aus“, berichtet Haverkamp von den Ergebnissen, „das größte Einsparpotenzial gibt es bei Bandbreiten von mindestens 500 Mbit/s.“ Die Preisdifferenz zwischen dem teuersten und dem günstigsten Tarif betrug in der ÖGVS-Analyse 435,28 Euro (auf 24 Monate gerechnet). Im Kostenvergleich wurden allfällige Gebühren, etwa für Service und Anschluss, und Boni (Online- oder Neukundenboni) berücksichtigt.

Erste Anlaufstelle für einen Kostenvergleich sind die Websites der Internetanbieter, denen der ÖGVS-Test ein durchwegs positives Zeugnis ausstellt. „Die wichtigsten Tarif-Konditionen sind für eine schnelle Orientierung stichpunktartig oder tabellarisch dargestellt“, berichtet Haverkamp von der Analyse, „für einen Vergleich zwischen den Tarifen werden diese, häufig nach Anschlussart aufgeteilt, nebeneinander zum Vergleich gestellt.“ Auch mit der Nutzerfreundlichkeit und den Informationen zu Datenschutz und AGB waren die ÖGVS-Testerinnen und -Tester zufrieden. „Kritisiert wurde dagegen, dass Informationen zu den einmaligen Kosten schwer aufzufinden waren“, sagt Haverkamp, „so befand sich nur auf knapp der Hälfte der Websites eine Übersicht über alle einmaligen Kosten.“

Blurred image background

Quelle: ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien GmbH

 © ÖGVS

A1 erfüllte die gesetzten Kriterien am besten

Anja Haverkamp
Bild

Anja Haverkamp

 © Beigestellt

Sehr gemischt schnitten die Anbieter in Sachen Telefon-Kundendienst ab, konkret, wenn es um die Beantwortung von Kundenfragen ging. „Zwar gaben die Mitarbeitenden der Hotlines immer korrekte Antworten und waren freundlich“, fasst Haverkamp die Ergebnisse zusammen, „allerdings waren die Antworten in knapp der Hälfte der Fälle auf das Wesentliche beschränkt und hätten umfassender, etwa mit wertvollen Zusatzhinweisen, ausfallen können.“ Auch hinsichtlich der Erreichbarkeit der Hotlines habe es deutliche Unterschiede gegeben. Während einige Anbieter bei jedem Anrufversuch zu erreichen gewesen seien, beantwortete ein Anbieter nur drei der fünf Anrufe.

ÖGVS-Tests

Über die Autoren

Logo
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER