von
In Wien am Graben, wo die höchsten Mieten in Österreich anfallen, und am Kohlmarkt mit dem goldenen Quartier, Nummer zwei in diesem Ranking, liegt der Leerstand "bei nahezu Null" heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Immobilienbericht. Auch die Kärntner Straße habe nur wegen des "temporären Leerstands des ehemaligen Benetton-Multistores" einen Anstieg verzeichnet, hier liefen aber bereits Gespräche über die Neuvermietung.
Dabei müssen Geschäftsleute an diesen Standorten für die Miete tief in die Tasche greifen. Bis zu 630 Euro pro Quadratmeter werden am Graben gezahlt, bis zu 590 Euro "ums Eck" am Kohlmarkt und im goldenen Quartier. Da muten die Preise auf der Kärntner Straße mit 420 Euro günstig an - ganz zu schweigen von der Mariahilfer Straße, wo maximal 170 Euro je Quadratmeter fällig werden. Vermieter in den Innenstadtlagen der Landeshauptstädte müssen da vor Neid erblassen, in Salzburg gibt es maximal 140 Euro, in Linz etwa höchstens 90 Euro.
"Die Nachfrage nach den besten Adressen ist ungebrochen, das Angebot bleibt dort äußerst begrenzt. Das zeigt sich am Mietniveau und am Leerstand", schreibt Eugen Otto, Geschäftsführer von OTTO Immobilien, in einer Aussendung zur Situation in den besten Lagen in Wien. An den vier Standorten zusammen wurden knapp 500 Geschäfte mit zusammen gut 200.000 Quadratmetern Verkaufsfläche erfasst. Und Wien mag im Österreich-Vergleich sehr teuer sein, international sind die Preise im Mittelfeld. Die teuersten Mieten in der Londoner Bond Street kommen auf 2.693 Euro, in Paris auf 1.333 Euro.
"Die Innenstädte von Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck bleiben weiterhin attraktive Handelsstandorte", heißt es im Retail Marktbericht. Die im Vergleich zu Wien niedrigeren Mieten würden gerade für internationale Konzerne anziehend wirken. In allen vier Landeshauptstädten sei die Nachfrage gut, nur Innsbruck hat mit über 9 Prozent eine höhere Leerstandsrate. Hier stehe die innerstädtische Einkaufsmeile unter dem Konkurrenzdruck zahlreicher Einkaufszentren in der Stadt und im Umland. In Salzburg wiederum, wo trotz leichten Anstiegs nur wenige Geschäfte leer stehen, würden manche Interessenten von "architektonischen Besonderheiten und denkmalrechtlichen Vorgaben" abgeschreckt, die die Möglichkeiten zu individuellen Anpassungen einschränken.
