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So schützen sich Reisende vor Krankheiten

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Hepatitis A ist eine klassische Reiseimpfung, die oft empfohlen wird
Sonne, Strand, Natur, Erholung, neue Erlebnisse - jeder verspricht sich etwas Anderes von seinem Urlaub. Was die meisten lieber ausblenden: Reisen bringen immer gewisse Gesundheitsrisiken mit sich. Und in vielen Ländern können Krankheiten im Umlauf sein, die im normalen Alltag keine Rolle spielen.

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Das Gute ist: Wer die Risiken kennt und sich darauf vorbereitet, bleibt in der schönsten Zeit des Jahres ziemlich sicher gesund und kann alles in vollen Zügen genießen. Zwei Fachleute aus der Reisemedizin geben Antworten auf wichtige Fragen.

"Durchfall, Sonnenbrand und Mückenstiche", sagt Tomas Jelinek. Das seien die gesundheitlichen Probleme, mit denen Urlauber mit Abstand am meisten zu tun haben. "Das hört sich banal an, aber das kann alles garstig sein", sagt der Infektiologe, der Präsident der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin ist.

Basics wie Sonnenschutz, Mückenschutz und Medikamente, die bei Durchfall helfen, gehören auch deshalb immer in den Koffer.

Gegen einige Gesundheitsrisiken im Urlaub können sich Reisende mit Impfungen schützen. Ob für eine Reise eine bestimmte Immunisierung nötig ist, das hängt von vielen Faktoren ab. Was die Internistin Sabine Jordan grundsätzlich rät: Egal, wohin man reist: Alle Impfungen, die in Österreich als Standard empfohlen sind, sollte man haben. Dazu gehören Tetanus, Masern oder Polio: Krankheiten, die in anderen Erdteilen mitunter wesentlich häufiger vorkommen als in Österreich.

Ob man sich darüber hinaus speziell für eine Reise noch eine Impfung holt, ist eine individuelle Abwägung und hängt wesentlich davon ab, wo man Urlaub macht und was man dort vorhat - aber auch wie häufig oder gefährlich eine Krankheit ist.

Hepatitis A zum Beispiel ist eine Krankheit, bei der das Ansteckungsrisiko in vielen Ländern deutlich höher ist als in Österreich. Die Erreger, die eine Leberentzündung auslösen können, werden etwa durch verunreinigte Lebensmittel übertragen. Zwar ist es eine Erkrankung, die meist harmlos verläuft. Doch in seltenen Fällen kann sie schwere Verläufe nehmen. In der Abwägung sei Hepatitis A deshalb eine klassische Reiseimpfung, die sehr großzügig empfohlen werde, sagt Jordan.

Wer seinen Urlaub ausschließlich in einer Hotelanlage verbringt, ist in mancher Hinsicht tatsächlich weniger exponiert. Das Risiko für Tollwut oder bestimmte seltene Infektionen ist deutlich geringer, wenn man nicht viel herumkommt oder mit Tieren und der lokalen Umwelt in Kontakt gerät.

Besucht man etwa auf Bali Affenparks oder ist generell viel auf der indonesischen Insel unterwegs, sollte man über eine Tollwutimpfung nachdenken. Denn hier gilt: Die Wahrscheinlichkeit, Tollwut zu bekommen, ist sehr gering, das Gesundheitsrisiko im Fall einer Ansteckung aber sehr hoch. Zwar gibt es nach Bissen oder Kratzern infizierter Tiere noch eine Behandlungsmöglichkeit - doch darauf sollte man es nicht ankommen lassen. Und bricht die Infektion einmal aus, verläuft sie tödlich.

Plant man nur Cluburlaub, muss man sich vielleicht mit weniger Gesundheitsgefahren auseinandersetzen als bei einem Backpacking-Trip quer durch ein Land. Risiken gibt es dennoch. "Hotelanlagen schützen nicht vor lebensmittelübertragbaren Erkrankungen", sagt Sabine Jordan. Durchfallerkrankungen oder Hepatitis A bleiben dort ein Thema. Hinzu kommen etwa Mückenkrankheiten, die unabhängig vom Reisestil auftreten können. "Man kann auch auf den Malediven Dengue-Fieber bekommen", sagt sie.

Ja. Tomas Jelinek fällt im Gespräch spontan die Dominikanische Republik ein. Das beliebte Sonnenziel in der Karibik lockt viele Reisende, doch ganz wenige ließen sich vorher beraten, so der Fachmann. Dabei gibt es, auch bedingt durch die lange Grenze mit dem krisengeplagten Haiti auf der Insel Hispaniola, viele Gesundheitsrisiken: Dengue, Chikungunya, Diphtherie, Meningokokken sowie auch die bakterielle Infektionskrankheit Leptospirose, zählt der Experte auf.

Wollte man diese Frage vollständig beantworten, würde das ein Buch füllen. Ein kurzer schlaglichtartiger Überblick zeigt aber, warum man sich gerade vor Fernreisen frühzeitig über die Gesundheitsrisiken schlau machen und vorsorgen sollte - bei Bedarf mit Impfungen, in jedem Fall aber mit einer passend bestückten Reiseapotheke.

Manche Infektionen haben spezifische Krankheitsbilder. Bei Dengue haben viele Betroffene mit sehr starken Muskelschmerzen zu kämpfen, bei Chikungunya mehr mit Gelenkschmerzen, sagt Tomas Jelinek. Aber Kopfweh, Fieber, Leistungsschwäche, das seien allgemeine Symptome bei vielen Erkrankungen. Ist es eine Tropenkrankheit oder ein Infekt mit heimischen Viren? "Das lässt sich nur mit einer Blutentnahme klären", sagt der Mediziner. "Es kann ja auch Malaria sein, wo es dann wirklich auch lebensgefährlich wird. Also sollte man auf jeden Fall anscheun lassen."

Das gilt auch für Durchfallerkrankungen nach Reisen, die von verschiedenen Erregern ausgelöst werden können, oder auch für unklare Hautbeschwerden.

Jelinek würde sich wünschen, Menschen nicht nur nach der Reise mit Beschwerden, sondern noch häufiger auch vorher bei sich in der Praxis zur Beratung zu begrüßen: "Mit dem Ziel, dass sie im Urlaub gar nicht erst krank werden."

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Zacharie Scheurer/Zacharie Scheurer

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Bodo Marks/Bodo Marks

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