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Fertighaus-Anbieter im Test

In Kooperation mit der ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien
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Aktualisiert
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Bei der Planung eines Fertighauses werden Entscheidungen fürs Leben getroffen.

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Über ein gutes Service kann man sich bei allen Fertighaus-Anbietern freuen. Doch die Qualität der Erstberatung ist teils noch ausbaufähig, wie ein aktueller Test der Gesellschaft für Verbraucherstudien (ÖGVS) ergab.

Möglichst schnell ins eigene Haus ziehen können: Das ist ein Traum, den viele haben – und sich daher für ein Fertighaus entscheiden. Verglichen mit dem Aufwand, ein Massivhaus zu erbauen, kommt ein Fertighaus wegen der kürzeren Bauzeit deutlich billiger. Dennoch hat man mittlerweile relativ viel Spielraum bei der Ausgestaltung. Die Frage ist nur, wie und wofür man diesen Gestaltungsspielraum nutzen will. Daher ist es wichtig, dass schon die erste Beratung beim Fertighausanbieter professionell ist und auf die spezifischen Kundenwünsche eingeht.

Was man sich bei acht verschiedenen Anbietern in Österreich in Sachen Erstberatung erwarten kann, hat die Gesellschaft für Verbraucherstudien (ÖGVS) in einem großangelegten Test ermittelt. Im Test wurden diese acht Anbieter berücksichtigt: Elk, Genböck Haus, Griffner, Haas Fertigbau, Hartl Haus, Marles, Vario-Haus und Wolf Haus. Jeden dieser Anbieter besuchten „Mystery Shopper“ der ÖGVS – verdeckte Testkundinnen und Testkunden – je fünf Mal, um die Qualität der Erstberatung und des Service zu prüfen. Mit im Gepäck hatten die Testerinnen und Tester einen standardisierten Fragebogen mit 42 Fragen in zwei Kategorien:

  1. Erstberatung: Erfolgte eine umfassende Bedarfsanalyse sowie eine kompetente Beratung? (70 Prozent des Gesamtwertes)

  2. Service: Wurden die Testkundinnen und Testkunden freundlich und zuvorkommend behandelt? (30 Prozent des Gesamtwertes)

Gute Leistung

Je besser die Beratung bei der Planung, umso wohler wird man sich im eigenen Haus fühlen. „In der Praxis zeigte sich jedoch, dass dieser Punkt manchmal zu kurz kam“, sagt ÖGVS-Studienleiterin Christina Berger. Wie hoch das Budget sei, ob ein Grundstück vorhanden sei und wie viele Räume gewünscht werden, haben zwar fast alle Beraterinnen und Berater in der Erstberatung von sich aus gefragt. Andere wichtige Themen haben sie hingegen ausgespart.

„Ein zentrales Thema wie der Umfang gewünschter Eigenleistungen kam in knapp 25 Prozent aller Testfälle nicht zur Sprache, und auch der Bedarf für einen Keller wurde in einigen Fällen nicht erfragt“, fasst Berger die Testergebnisse zusammen. Nach etwas spezielleren Kundenwünschen wie etwa einem Wintergarten erkundigte sich das Personal nur in zehn von 40 Testfällen. Ob ein Kamin gewünscht sei, kam immerhin in 15 Fällen zur Sprache.

Was unbedingt zu einer modernen Beratung gehört, ist das Thema Energie. Wie soll das Haus geheizt werden, wie wird das Wasser warm und woher kommt der Strom? Bei einigen Testbesuchen bekamen die ÖGVS-Mystery-Shopper dazu keine klare Empfehlung. Und auch bei den Energie-Basics haperte es hie und da. „In einigen Testfällen wurden den Testerinnen und Testern die Vor- und Nachteile verschiedener Energie- und Wärmequellen nicht erläutert“, kritisiert Berger.

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 © ÖGVS

„Insgesamt erlebten die Mystery Shopper aber eine gute Erstberatung, nach der sie sich ausreichend informiert fühlten, um die Überlegungen zum Hausbau fortsetzen zu können“, sagt Berger. Positiv sei aufgefallen, dass sie fast überall Planungstipps hinsichtlich der benötigten Fläche sowie der Anzahl der Räume bekommen haben. In rund acht von zehn Erstberatungsgesprächen habe das Personal mindestens zwei mögliche Hausmodelle vorgestellt und fast immer deren Vor- und Nachteile erklärt.

Haas Fertigbau überzeugte im Test

Christina Berger
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Christina Berger, Studienleiterin, Gesellschaft für Verbraucherstudien

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Bestnoten für Service

Durchwegs positiv bewerteten die ÖGVS-Testerinnen und -Tester die Servicequalität. Drei Anbieter holten ein „Sehr gut“, alle anderen ein „Gut“. Berger begründet die guten Ergebnisse so: „Es konnte fast immer innerhalb von zwei Versuchen eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter telefonisch erreicht werden, die während des Telefonats in allen Fällen freundlich und hilfsbereit waren.“ Außerdem haben die Mystery Shopper so gut wie immer innerhalb der nächsten drei Wochen einen Termin für die Erstberatung bekommen. „Nur in einem von 40 Fällen wurde der vereinbarte Termin verschoben, ansonsten wurden die Termine eingehalten“, berichtet Berger vom Test.

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Bei Auskünften zu den Kosten, die auf die ÖGVS-Testerinnen und -Tester zukommen würden, hielten sich manche Beraterinnen und Berater bedeckt. „Detaillierte Angebote erhielten die Testkundinnen und -kunden trotz erfolgter Bedarfsanalyse nur in 15 von 40 Fällen“, sagt Berger. In den Fällen, in denen es kein konkretes Angebot gegeben habe, haben die Mystery Shopper häufig Preislisten bekommen, allerdings nicht bei allen Anbietern. Positiv sind hier Haas Fertigbau, Wolf Haus, Vario-Haus und Hartl Haus aufgefallen. Bei fast allen Testbesuchen gab es aber immerhin einen ungefähren Richtpreis zur ersten Orientierung.

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