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Flughafen Wien steigert Ergebnis trotz weniger Passagieren in Wien

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Die Flughafen-Wien-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner

©Hofer, Flughafen Wien

Der Flughafen Wien hat im ersten Halbjahr 2026 trotz eines Passagierrückgangs am Standort Wien das Ergebnis verbessert. Wachstum in Malta und Košice sowie geringere operative Aufwendungen stützten die Bilanz.

Der Flughafen Wien hat im ersten Halbjahr 2026 bei nahezu stagnierendem Umsatz das Ergebnis gesteigert. Die Flughafen-Wien-Gruppe erzielte einen Umsatz von 529,3 Millionen Euro, um 0,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das EBITDA stieg um 7,3 Prozent auf 227,1 Millionen Euro, das EBIT um 9,1 Prozent auf 159,4 Millionen Euro. Das Periodenergebnis vor Minderheiten verbesserte sich um 7,0 Prozent auf 123,2 Millionen Euro.

Als Grund für die Ergebnisverbesserung nennt das Unternehmen vor allem gesunkene operative Aufwendungen, Kostendisziplin und Sondereffekte. Gleichzeitig entwickelte sich das Passagieraufkommen an den drei Standorten unterschiedlich.

Wien mit Rückgang, Malta und Košice mit Wachstum

Von Jänner bis Juni 2026 wurden in der gesamten Gruppe 19,98 Millionen Passagiere gezählt, ein Plus von 1,9 Prozent. Am Standort Wien ging das Passagieraufkommen hingegen um 3,2 Prozent auf 14,27 Millionen Reisende zurück. Als Gründe nennt der Flughafen die Reduktion des Low-Cost-Angebots sowie die Auswirkungen des weiterhin anhaltenden Konflikts im Nahen Osten.

Die Auslandsbeteiligungen entwickelten sich dagegen positiv. Der Flughafen Malta verzeichnete mit 5,25 Millionen Passagieren ein Plus von 15,6 Prozent. Am Flughafen Košice stieg das Aufkommen um 43,5 Prozent auf 460.245 Reisende.

Auch im Juli setzte sich die unterschiedliche Entwicklung fort. Die Gruppe kam auf 4,47 Millionen Passagiere, ein Plus von 0,4 Prozent. In Wien wurden 3,13 Millionen Reisende gezählt, 4,7 Prozent weniger als im Juli 2025. Malta legte um 14,7 Prozent, Košice um 16,9 Prozent zu.

Für die ersten sieben Monate ergibt sich damit ein Rückgang von 3,5 Prozent am Standort Wien. Die gesamte Gruppe verzeichnete hingegen ein Plus von 1,6 Prozent auf 24,45 Millionen Passagiere.

Flughafen fordert Entlastung bei Flugabgabe

Vorstand Julian Jäger sieht angesichts der Entwicklung Handlungsbedarf für den österreichischen Luftfahrtstandort. „Damit der Luftfahrtstandort Österreich aber nachhaltig wieder zulegen kann, braucht es dringend Rahmenbedingungen, welche die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken und Wachstum ermöglichen“, sagt Jäger.

Die angekündigten Entlastungsmaßnahmen des Verkehrsministeriums für die Luftfahrt im Umfang von 60 Millionen Euro über zwei Jahre seien ein erster Schritt. „Priorität hat dabei vor allem die Abschaffung der Flugabgabe oder zumindest deren deutliche Reduktion“, so Jäger.

Die Flugabgabe belastet nach Ansicht des Flughafens die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Wachstum finde derzeit vor allem dort statt, wo es entsprechende Belastungen nicht gebe.

Investitionen steigen

Trotz des schwierigen Marktumfelds investierte die Flughafen-Wien-Gruppe im ersten Halbjahr 150,8 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 140,2 Millionen Euro. Am Standort Wien entfielen 59,6 Millionen Euro auf die Terminal-3-Süderweiterung. Das Projekt liegt laut Flughafen im Zeit- und Budgetplan und soll im zweiten Quartal 2027 in Betrieb gehen. Am Flughafen Malta wurden im ersten Halbjahr 24,8 Millionen Euro investiert.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Flughafen Wien nun rund 42,5 Millionen Passagiere in der gesamten Gruppe und rund 30,5 Millionen am Standort Wien. Auch die Finanzprognose wurde leicht verbessert. Erwartet werden rund 1,08 Milliarden Euro Umsatz, 425 Millionen Euro EBITDA sowie ein Periodenergebnis vor Minderheiten von rund 220 Millionen Euro. Nach Minderheiten sollen rund 190 Millionen Euro verbleiben.

Die Prognose steht unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren geopolitischen Auswirkungen oder massiven Verkehrsbeschränkungen kommt.

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