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Impfung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs getestet

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Studie zu Medikament mit dramatisch besserer Wirkung erschienen
©APA/APA/Hochmuth/GEORG HOCHMUTH
Wissenschafter versuchen, eine der bösartigsten Krebserkrankungen, Bauchspeicheldrüsenkrebs, zu "knacken". Im "New England Journal of Medicine" ist jetzt eine Studie mit einem neuen Medikament erschienen, das vor kurzem beim Kongress der US-Onkologen für Ovationen sorgte. Doch auch die neueste Idee auf diesem Gebiet wurde bereits an Probanden getestet: eine Impfung gegen das Pankreaskarzinom.

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"Das Pankreaskarzinom bringt die Patienten und sprichwörtlich auch die Behandler um", sagte vor einiger Zeit ein bekannter Wiener Onkologe. In Österreich gibt es pro Jahr fast 2.000 neue Fälle dieser heimtückischen Krebserkrankung. Jährlich werden rund 1.900 Todesfälle registriert. Wegen der zumeist unspezifischen Symptome erfolgt die Diagnose zumeist zu spät. Die Onkologen wiederum scheiterten jahrzehntelang in der Suche nach wirkungsvollen Therapien, was manche der Wissenschafter auch einfach aufgeben ließ.

Doch derzeit stehen die Zeichen auf Hoffnung. Beim Jahreskongress der Gesellschaft der amerikanischen Onkologen (ASCO) in Chicago wurde vor kurzem eine Studie mit einem neuen, potenziell hoch wirksamen Medikament präsentiert. Es gab "Standing Ovations" der anwesenden Krebsspezialisten. Dabei handelt es sich um die Substanz Daraxonrasib, welche den bei mehr als 90 Prozent der Pankreaskarzinome mutierten KRAS-Signalweg hemmt. Dadurch ist im Rahmen der bösartigen Erkrankung ein genetischer "Schalter" ständig auf "On" gestellt, der das Zellwachstum antreibt.

Während bisher nur einige wenige Wirkstoffe bekannt waren, welche sehr seltene Mutationsvarianten von KRAS blockierten, wurde in der Wirksamkeitsstudie mit Daraxonrasib ein potenzielles Medikament untersucht, das bei verschiedensten Genvarianten von KRAS wirkt. Die Ergebnisse der klinischen Studie mit 500 Patienten wurden jetzt im "New England Journal of Medicine" (DOI: 10.1056/NEJMoa2605555) publiziert . Im Vergleich zu einer herkömmlichen Chemotherapie stieg die mittlere Gesamtüberlebensdauer bei Einnahme des in Tablettenform verfügbaren Mittels von 6,7 Monate auf 13,2 Monate, was einer Verdoppelung entspricht. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung erhöhte sich von 3,5 Monate auf im Mittel 6,7 Monate. Die Probanden hatten bereits an einem Pankreaskarzinom im Spätstadium gelitten.

"Die Begeisterung rührt natürlich größtenteils von den dramatischen Therapieerfolgen bei einer Erkrankung her, die in der Vergangenheit nur schwer auf Behandlungen ansprach. Doch aus der Perspektive der Grundlagenforschung ist es großartig zu sehen, wie die jahrzehntelangen Bemühungen um die Entwicklung von Inhibitoren für Krebs-fördernde KRAS-Proteine jetzt zu Erfolgen führen", schrieb dazu der Herausgeber des "New England Journal of Medicine", Eric Rubin.

Die Forschung rund um Möglichkeiten, Krebs mit KRAS-Mutationen im Hintergrund zu beeinflussen, läuft jedenfalls auf Hochtouren. Amanda Huff von der Johns Hopkins School of Medicine (Baltimore/USA) und ihre Co-Autoren haben beispielsweise im Februar dieses Jahres mit einer Studie einen ganz neuen Weg beschritten. In "Nature Communications" (https://doi.org/10.1038/s41467-026-68324-4) berichteten sie von einem therapeutischen Impfstoff gegen KRAS-Mutationen.

Die Vakzine wurde bei zwölf Pankreaskarzinompatienten angewendet, bei denen der Tumor im Frühstadium mit dem Ziel einer Heilung chirurgisch entfernt worden war. Sie bekamen dann eine Immuntherapie plus die Impfung. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von rund drei Jahren waren immerhin vier der zwölf Erkrankten ohne Rückfall geblieben. Bei zehn der zwölf Patienten hatte man ein immunologisches Ansprechen auf den Impfstoff registriert.

Die Vakzine ist aber auch bereits bei einer Gruppe von 20 Probanden mit einem extrem hohen Risiko für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms untersucht worden. In einer Studie der Phase I mit vier Teilimpfungen zeigten 18 der Personen mit Vorstadien einer solchen Erkrankung eine spezifische Immunreaktion gegen KRAS. Keiner der Studienteilnehmer erkrankte innerhalb eines Jahres an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei fünf Probanden bildeten sich potenziell gefährliche Zysten in der Bauchspeicheldrüse wieder zurück.

Diese Strategie hängt aber vom Vorhandensein von Techniken ab, um Menschen mit dem höchsten Risiko für ein Pankreaskarzinom zu identifizieren. "Trotz enormer Anstrengungen ist es uns bisher nicht gelungen, Bauchspeicheldrüsenkrebs früh genug zu erkennen, um die meisten Todesfälle zu verhindern. Eine wichtige Frage ist: Können wir ihn verhindern, bevor er überhaupt entsteht?", erklärte Elizabeth Jaffee, stellvertretende Direktorin des Sidney Kimmel Cancer Center an der Johns Hopkins University, vor wenigen Tagen gegenüber dem US-Krebsinformationsdienst "Healio".

"Wenn wir bei den Screening-Methoden Fortschritte erzielen und die Risikopatienten besser identifizieren können, können wir ihnen hoffentlich frühzeitig einen Impfstoff verabreichen und eine Immunantwort auslösen, die sie vor Bauchspeicheldrüsenkrebs schützt. Ich glaube nicht, dass dies nächstes Jahr möglich sein wird, aber ich bin zuversichtlich, dass es in den nächsten fünf bis zehn Jahren Realität sein wird", wurde die Expertin zitiert.

ZU APA-TEXT BD - Mit einer "Exact"-Studie mit rund 50 Patienten soll am Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH erstmals in Österreich ein System zur individualisierten Krebsmedizin etabliert werden. Im Bild: Eine Laborkraft bereitet am Montag, 15. April 2013, Proben zur Untersuchung vor. APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH

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