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Arbeitslosigkeit im Oktober: Wo in Österreich die Zahlen steigen und wo sie sinken

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Beratungsgespräch zwischen zwei Personen an einem Schreibtisch
Foto:©Unsplash/Vitaly Gariev

Fast 390.000 Menschen waren Ende Oktober beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet, etwas mehr als vor einem Jahr. Doch das Bild ist uneinheitlich: In zwei Bundesländern geht die Arbeitslosigkeit bereits zurück, anderswo steigt sie kräftig.

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Wo die Arbeitslosigkeit steigt und wo sie sinkt

Die Arbeitslosigkeit in Österreich entwickelt sich je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Zurückgegangen ist sie im Oktober nur in Wien und Kärnten. In Wien sank die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmenden laut AMS Wien um 2,8 Prozent, in Kärnten um 1,1 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es in Niederösterreich mit plus 5,2 Prozent, gefolgt von der Steiermark mit plus 4,5 Prozent. Auch Tirol, das Burgenland, Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich verzeichneten Zuwächse zwischen 1,1 und 2,3 Prozent.

„Wir sehen, dass die Erholung auf dem Wiener Arbeitsmarkt an Fahrt gewinnt“, sagte Winfried Göschl, Landesgeschäftsführer des AMS Wien. In Niederösterreich liegt die Arbeitslosenquote laut Land Niederösterreich bei 6,6 Prozent und damit zwar unter dem Bundesschnitt, aber um 0,4 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Die Zahl der Menschen, die dort länger als ein Jahr ohne Job sind, stieg um 27,1 Prozent.

Die Zahlen für ganz Österreich

Österreichweit waren Ende Oktober laut Arbeits- und Sozialministerium 389.941 Menschen arbeitslos oder in Schulung gemeldet, um 1.823 oder 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon waren 314.499 Personen arbeitslos vorgemerkt, ein Plus von 1,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung stieg leicht auf 7,3 Prozent.

Der Anstieg verlangsamt sich allerdings. Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) sprach von einer „ermutigenden Entwicklung, auch wenn wir noch nicht von einer Trendwende sprechen können“. AMS-Vorständin Petra Draxl sagte, der leichte Konjunkturaufschwung mache sich in einzelnen Gruppen bemerkbar, aber nicht bei allen. Er sei noch nicht stark genug, um die Arbeitslosigkeit insgesamt zu senken.

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Beratungsgespräch zwischen zwei Personen an einem Schreibtisch
 © Unsplash/Vitaly Gariev

Wen der Anstieg trifft

Deutlich gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen. Laut Ministerium waren um 4,3 Prozent mehr Frauen arbeitslos gemeldet als im Oktober 2025, bei Männern gab es einen Rückgang um 1,3 Prozent. Das hat auch mit den Branchen zu tun: Mehr Arbeitslose gab es im Gesundheitswesen und im Handel, wo viele Frauen arbeiten. In Kärnten führt das AMS den Anstieg bei Frauen zwischen 60 und 65 Jahren auf die schrittweise Anhebung ihres Pensionsantrittsalters zurück.

Ein wachsendes Problem bleibt die lange Arbeitslosigkeit. 104.441 Menschen sind laut Ministerium bereits länger als ein Jahr beim AMS vorgemerkt, um 10,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das ist rund ein Drittel aller Betroffenen. Bei Jugendlichen stagnierte die Arbeitslosigkeit, die Zahl der Lehrstellensuchenden stieg dagegen um 12,6 Prozent. Rückgänge verzeichnete das Ministerium am Bau, im Tourismus und in der Arbeitskräfteüberlassung.

Weniger offene Stellen, Österreich im EU-Vergleich

Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen sank auf 73.733, ein Minus von 3,4 Prozent. Auf eine offene Stelle kommen damit rechnerisch mehr als vier Arbeitslose. Für 2026 erwarten die Wirtschaftsforschungsinstitute laut Ministerium nur ein leichtes Wachstum, das WIFO von 0,9 und das IHS von 0,8 Prozent.

Im europäischen Vergleich liegt Österreich weiterhin unter dem Schnitt, der Abstand ist aber geschrumpft. Nach der international vergleichbaren Methode lag die Arbeitslosenquote laut Eurostat im September bei 6,3 Prozent, nach 5,5 Prozent ein Jahr davor. Der Schnitt der Eurozone betrug 6,5 Prozent.

Quellen

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Trotz herausfordernder Gesamtsituation zeigen sich erste, leicht positive Signale in der Arbeitsmarktentwicklung (2. November 2026)

AMS Wien: Erholung auf dem Wiener Arbeitsmarkt gewinnt an Fahrt (2. November 2026)

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Arbeitslosenquote in Niederösterreich weiterhin unter Bundesschnitt (2. November 2026)

Eurostat: Euro area unemployment at 6.5% (30. Oktober 2026)

Quelle: APA

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