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Linz beschließt Verkauf von Flughafen-Anteilen

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Der Linzer Flughafen steckt in Turbulenzen
©MARKUS HAUSER, APA, FOTOKERSCHI.AT, Themenbild
Der Linzer Gemeinderat hat am Donnerstag den Verkauf des städtischen 50-Prozent-Anteils am Linzer Flughafen an das Land Oberösterreich beschlossen. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei 1,325 Mio. Euro, kann aber noch deutlich - auf bis zu 1 Euro - sinken. Die Landesregierung will den Deal am Montag beschließen und gleichzeitig bis zu 5 Mio. Euro für das Jahr 2027 für den Flughafen lockermachen.

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Es bestehe das Risiko, dass der Flughafen mittel- und langfristig nicht operativ positiv geführt werden könne, hieß es in der Vorlage von Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ) an den Gemeinderat. Das könne mit dem Ziel des verantwortungsvollen und zweckmäßigen Umgangs mit öffentlichen Mitteln "gegenwärtig nicht in Einklang gebracht werden".

Der Kaufpreis von 1,325 Mio. Euro orientiert sich an dem in einem KPMG-Gutachten ermittelten Liquidationswert - 1,9 Mio. bis 3,4 Mio. Euro - bzw. an einer Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF), die auf einen negativen Fortführungswert von 17,3 Mio. Euro kommt. Das DCF-Verfahren berechnet vereinfacht gesagt, wie viel ein Unternehmen basierend auf in Zukunft erwartbaren Gewinnen wert ist. Eine alternative Berechnung, die davon ausgeht, dass 50 Prozent der Kosten für die notwendige Pistensanierung durch einen öffentlichen Zuschuss finanziert werden, kommt auf einen negativen Wert von 9,5 Mio. Euro.

Der Kaufpreis, den die Stadt lukriert, könnte noch deutlich sinken: Erst wenn die Kosten für die nötige PFAS-Sanierung feststehen, erfolgt die endgültige Kaufpreisanpassung. Theoretisch kann der Preis laut Vertrag auf bis zu 1 Euro sinken. Mehr Geld könnte die Stadt hingegen lukrieren, wenn das Land die Anteile in den kommenden fünf Jahren zu einem besseren Wert weiterverkaufen kann.

Der Gemeinderat stimmte dem Verkauf der Anteile - nach einer Diskussion, in der mehrfach die Begriffe "Notbremse" bzw. "Notverkauf" gefallen waren - schließlich mehrheitlich zu. Dagegen sprachen sich nur die Liste Linz+ und der ehemalige MFG-Mandatar Norbert Obermayr aus.

Das Land wird mit der Übernahme des städtischen Anteils Alleineigentümer des in Turbulenzen steckenden Airports und strebt in der Folge eine Teilprivatisierung von bis zu 49 Prozent an. Der für Montag geplante Beschluss der Landesregierung ermöglicht die Finanzierung des Anteilserwerbs durch die OÖ Verkehrsholding GmbH. Der Landtag muss dies noch genehmigen, das dürfte am 1. Oktober erfolgen.

Mit dem Regierungsbeschluss werde zudem die Grundlage geschaffen, dem Flughafen im Finanzjahr 2027 bis zu 5 Mio. Euro für Investitionen zur Verfügung zu stellen, so Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) am Donnerstag in einer Aussendung. Die Finanzierung könne - vorbehaltlich der Genehmigung durch den Landtag - als Gesellschafterzuschuss, Gesellschafterdarlehen, Kapitalerhöhung oder als Kombination dieser Instrumente erfolgen.

Die Grünen kündigten eine Anfrage im Landtag an. Sie wollen wissen, wie viel das Land in den kommenden Jahren in den Airport stecken muss, und wie man den Flughafen wieder in die Gewinnzone führen will.

Seit Jahren kämpft der Flughafen mit schwächelnden Passagierzahlen, im ersten Halbjahr 2026 brachen sie erneut um 15,3 Prozent - auf 110.627 Fliegende - ein. Im Vorjahr hatten Land und Stadt bereits insgesamt 8 Mio. Euro zuschießen müssen. Für die kommenden vier Jahre pumpt das Land zudem insgesamt bis zu 36 Mio. Euro als Anschubfinanzierung in die Verbindung Linz-Frankfurt. Hinzu kommt, dass laut Landesrechnungshof der Flughafen bis 2035 noch zusätzlich zwischen 27,6 und 45 Mio. Euro benötigen wird - die Kosten zur Beseitigung zurückliegender Umweltschäden sind da noch nicht eingerechnet.

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