ABO

Andrang in Triester Traditions-Strandbad mit Geschlechtertrennung

Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Artikelbild

Eine Mauer trennt die Geschlechter im „La Lanterna“-Strandbad.

©Triest24.com

Das historische Strandbad „Pedocìn“ konnte mehr als 100.000 Besucher in drei Monaten verbuchen.

von

Mehr als 100.000 Menschen haben in diesem Sommer bereits das historische Strandbad „La Lanterna“ – unter Einheimischen als „El Pedocìn“ in Triest besucht, in dem Frauen und Männer in getrennten Bereichen baden. 106.696 Eintrittskarten wurden innerhalb von drei Monaten verkauft. Bei einem Eintrittspreis von 1,20 Euro kamen damit rund 120.000 Euro Einnahmen zusammen.

Großer Andrang bei Frauen

Das traditionsreiche Bad verdankt seinen Erfolg allerdings nicht allein dem günstigen Eintrittspreis. Die Anlage geht auf die Zeit der Habsburger zurück und gilt mit ihrer rund 74 Meter langen Trennmauer zwischen den Bereichen für Frauen und Männer als Besonderheit. Inzwischen lockt das historische Strandbad auch zahlreiche Touristen an. Besonders groß ist der Andrang bei den Frauen.

Im Juli wurden nach Angaben der Zeitung Il Piccolo 53.610 Eintrittskarten für Frauen verkauft. Zum Vergleich: Im Juli 2025 waren es 34.885 und im Juli 2024 rund 40.160. In den Zahlen sind auch kostenlose Eintritte enthalten, etwa für Kinder unter zwölf Jahren sowie für Menschen mit Behinderung und deren Begleitpersonen.

Eintritt kostet nur 1,20 Euro

Der Eintritt ins „Pedocìn“ kostet mit 1,20 Euro weniger als eine Busfahrt in Triest. Der eigentliche Anziehungspunkt ist jedoch die ungewöhnliche Tradition: Die Trennung von Frauen und Männern wird bis heute beibehalten und macht das Bad zu einer in Europa wohl einzigartigen Einrichtung. Trotz des Besucherrekords besteht allerdings auch Handlungsbedarf. Nach Einschätzung von Il Piccolo benötigt die Anlage inzwischen einige Instandhaltungsarbeiten.

Das „El Pedocin“-Bad gilt in Triest als kulturelle Besonderheit und identitätsstiftendes Symbol der Stadt. Viele Einwohner verteidigen die traditionelle Aufteilung als historisches Erbe und freiwillig akzeptierte Regelung. Kritiker betrachten die Trennung dagegen als überholt und nicht mehr zeitgemäß. Immer wieder sorgt das Strandbad deshalb für Diskussionen über Tradition, gesellschaftlichen Wandel und den Umgang mit historischen Besonderheiten im öffentlichen Raum.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER